Während sich die Aufmerksamkeit aktuell auf die Weltmeisterschaft richtet, haben die Klubs der Österreichischen Fußball-Bundesliga wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Im Rahmen der Klubkonferenz wurde ein umfassendes Maßnahmenpaket beschlossen, das sowohl den sportlichen Wettbewerb als auch die Rahmenbedingungen für Vereine und Fans verbessern soll.
Besonders sichtbar werden die Neuerungen beim Video Assistant Referee. Ab der kommenden Saison stehen den Schiedsrichtern zusätzliche Kameraperspektiven zur Verfügung, um strittige Szenen noch genauer beurteilen zu können. Darüber hinaus werden Entscheidungen nach einer VAR-Überprüfung künftig direkt über das Stadionmikrofon erklärt.
Bundesliga-Vorstandsvorsitzender Christian Ebenbauer sieht darin einen wichtigen Schritt: „Mit der transparenten Kommunikation von Schiedsrichter-Entscheidungen und den neuen Kamera-Blickwinkeln werden wir dem mehr als nur gerecht und heben den VAR in Österreich auf ein neues Level.“
Neu ist außerdem, dass offensichtliche Fehlentscheidungen bei Eckbällen überprüft werden können, sofern dies ohne Verzögerung des Spiels möglich ist. Zudem darf künftig auch die zweite Gelbe Karte vor einem Gelb-Rot-Ausschluss vom VAR kontrolliert werden.
Angriff auf die Europacup-Plätze
Eine weitere zentrale Maßnahme betrifft den Rahmenterminplan für die Saison 2026/27. Nach dem Rückfall in der UEFA-Fünfjahreswertung will die Liga den heimischen Klubs bessere Voraussetzungen für internationale Erfolge bieten.
Dafür wird unter anderem eine Meisterschaftsrunde im September gestrichen und durch die zweite Runde des ÖFB-Cups ersetzt. Gleichzeitig werden zwei ADMIRAL Bundesliga-Runden in den Jänner verlegt. Das Cup-Viertelfinale wandert dafür in den Februar. Auch das Saisonfinale wird angepasst, um den Teilnehmern am Europacup-Play-off mehr Vorbereitungszeit zu ermöglichen.

„Nach dem bitteren Rückfall in der UEFA-Fünfjahreswertung und dem Verlust eines Europacup-Startplatzes muss es unser oberstes Ziel sein, wieder voll anzugreifen“, betonte Ebenbauer. „Dafür müssen unseren Klubs Rahmenbedingungen geboten werden, die den sportlichen Erfolg in den UEFA-Bewerben bestmöglich unterstützen.“
Aufstieg nur noch mit bundesligatauglichem Heimstadion
Eine der weitreichendsten Entscheidungen betrifft Aufsteiger aus der ADMIRAL 2. Liga. Ab der Saison 2029/30 müssen Vereine über ein bundesligataugliches Heimstadion verfügen, um in die höchste Spielklasse aufsteigen zu können.
Künftig darf nur noch ein Heimstadion für die Lizenzierung genannt werden, das unabhängig von der Ligazugehörigkeit genutzt wird. Ein Ausweichen in ein anderes Stadion nach einem Aufstieg wird damit grundsätzlich nicht mehr möglich sein.
Alternativ können Vereine bis März 2029 konkrete Nachweise für einen Um- oder Neubau vorlegen. In diesem Fall bleibt die Nutzung eines Ausweichstadions innerhalb eines Radius von 150 Kilometern vorübergehend zulässig.
„Infrastruktur ist ein wichtiger Schlüssel, um sportlich nachhaltig erfolgreich sein zu können“, erklärte Ebenbauer. „Mit der heutigen Entscheidung gehen die Klubs einen weiteren Schritt in der Infrastrukturoffensive.“
Multiball-System kommt in die 2. Liga
Auch die 2. Liga erhält eine Neuerung. Nachdem das Multiball-System in der Bundesliga erfolgreich eingeführt wurde, kommt es ab der Saison 2026/27 auch in der zweithöchsten Spielklasse zum Einsatz.
Dabei werden insgesamt 14 Bälle rund um das Spielfeld platziert. Die Ballkinder sorgen lediglich dafür, dass die vorgesehenen Positionen besetzt bleiben, während die Spieler die Bälle selbst aufnehmen und das Spiel rasch fortsetzen.
Mit den beschlossenen Maßnahmen setzt die Bundesliga auf mehr Transparenz, bessere infrastrukturelle Voraussetzungen und optimierte Wettbewerbsbedingungen – mit dem Ziel, den österreichischen Spitzenfußball national wie international weiterzuentwickeln.
