ROTE KARTE FÜR HAND VOR DEM MUND: Nach dem Eklat in der Champions League, als Benfica-Profi Gianluca Prestianni in einer Auseinandersetzung mit Real-Star Vinicius Junior seinen Mund verdeckte und dadurch im Verdacht stand, rassistische Äußerungen getätigt zu haben, zieht die FIFA Konsequenzen. Bei der WM kann das Verdecken des Mundes in Konfrontationen mit der Roten Karte bestraft werden. Die Regel wurde von FIFA-Präsident Gianni Infantino höchstpersönlich angeregt.
PLATZVERWEIS FÜR VERLASSEN DES SPIELFELDS: Auch auf die Geschehnisse im Finale des Afrika-Cups zwischen Senegal und Marokko, als sich die senegalesische Mannschaft in die Katakomben zurückzog, reagiert die FIFA: Spieler, die den Platz aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung verlassen, riskieren die Rote Karte. Dies gilt auch für Offizielle, die Spieler zu diesem Schritt auffordern. Verursacht ein Team einen Spielabbruch, wird die Partie grundsätzlich für den Gegner gewertet.
Zeitverzögerung soll ausgemerzt werden
GELBE KARTEN WERDEN ZWEI MAL GESTRICHEN: Mit dem erweiterten Turnierformat (48 Teams, zusätzliche K.o.-Runde) passt die FIFA die Sperrenregelung an. Gelbe Karten verfallen künftig sowohl nach der Gruppenphase als auch nach dem Viertelfinale – nicht nur wie bisher ausschließlich nach dem Viertelfinale. Ziel ist es, die Gefahr von Sperren für Schlüsselspiele zu reduzieren. Konkret droht eine Sperre nur noch, wenn ein Spieler entweder in zwei der drei Gruppenspiele oder zweimal in der Phase vom Sechzehntel- bis zum Viertelfinale verwarnt wurde.
COUNTDOWN VOR STANDARDS: Nachdem im vergangenen Jahr bereits ein Countdown eingeführt wurde, um zu verhindern, dass Torhüter den Ball zu lange in der Hand halten und somit das Spiel verzögern, wird dieser nun zusätzlich bei Einwürfen oder Abstößen eingesetzt: Der Schiedsrichter zählt dabei per Hand fünf Sekunden herunter. Wird das Spiel bis zum Ablauf des Countdowns nicht fortgesetzt, geht der Ballbesitz an das gegnerische Team.
PAUSE NACH VERLETZUNGSUNTERBRECHUNG: In der MLS bereits erfolgreich getestet, kommt die Regel nun auf die Weltbühne: Wird ein Spieler wegen einer Verletzung auf dem Platz behandelt und das Spiel für mehr als 15 Sekunden unterbrochen, muss er das Feld verlassen und eine Minute warten, bevor er zurück darf. Argentiniens Superstar Lionel Messi, der dies bei Inter Miami miterleben musste, kritisierte: "Diese Art von Regeln sind schräg." Ausnahme: Die Behandlung erfolgt nach einem Foul, für das eine Gelbe oder Rote Karte gezeigt wurde.
ZEHN SEKUNDEN ZEIT BEI AUSWECHSLUNGEN: Nach Anzeige eines Wechsels durch den Vierten Offiziellen hat der ausgewechselte Spieler zehn Sekunden Zeit, das Spielfeld zu verlassen. Gelingt ihm das nicht, muss der eingewechselte Spieler bis zur nächsten Spielunterbrechung mindestens eine Minute warten, bevor er das Spielfeld betreten darf. Der ausgewechselte Spieler muss das Spielfeld aber in jedem Fall verlassen.
Trinkpausen als Werbe-Gag?
VIDEOASSISTENTEN DÜRFEN ECKEN ÜBERPRÜFEN: Der Videobeweis erhält erweiterte Befugnisse: Künftig darf der VAR drei weitere Situationen prüfen: unkorrekt gegebene Ecken (die Prüfung erfolgt sofort und ohne Verzögerung), eine zweite Gelbe Karte, die zu Gelb-Rot führt, sowie eine Spielerverwechslung bei Platzverweisen oder Verwarnungen.
TRINKPAUSEN: Künftig gibt es zwei wetterunabhängige Trinkpausen. Nach ungefähr 22 und 67 Minuten wird das Spiel jeweils für drei Minuten unterbrochen. Dies soll laut FIFA für "gleiche Bedingungen" sorgen, die Pausen bedeuten aber auch Werbezeit für die übertragenden Sender und spülen damit Geld in die Kassen des Weltverbands. Währenddessen ist laut den Regelhütern des International Football Association Board (IFAB) das Coaching per Videoanalyse auf Laptops und Tablets erlaubt.
