Es hätte doch alles so schön sein können an diesem speziellen Tag im Big Apple, beim ersten NBA-Finalheimspiel für die Knicks seit 27 Jahren. Aber nicht nur die San Antonio Spurs machten nicht mit. Trumps Besuch hatte schon im Vorfeld für jede Menge Ärger gesorgt, es gab neue Regeln rund um die Arena, dann folgte die Pleite obendrauf. 111:115 hieß es nach 48 Minuten, 2:1 und nicht 3:0 steht es nun in der Best-of-seven-Serie für New York, dabei sollte es doch die Vorentscheidung geben.
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Bei aller Aufregung in der Stadt nach deprimierenden Jahrzehnten stand das dritte Duell unter schlechten Vorzeichen. Das New York Police Department fuhr groß auf, es wurde ein weitreichender Sicherheitsbereich über mehrere Häuserblocks eingerichtet, den Fans ohne Tickets nicht betreten durften. Es gab zusätzliche Zäune, die traditionelle Watchparty auf der Plaza33 nahe des MSG war schon zuvor wegen des Gastes abgesagt worden.
Trump mit Reaktion zufrieden
Und so entlud sich viel Wut beim Spiel, auch schon vorher. Als die Autokolonne mit dem Präsidenten Richtung Halle fuhr, hielten Demonstranten am Straßenrand Schilder mit der Aufschrift "Trump muss weg" hoch. Wie unerwünscht der selbsternannte Knicks-Fan beim Auftritt in seiner Geburtsstadt war, zeigte sich spätestens bei der Nationalhymne. Trump stand auf und grüßte wie gewohnt militärisch, das Publikum sorgte bei der Einblendung dieser Bilder auf den Videoleinwänden für reichlich Dezibel.
Trump fand die Reaktionen "sehr gut, es war auf jeden Fall fantastisch. Ich glaube, es gab überwiegend Beifall", sagte der 79-Jährige. Für die ganze Ablenkung dürfen sich die Fans bei James Dolan bedanken. Der Geschäftsmann, Besitzer der Knicks sowie des Madison Square Garden, Trump-Supporter und Mitglied in dessen Golfclub Mar-A-Lago, hatte den Präsidenten eingeladen - nun saß er neben ihm. Trump, der als erster amtierender US-Präsident ein NBA-Finalspiel besuchte, fielen zwischenzeitlich die Augen zu.
Ligaboss Adam Silver hatte vergeblich zuvor um Verständnis geworben. Ja, es habe "gewisse Unannehmlichkeiten" gegeben, aber Trump sei "ein echter Knicks-Fan", sagte der Commissioner in der Pregame-Show: "Wir sollten Sport nutzen, um mehr Gemeinschaftsgefühl unter den Menschen zu schaffen, nicht weniger."
Basketball wurde auch gespielt, für die Knicks endete ein Erfolgslauf nach 13 Siegen in Serie, dem zweitlängsten Run der Playoff-Geschichte. Das Team hatte zuletzt vor 46 Tagen im Achtelfinale gegen Atlanta verloren.
Hukporti bald NBA-Champion?
New York vergab gegen die Spurs um Victor Wembanyama (32 Punkte), der in den ersten beiden Spielen in San Antonio noch unglücklich agiert hatte, die Chance, sich gleich vier Matchbälle zu holen. Die Serie geht damit auf jeden Fall nach Texas zurück.
Der deutsche Center Ariel Hukporti kam erneut nicht für die Knicks zum Einsatz, die seit 1973 auf den Gewinn der Larry O'Brien Trophy warten. Am Mittwoch (Ortszeit) folgt Spiel vier in der Ostküsten-Metropole - nach derzeitigem Stand ohne Trump.
