Karetsas, 18, steht in Belgien und Griechenland im Ruf eines dribbelnden Wunderkindes mit magischem linkem Fuß. Er fühle sich von der Basketball-Ikone Michael Jordan "inspiriert", sagte der griechische Nationalspieler (zehn Einsätze, drei Tore) Ende des vergangenen Jahres erstaunlich abgeklärt der New York Times. Eben nicht, weil er schon von ähnlichen Erfolgen tönen wolle, nein: "Es geht darum, jeden Tag zu versuchen, eine bessere Version seiner selbst zu sein. Davon bin ich besessen."
Okay. Karetsas, geboren und fußballerisch gewachsen in Genk, unterstreicht sein Selbstvertrauen allerdings auch mit Leistung. Er ist der jüngste Torschütze der Nations League (vor Lamine Yamal), der wertvollste Spieler der gesamten belgischen Liga, eine wuselig-schnelle "Aufziehmaus" (New York Times) - und nun der Hoffnungsträger eines BVB, der in der vergangenen Saison so oft erfolgreich, aber so selten ansehnlich gespielt hat. "Er hat die Qualitäten, ein Top-Star zu werden", sagte Thorsten Fink, sein früherer Trainer in Genk, dem SID.
Karrierweg von Karetsas akribisch geplant
Vorbehaltlich des Medizinchecks wird Karetsas gegen Ende der Woche als Zugang präsentiert werden, als weiterer Ausweis einer Transferwende des deutschen Vize-Meisters. Weg von Spielern, die zwar gestanden sind, aber ohne große Fantasie kommen, hin zum einstigen Erfolgsmodell der jungen Hypertalente, die möglicherweise alsbald ganz woanders begehrt werden. Siehe: Ousmane Dembélé.
Der wechselte 2017 nach nur einer Saison beim BVB für das Dreifache der investierten 35 Millionen Euro zum FC Barcelona - zuzüglich Boni. Das Ziel in Dortmund wird es sein, Juwelen dieser Art künftig einen Tick länger zu halten. Karetsas soll einen Vertrag bis 2031 unterschreiben, damit wäre im Falle des schnellen Durchbruchs zumindest eine gewaltige Einnahme garantiert. Keiner der bisher vier BVB-Zugänge ist älter als 19.
Karetsas, der schon als Kind die Tricks von Lionel Messi in YouTube-Videos studierte und dann kopierte, verfolgt einen akribischen Karriereplan. "Mit meinem Vater haben wir meinen Werdegang genau skizziert", sagte er 2025. "Zuerst in Belgien durchstarten und dann zu einem großen Team wechseln." Dieser Moment scheint gekommen zu sein.
Für den BVB ist die Kaderplanung damit nicht abgehakt. Neben Karetsas, der auf der Zehn und rechts spielen kann, soll U21-Nationalspieler Said El Mala (19) vom 1. FC Köln für die linke Außenbahn kommen. Am Rhein allerdings soll ein erstes Angebot mit einem mitleidigen Lächeln quittiert worden sein, der FC stellt sich offensichtlich 50 Millionen Euro Ablöse vor.
Für den BVB wäre es ein finanzieller Kraftakt, auch wenn die Spielräume durch kleinere Abgänge und den Wechsel von Karim Adeyemi nach Barcelona gewachsen sind. Es wäre auch: ein Transferrekord. Und ein weiterer Coup von Ole Book.
