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Sechs Pleiten drohen: Gladbach kämpft im Krisenduell gegen das Desaster

Ilzer (l.) und Blessin stehen am Wochenende unter Druck
Ilzer (l.) und Blessin stehen am Wochenende unter DruckČTK / imago sportfotodienst / nordphoto GmbH / Bratic

Die Derbyniederlage noch nicht verdaut, die eigenen Fans zwischen Wut und Enttäuschung, nun droht der historische Bundesliga-Fehlstart: Vor Alexander Blessins Heimpremiere mit Borussia Mönchengladbach brodelt es mal wieder mächtig am Niederrhein. Im Krisengipfel am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) gegen den ebenfalls strauchelnden Tabellen-17. TSG Hoffenheim ist der erste Saisonsieg für das punktlose Schlusslicht Pflicht - ansonsten könnte es auch für den neuen Gladbach-Trainer schnell ungemütlich werden.

Sechs Pleiten zu Beginn einer Saison, das mussten bislang nur der VfL Bochum (2022/23), der FSV Mainz 05 (2020/21) und Fortuna Düsseldorf (1991/92) ertragen. Mit einem weiteren Rückschlag im Duell der bislang größten Enttäuschungen würde sich die Borussia zu dieser unrühmlichen Gruppe dazugesellen. "Wir wissen alle, dass irgendwann die Punkte kommen müssen", sagte Blessin, und deswegen sei es "egal, gegen wen wir spielen".

Zum Match-Center: Borussia Mönchengladbach vs. TSG Hoffenheim

Blessin hat in seiner noch jungen Amtszeit bereits zu spüren bekommen, dass die Nerven in Mönchengladbach blank liegen. Nach dem bitteren 1:2 beim Erzrivalen aus Köln hatte er sich den aufgebrachten Anhängern gestellt und gestenreich mit diesen diskutiert. "Es wird eine enge Saison. Deswegen geht es jetzt darum, nicht dieses toxische, sarkastische, aggressive Verhalten in ein Stadion zu lassen, wie es die Schalker, wie es so viele Traditionsvereine gemacht haben", mahnte der frühere Gladbacher und Weltmeister Christoph Kramer im Podcast "Copa TS": "Es ist eine gefährliche Situation." Nun gehe es darum, "dass man wirklich zusammenhält".

So stehen die Chancen vor dem Krisenduell
So stehen die Chancen vor dem KrisenduellFlashscore

Kramer mahnt – Umschwung gegen Sorgenkind?

Bei Blessin glaube er, "dass das der richtige Mann ist", sagte Kramer. Und auch der neue Hoffnungsträger gibt sich trotz der denkbar ungünstigen Gesamtsituation optimistisch. "Wir haben ein gutes Grundgerüst gefunden, an dem wir jetzt dranbleiben", sagte Blessin. Es gehe "darum, einzelne Inhalte gezielt zu vertiefen und möglichst schnell Fortschritte zu erzielen".

Im besten Fall schon gegen das zweite Sorgenkind der Liga. Denn auch bei der TSG Hoffenheim ist der Frust riesig. "Natürlich bin ich sauer", motzte Torwart Oliver Baumann bei RTL nach dem verkorksten Europa-League-Abend: "Wir bekommen aktuell einfach zu viele Gegentore, und das kotzt mich natürlich an." Die Niederlage gegen Besiktas Istanbul war schließlich nicht nur das vierte 2:3 der Saison, es war auch die vierte Pflichtspielniederlage in Serie.

Baumann und Ilzer fordern eine Reaktion

"Wir sollten jetzt nicht alles schlechter reden, als es ist, wir haben in der Europa League aber keine Punkte und in der Bundesliga zu wenige", ergänzte Baumann. "Wir haben gewisse Themen, die wir schon länger bearbeiten. Aber es zählt, was auf dem Platz passiert, und das muss sich sichtbar verbessern", sagte Trainer Christian Ilzer.

"Am Ende", führte der Österreicher weiter aus, "braucht es Ergebnisse." Das gilt auch für die Gladbacher.

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