"Die Bayern sind einfach extrem gut", warnte Vincent Wagner im kicker: "Wir haben eine Chance wie ein Schneeball in der Wüste. Das Schöne ist: Auch in der Wüste hat's schon mal geschneit." Dass der Cheftrainer in seinem bislang größten Spiel der Karriere dabei sein kann, entschied sich erst am Freitag. Die Saarländer kämpften nach dem überaus umstrittenen Platzverweis mit Erfolg für ihren Coach.
Nach dem in erster Instanz ergangenen "Einzelrichter-Urteil" wurde der Fall auf dem DFB-Campus im Frankfurt/Main mündlich verhandelt – und Wagner bekam nach entlastenden Aussagen von Schiedsrichter Martin Pedersen Recht. Die obligatorische Spieltags-Pressekonferenz wurde derweil nahezu zeitgleich von Co-Trainer Pascal Bieler im Elversberger Baucontainer abgehalten.
Wagner über Mars-Vergleich: Bayern "ein eigener Planet"
Wagner selbst hätte sich ohnehin nicht den Kopf zerbrochen. "Ich mache mir überhaupt keine Sorgen, dass wir das ohne mich nicht geregelt kriegen", betonte Wagner: "Nur wenn es immer ohne mich funktioniert, muss ich mir Gedanken machen." Die Laune im Saarland ist bestens nach dem ungeahnten Traumstart mit sechs Punkten aus zwei Spielen, der aufmüpfige Aufsteiger mischt Deutschlands Fußball-Elite auf.
Zum Match-Center: SV Elversberg vs. FC Bayern
"Die Erdumlaufbahn haben wir verlassen, sind dabei nicht in die Luft geflogen", sagte der Trainer mit breitem Grinsen bei DAZN: "Der Weg zum Mars ist aber noch sehr weit." Als Reise zum Mars hatte er die Mission Klassenerhalt zuletzt bezeichnet. Mit den Bayern warte nun nochmal "ein eigener Planet" auf sein Team. Allein Superstar Michael Olise hat mit 170 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) einen dreimal so hohen Marktwert wie der gesamte Kader der "Elv".
"Er ist ein Weltspieler", sagte Olises vermeintlicher Gegenspieler Lasse Günther der Saarbrücker Zeitung: "Sich mal gegen so jemanden messen zu können, ist schon was Besonderes." Ob Olise, Harry Kane oder Joshua Kimmich - zurückschrecken vor großen Namen wollen die Saarländer keinesfalls. "Da haust du rein", betonte Kapitän Lukas Pinckert: "Und wenn der verletzt ausgewechselt wird, dann ist es so. Gegenspieler bleibt Gegenspieler."
Die individuellen Fehler vom spektakulären 4:3 bei Borussia Mönchengladbach müsse das Team aber abstellen. "Wahrscheinlich kriegst du gegen Bayern sieben, acht Stück, wenn du solche Schnitzer drin hast", sagte Innenverteidiger Maximilian Rohr. "Und", ergänzte sein Trainer, "ich befürchte, wir werden keine acht gegen sie schießen. Da bin ich mir sogar sehr sicher."
