Zum Hauptinhalt springen

ÖFB Cup: Die Tops und Flops der 1. Runde

ÖFB Cup: Die Tops und Flops der 1. Runde
ÖFB Cup: Die Tops und Flops der 1. RundeČTK / imago sportfotodienst / Yigit Oerme

Die erste Runde des UNIQA ÖFB-Cups 2026/27 ist geschlagen, und sie hat geliefert, was einen Cup-Auftakt ausmacht: klare Kantersiege der Favoriten auf der einen, waschechte Sensationen auf der anderen Seite. Alle fünf Bundesligisten, die bereits gefordert waren, überstanden ihre Aufgaben – Titelverteidiger LASK sogar in einer regelrechten Torgala.

Für den größten Gesprächsstoff sorgten aber zwei Zweitligisten, die sich beide krachend blamierten. Amstetten und Admira reisten als Favoriten an – und beide reisten als Verlierer wieder ab. Außerdem: Johannes Eggestein drehte beim Austria-Kantersieg im Wiener Cup-Derby mächtig auf, Vorwärts Steyr rettete sich erst in der Nachspielzeit in die zweite Runde, und Christoph Lang schoss den LASK im Alleingang weiter.

 

TOP – Eggestein lässt es beim Wiener Cup-Derby krachen

Die Austrianer hatten es eilig: Nach nur 63 Sekunden traf Johannes Eggestein nach Zuspiel von Debütant Daniel Nnodim zum 1:0 gegen den Wiener Sport-Club. Am frisch umgebauten Sportklub Platz kontrollierten die Veilchen anschließend über weite Strecken das Geschehen.

Nach der Pause drehte die Austria dann richtig auf: Sanel Šaljić erhöhte in der 49. Minute, ehe Eggestein binnen weniger Minuten nachlegte (55., 58.) und damit seinen persönlichen Dreierpack perfekt machte. Hasan Deshishku setzte in der 76. Minute den Schlusspunkt zum 5:0-Kantersieg.

 

 

Einen kleinen Dämpfer gab es dennoch: Innenverteidiger Aleksandar Dragović zog sich in der 22. Minute nach einem Kopfzusammenstoß eine Verletzung mit Verdacht auf Gehirnerschütterung zu und musste ins Krankenhaus gebracht werden. 

 

FLOP – Amstetten scheiterte nach Rot und Elfmeterkrimi

Der SKU Amstetten reiste mit hängenden Köpfen aus der Steiermark ab. Der Zweitligist geriet beim Regionalligisten Deutschlandsberger SC früh in Rückstand (Fuchshofer, 17.), glich zwar noch aus (Haider, 59.), verspielte seine gute Ausgangslage aber mit der Gelb-Roten Karte gegen Wimmer (65.) selbst. In Unterzahl brachte Amstetten die Verlängerung noch über die Zeit, im Elfmeterschießen fehlten dann aber die Nerven.

Deinhofer vergab als letzter Amstettner Schütze, Deutschlandsberg gewann vom Punkt mit 3:1 und jubelte über die Sensation. 

 

TOP – Steyr jubelte erst mit dem allerletzten Ballkontakt

Bei Vorwärts Steyr hätte der Cup-Nachmittag gegen SV Kuchl, den Vizemeister der Regionalliga West, um ein Haar in der Verlängerung geendet. Die Hausherren erspielten sich vor 1.287 Zuschauern zwar von Beginn an klare Feldvorteile, taten sich gegen die tief stehenden Gäste aber lange schwer, den entscheidenden Treffer zu erzielen.

Die Erlösung kam erst tief in der Nachspielzeit: Einwechselspieler Julian Kolm verwertete seinen allerersten Ballkontakt im Spiel per Kopfball zum umjubelten 1:0-Siegtreffer. Während viele Zuschauer im Stadion parallel das Elfmeterdrama von Union Dietach auf ihren Handys verfolgten, sorgte vor allem die Südtribüne mit Bengalfeuer für Stimmung.

 

FLOP – Admira lieferte weitere Zweitliga-Blamage

Zweitligist Admira geriet beim Landesligisten SV Leithaprodersdorf früh mit 0:2 in Rückstand und fand trotz optischer Überlegenheit in der zweiten Halbzeit kein Rezept mehr, den Rückstand aufzuholen. Der Anschlusstreffer durch Sandro Steiner (58.) kam zu spät und blieb Ergebniskosmetik.

Es war die erste Cup-Teilnahme Leithaprodersdorfs seit 1977. Dass es nicht nur das erste Spiel seit so langer Zeit, sondern auch noch der Aufstieg als klarer Underdog wurde, macht die Sache gleich noch bedeutsamer. Der siegreiche Trainer meinte nach dem Spiel, dass dieser Sieg ganz Leithaprodersdorf stolz mache. Admira-Trainer Harald Suchard suchte wiederum keine Ausreden: „Gratulation an Leithaprodersdorf, der Sieg geht aufgrund der ersten Halbzeit in Ordnung." Das wird die ohnehin unruhige Stimmung im Vereinsumfeld nicht gerade beruhigen. 

 

TOP – Lang schoss LASK (fast) im Alleingang weiter

Titelverteidiger LASK tat sich beim Regionalligisten SC Kalsdorf zunächst schwer. Die ersten 20 Minuten verstrichen ohne zwingende Linzer Torchance, ehe Andrade per Kopfball in der 39. Minute die Führung besorgte. Erst nach der Einwechslung von Christoph Lang für den verletzten Ramiz Harakate (36.) nahm das Spiel eine völlig neue Wendung.

Lang traf doppelt (53., 61.), Samuel Adeniran erhöhte auf 4:0 (69.), ehe Lang selbst noch einen Elfmeter verwandelte (79.). Krystof Danek (90.) und ein letztes Mal Lang (90+2.) machten aus einem zunächst zähen Nachmittag am Ende einen 7:0-Kantersieg und aus Lang mit seinem Viererpack den Mann der ersten Cup-Runde.

 

 

„Es war speziell in der zweiten Halbzeit ein sehr gutes Spiel von uns, in dem wir auch die nötigen Tore geschossen haben", resümierte LASK-Trainer Didi Kühbauer. Die Mission Titelverteidigung ist damit eröffnet – und wie!