Irvine verdient sein Geld mittlerweile bei Cerezo Osaka in Japan, arbeitete zuvor aber mit dem jetzigen Brighton-Coach während ihrer gemeinsamen Zeit bei St. Pauli zusammen. Er war Hürzelers Kapitän, als der Hamburger Klub die Zweitligameisterschaft gewann und anschließend in die Bundesliga aufstieg.
"Ich habe eineinhalb Jahre mit ihm zusammengearbeitet, als er noch Co-Trainer war, bevor er das Amt des Cheftrainers übernommen hat", erklärte der Australier Flashscore im Interview in Japan: "Er hat viele taktische Einheiten geleitet, aber ich glaube, keiner von uns hat damals geahnt, welchen Einfluss er in so kurzer Zeit auf uns haben würde."
Was Hürzeler ausmacht? "Seine Liebe zum Detail war wie nichts, was ich je zuvor erlebt habe. Es gab jeden Tag die Erwartung, unserem Spiel etwas Neues hinzuzufügen und uns immer wieder zu fordern, damit wir als Team den letzten Schritt zum Aufstieg schaffen."
Dabei ging es "wirklich bis ins kleinste Detail, zum Beispiel wie du deine Beine im Strafraum beim Verteidigen positionierst. Es kam auf einen Meter oder manchmal sogar auf einen Zentimeter an – so genau war das."
"Alles, was wir gemacht haben, hatte einen Sinn. Du bist im Spiel nie in einer Situation, auf die du im Training nicht vorbereitet wurdest." Das bedeute aber nicht, dass einem immer alles gelang: "Wir waren ja nicht Barcelona! Aber wir hatten das klarste Bild davon, was wir erreichen wollten, und alle haben an einem Strang gezogen. (...) Das hat in den folgenden 18 Monaten unter seiner Führung zu großem Erfolg geführt."
Bayern-Job? "Würde diese Chance lieben"
Irvine blickte auf Hürzelers Zukunft und glaubt, dass für den Trainer der Seagulls ein absoluter Traumjob auf dem Zettel steht. "Es wäre wahrscheinlich keine Überraschung, wenn er irgendwann ein Auge auf den Job beim FC Bayern München wirft. Er ist ein bayerischer Junge, das ist sein Heimatverein, und ich denke, er würde diese Chance lieben."
Noch sieht Irvine seinen Ex-Trainer aber am richtigen Ort: "Ohne Zweifel glaube ich, dass er seine Chance bekommen wird. Er ist genauso alt wie ich, 33. Irgendwann wird er den großen Schritt machen, aber ich finde, er ist momentan bei Brighton genau am richtigen Ort. (...) Die Mannschaft liefert konstant ab und spielt einen Fußball, der es ihm ermöglicht, das Beste aus der Gruppe herauszuholen. Ich finde, er ist dort immer stärker geworden."

"Er hatte auch mal zwei wacklige Phasen, aber er hat sich da durchgebissen – viele Premier-League-Trainer überstehen solche Zeiten nicht", stellte Irvine beeindruckt fest: "Ich glaube, er hatte zu Beginn dieses Jahres eine schwierige Phase, aber der Klub hat zu ihm gehalten und er ist daraus noch stärker hervorgegangen."
Einen privaten Wunsch hat der Australier aber auch noch: "Ich hoffe, dass wir irgendwann mal ein Bier zusammen trinken und in Erinnerungen schwelgen können. Ich wünsche ihm nur das Beste."
