"Irgendwie ein bisschen enttäuschend, aber trotzdem auch stolz", fasste Direktorin Bianca Rech die Gemütslage der Bayern nach dem 2:2 (2:1) gegen Manchester City zusammen. Auf eine "überragende erste Halbzeit" (Rech) samt 2:0-Führung waren ein kurioser Pyro-Gegentreffer, ein Einbruch sowie der späte Ausgleich durch Nationalspielerin Carlotta Wamser gefolgt. "Das", stellte Gwinn fest, "ist natürlich nicht unser Anspruch".
Zu hoch sind mittlerweile die Ambitionen der Münchnerinnen, die in der Champions League den Finaleinzug anpeilen. Und dennoch: Spielerinnen, Verantwortliche, Trainer José Barcala - sie alle verließen den Sportpark in Unterhaching nach der ersten Europapokal-Nacht der Saison auch zuversichtlich.
Licht und Schatten für Bayern gegen Man City
Man könne "mehr als stolz" auf die gezeigte Leistung in der ersten Halbzeit sein, betonte Nationalspielerin Klara Bühl. "Das", schwärmte Barcala, "war eine der besten Leistungen, seitdem ich hier bin". Mit gnadenlosem Pressing hatten die Münchnerinnen City kaum Luft zum Atmen gelassen, die 2:0-Führung nach rund einer halben Stunde war hochverdient. Die Mannschaft, ergänzte Barcala entsprechend, sei "auf dem richtigen Weg".
Zum Match-Center: FC Bayern vs. Manchester City
Der Druck ist dennoch gestiegen. Schon in der kommenden Woche steht bei Benfica Lissabon das erste Auswärtsspiel in der Champions League an. Ein Sieg ist fast schon Pflicht, zumal die Bayern in der anspruchsvollen Ligaphase noch Schwergewichte wie den FC Barcelona oder Paris Saint-Germain vor der Brust haben. Ja, gegen ManCity hat das Team "gezeigt, zu was wir fähig sind", wie Bühl betonte. Nur eben nicht über die kompletten 90 Minuten.
Man müsse mit einer solchen Führung im Rücken "einfach erwachsener" auftreten, schimpfte Gwinn, "einfach den Sack zumachen, nichts mehr zulassen". Dass Schiedsrichterin Olatz Rivera Olmedo vor dem Anschlusstreffer durch Beth Mead (45.) das Spiel trotz auf dem Platz liegender Pyrotechnik laufen ließ? Keine Ausrede. "Das war nicht der Grund dafür, dass wir ein Gegentor bekommen haben", meinte Barcala.
Am Ende bestrafte Wamser (86.), im Sommer von Bayer Leverkusen nach England gewechselt, den Leistungseinbruch der Münchnerinnen - und sorgte schon vor dem Oktoberfest für eine leichte Katerstimmung. Natürlich sei der Ausflug auf die Wiesn ein "schöner Termin", sagte Gwinn. Der Fokus, ergänzte sie frustriert, liege aber schon auf dem Pokalspiel am Sonntag (15.00 Uhr/Sky) bei Borussia Mönchengladbach. Danach soll das Bier wieder besser schmecken.
