Wück als Problemlöser gefragt: DFB-Frauen kämpfen ums WM-Ticket

Christian Wück beim DFB-Pokalfinale der Frauen.
Christian Wück beim DFB-Pokalfinale der Frauen.ČTK / imago sportfotodienst / JOERAN STEINSIEK

Die deutschen Fußballerinnen bereiten sich seit Montag auf ihr großes Ziel vor: Am Freitag will das DFB-Team trotz großer Personalprobleme die Qualifikation für die WM 2027 schaffen.

Die Kapitänin trägt nach ihrer Schulter-OP eine Bandage statt die Binde, die andere Außenverteidigerin fehlt ebenfalls verletzt, die Abwehrchefin ist erst einmal gesperrt und die Torhüterin angeschlagen. Als Christian Wück die deutschen Fußballerinnen am Montag für die entscheidenden Spiele um das direkte WM-Ticket in Köln versammelte, musste der Bundestrainer erst einmal Problemlösungsstrategien mit seinen Schützlingen besprechen.

"Die Ausfälle treffen uns natürlich. Gleichzeitig wissen wir, dass andere Verantwortung übernehmen werden", sagte Wück vor den letzten beiden Qualifikationspartien für die Endrunde im kommenden Jahr in Brasilien: "Wir haben großes Vertrauen in unseren Kader, in jede einzelne Spielerin. Jede weiß, worum es geht, und wir wissen, dass die Mannschaft bereit ist, das WM-Ticket zu lösen."

Das soll nach Möglichkeit schon am Freitag gelingen. Mit einem Sieg gegen Norwegen in Köln (20.35 Uhr/ARD) kann die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ihre WM-Teilnahme perfekt machen. Der zweimalige Weltmeister führt die Gruppe A4 nach dem enttäuschenden 0:0 zuletzt in Österreich aber nur noch mit einem Punkt vor den Skandinavierinnen an. Ein Remis ist also Pflicht, wenn das DFB-Team zur Not vier Tage später in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana (18.00 Uhr/ZDF) ihr Schicksal selbst bestimmen will.

Match-Center: Deutschland vs. Norwegen

Doch vorher muss Wück erst einmal sein Personalpuzzle zusammensetzen. Giulia Gwinn wurde vergangene Woche an der Schulter operiert, Franziska Kett muss auch passen, Janina Minge hat in Österreich Rot gesehen, der Einsatz von Ann-Katrin Berger ist wegen einer Bauch-Verletzung fraglich, und bei Stürmerin Nicole Anyomi macht der Oberschenkel nicht mit. Auf die Schlagzeilen produzierende Kapitänin Laura Freigang von Eintracht Frankfurt verzichtet Wück ("Wir sehen andere Spielerinnen auf ihrer Position vor ihr") freiwillig.

"Klare Ziele" für die DFB-Damen

Der Trainer, dem immerhin die zuletzt fehlenden Klara Bühl, Sophia Kleinherne, Kathrin Hendrich und Marie Müller wieder zur Verfügung stehen, gibt sich trotz der Schwierigkeiten zuversichtlich. "Es wird gegen Norwegen ein Spiel auf Augenhöhe werden. Wir haben aber die Qualität auf dem Platz, um gewinnen zu können. Wir müssen aktiv Lösungen finden", sagte der Coach: "Unser Ziel ist klar: Wir wollen diese Gruppe als Erster abschließen und uns direkt für die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien qualifizieren."

Den schwachen Auftritt in Österreich möchte Wück nach Möglichkeit rasch aus den Kleidern schütteln. "Es war ein kleiner Rückschritt. Aber wir wollen nach vorne schauen. Wir wollen uns zu den Top-Nationen zählen. Es war klar, dass der Weg nicht linear nach oben geht", äußerte der Bundestrainer: "Wir sind positiv gestimmt, werden unseren Weg weiter gehen und nicht ins Zweifeln kommen."

Obwohl sich Wück aus Aberglaube noch nicht mit der Suche nach einem WM-Quartier beschäftigt hat, kreisen seine Gedanken bereits um die mögliche WM-Vorbereitung und die Zusammensetzung des Teams. "Das Spiel gegen Norwegen wird wichtig für das Gefühl in den nächste Wochen", sagte der Ex-Profi: "Vielleicht werden nicht die besten Individualisten eingeladen, sondern die, die am besten zusammenpassen. Es ist ein komplexes Gebilde."