"Wir garantieren (...), dass die Weltmeisterschaft in Frieden und Ruhe stattfinden wird", betonte Sheinbaum auf ihrer täglichen Pressekonferenz.
Zum Match-Center: Mexiko vs. Südafrika
Bereits in der vergangenen Woche war die Polizei mit Tränengas und Gummigeschossen gegen Demonstrierende vor dem historischen Zócalo-Platz vorgegangen. Dort haben die Behörden eine riesige Leinwand für eine offizielle Fan-Zone aufgestellt. Die Straßen rund um den Platz sind seither mit Metallbarrikaden abgesperrt, um laut Sheinbaum "Provokationen" zu verhindern. Im Zuge der Proteste stürzten Lehrer im Zentrum von Mexiko-Stadt zudem Gedenkstatuen von Fußballspielern um.
Sorge um den Tourismus
Obwohl die Präsidentin den Dialog mit den Lehrern sucht, weist die Gewerkschaft die bisherigen Regierungsangebote als unzureichend zurück. Den Protesten haben sich mittlerweile auch Hunderte Menschen des Ayotzinapa-Lehrerkollegs angeschlossen. Sie fordern verstärkte Anstrengungen bei der Aufklärung des Falls der 43 Studenten, die 2014 spurlos verschwanden. Wie angespannt die Lage ist, zeigt ein Fund der Polizei von Mexiko-Stadt: Bei der Kontrolle eines Buskonvois, der in die Hauptstadt einfuhr, stellten die Beamten am Montag 59 selbstgebaute Sprengsätze sicher. Auf der Plattform X veröffentlichte die Polizei ein Foto, das Dutzende kleine weiße Röhren mit Zündschnüren zeigt.
Die weitläufigen Zeltlager der Lehrer prägen derzeit das Stadtzentrum. Lokale Geschäftsleute schlagen deshalb Alarm und befürchten, dass Touristen während der WM wegbleiben könnten. "Der Zugang zu unserem Restaurant ist blockiert, die Kunden bleiben aus, und die Touristen sind verschreckt", beklagte der 31-jährige Kellner Jonathan Herrera gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, während er gegen das Camp protestierte. Vor Ort warteten rund 50 Menschen unter Polizeiaufsicht darauf, eine der Metallbarrikaden passieren zu dürfen. Ein betroffenes Restaurant versuchte sich mit einem Plakat zu helfen, auf dem zu lesen war: "Wir haben weiterhin geöffnet".
Die US-Touristin Heather Lutz (64) äußerte dagegen Verständnis für die Protestierenden: "Keine Regierung möchte, dass ihre Stadt bei einem solchen Großereignis ungeschminkt und echt aussieht." Auch die 42-jährige Lehrerin Dinora Diaz erklärte im Straßenlager gegenüber AFP, dass das Turnier der ideale Moment sei, um Druck aufzubauen und Zugeständnisse von der Regierung zu erzwingen.
Verhandlungen am toten Punkt
Die Regierung Sheinbaum hatte der Gewerkschaft am Montag vorgeschlagen, ein neues staatliches Unternehmen zur Verwaltung der Renten zu gründen. Eine komplette Rücknahme der bestehenden Rentengesetze lehnte sie jedoch ab, da dies Kosten von rund 400 Millionen Dollar verursachen würde.
Die Lehrer wiesen auch diesen Vorschlag zurück. Innenministerin Rosa Icela Rodriguez forderte die Streikenden daraufhin nachdrücklich auf, die Blockaden zu beenden: "Es ist von grundlegender Bedeutung, dass die legitime Ausübung des Demonstrationsrechts im Einklang mit den Rechten der Menschen steht, die in dieser großartigen Stadt leben und sich hier bewegen wollen."
