Tunesien zieht die Reißleine: Nationaltrainer Lamouchi entlassen – oder doch nicht?

Aktualisiert
Sabri Lamouchi steht vor dem Aus als tunesischer Nationaltrainer.
Sabri Lamouchi steht vor dem Aus als tunesischer Nationaltrainer.Julio Cesar AGUILAR / AFP / AFP / Profimedia

Der tunesische Fußballverband FTF hat auf den kapitalen Fehlstart bei der FIFA-Weltmeisterschaft reagiert und Nationaltrainer Sabri Lamouchi mit sofortiger Wirkung entlassen. Die Trennung folgt als direkte Konsequenz aus der herben 1:5-Auftaktpleite gegen Schweden. Doch nachdem der Verband eine offizielle Erklärung veröffentlicht hatte, löschte er diese anschließend wieder.

Auf Instagram wurde eine Mitteilung gepostet, in der es hieß, dass eine "Vereinbarung über die Entlassung" des ehemaligen französischen Nationalspielers "offiziell getroffen" worden sei, bevor sie wenige Minuten später wieder gelöscht wurde. Darin stand auch, dass Mondher Kebaier für den Rest der Weltmeisterschaft die Interimsaufgabe übernehmen werde. 

Zum Match-Center: Schweden vs. Tunesien

Auf jeden Fall leiten Lamouchi und sein Trainerstab das Training am Montag. Ein von Anfang bis Ende völlig unwahrscheinliches Durcheinander, das auf ein Statement der Tunesier wartet.

Erst fünf Spiele im Amt

Die Pleite gegen die Skandinavier bildete den Tiefpunkt einer anhaltenden sportlichen Talfahrt der "Adler von Karthago". Bereits in der unmittelbaren WM-Vorbereitung hatte das Team erhebliche Defizite offenbart und im letzten Testspiel eine herbe 0:5-Klatsche gegen Belgien einstecken müssen.

Die Amtszeit von Sabri Lamouchi endet womöglich nach extrem kurzer Dauer. Der ehemalige französische Nationalspieler war erst vor wenigen Monaten als Nachfolger von Sami Trabelsi verpflichtet worden, nachdem dieser infolge des Achtelfinal-Aus beim Afrika-Cup entlassen worden war. Lamouchis Bilanz liest sich jedoch ernüchternd: In den lediglich fünf Partien unter seiner Regie gelang der Mannschaft nach einem ersten 1:0-Erfolg gegen Haiti kaum noch Zählbares.

FIFA WM 2026

Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird vom 11. Juni und 19. Juli ausgetragen. Bei Flashscore findest du alle Infos zur Endrunde in in den USA, Kanada und Mexiko. 

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Die WM-Trophäe
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Es folgte eine Nullnummer gegen Kanada (0:0), ehe drei Niederlagen in Serie gegen Österreich (0:1), Belgien (0:5) und schließlich Schweden (1:5) den Abwärtstrend besiegelten. Besonders eklatant zeigte sich dabei die Offensivschwäche der Tunesier, die in den vergangenen vier Partien nur ein einziges eigenes Tor erzielen konnten.

Der neue sportliche Verantwortliche steht sofort unter enormem Erfolgsdruck: Bereits am kommenden Samstag, den 20. Juni, bestreitet Tunesien sein zweites WM-Gruppenspiel gegen Japan. Um die Chance auf das Achtelfinale zu wahren, ist ein Punktgewinn für die Nordafrikaner dann bereits Pflicht.