Vor WM-Auftakt: Mittelfeldspieler Roldan fordert mehr "Abgezocktheit" vom US-Team

USA-Spieler Christian Roldan während des Freundschaftsspiels gegen Deutschland vor der WM 2026
USA-Spieler Christian Roldan während des Freundschaftsspiels gegen Deutschland vor der WM 2026 Melissa Tamez / Zuma Press / Profimedia

Die USA wollen als Mitgastgeber der Weltmeisterschaft ihre "zu ehrliche" Spielweise ablegen. Vor dem Auftaktspiel gegen Paraguay forderte Mittelfeldspieler Cristian Roldan am Dienstag, dass die Mannschaft dringend in den "dunklen Künsten" des Fußballs zulegen müsse.

Am Freitag startet das US-Team gegen die erfahrenen Südamerikaner in das Turnier. Der Druck ist groß, denn in einer Gruppe mit Australien und der Türkei ist der Gruppensieg das klare Ziel. Nach der jüngsten Niederlage im Testspiel gegen Deutschland hatte bereits Nationaltrainer Mauricio Pochettino von seinen Profis verlangt, "zu lernen, am Rande des Erlaubten zu spielen".  Roldan unterstrich diese Forderung nun im Trainingslager.

"Das ist definitiv ein Bereich, in dem wir uns verbessern müssen", erklärte Roldan gegenüber der AFP. "Wir müssen einfach abgezockter werden. Zu viel Ehrlichkeit schadet uns manchmal. Wir müssen cleverer agieren – sei es beim Verwalten von Spielen, beim Ziehen von Fouls oder indem wir auch mal etwas länger am Boden liegen bleiben."

Das letzte Aufeinandertreffen mit Paraguay liegt noch nicht lange zurück: Beim 2:1-Sieg der USA im freundschaftlichen Duell im vergangenen November kam es in der Nachspielzeit zu einer handfesten Rudelbildung. Auch wenn Australien und die Türkei den Gastgebern alles abverlangen werden, ist die Erinnerung an die hitzige Partie gegen die Südamerikaner besonders präsent.

"Von solchen Nationen können wir uns einiges abschauen. Paraguay macht das extrem gut", sagte Roldan über den abgeklärten und konfrontativen Stil des Gegners. Die USA müssten daher "klug agieren, ohne es zu übertreiben, und sich nicht auf deren Spielchen einlassen. Es wird entscheidend sein, dass wir die Kontrolle behalten."

Roldans Rolle als Mentalitätsspieler

Der 31-jährige Profi der Seattle Sounders gehört zu den routiniertesten Akteuren im 26-köpfigen WM-Kader, der am Dienstag erstmals komplett im Teamquartier trainierte. Seit seinem Debüt im Jahr 2017 kommt der defensive Mittelfeldspieler auf 47 Länderspiele.

Für die Startelf am Freitag ist er zwar kein Kandidat, doch Roldan sieht seine Aufgabe ohnehin an anderer Stelle: Er will dem Team, das technisch und offensiv so stark besetzt ist wie selten zuvor, die nötige Härte und Mentalität verleihen: "Es klingt vielleicht komisch, aber ich muss auf dem Platz der ‚Hund‘ sein", beschrieb Roldan seine Rolle.

"Genau wegen dieser Intensität bin ich hier. Ich will die Gruppe mitreißen. Und wenn ich nicht von Anfang an spiele, frage ich mich eben: Wie kann ich die Jungs von außen oder in der Kabine pushen? Diese Mentalität hat mich hierhergebracht, und genau so werde ich weitermachen."

Zum Match-Center: USA vs. Paraguay

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