Der erste Schritt ist gemacht, nun soll der zweite folgen. Nach dem überzeugenden 4:0-Erfolg im Hinspiel will der SK Sturm Graz am Dienstag den nächsten Schritt in Richtung UEFA Champions League machen. Im Hexenkessel von Edinburgh wartet mit Heart of Midlothian allerdings ein heimstarker Gegner, der sich vor eigenem Publikum noch lange nicht geschlagen geben will.
Am Dienstag (20:45 Uhr, live in ORF 1) wollen die Grazer nun in Edinburgh den Aufstieg in die dritte Qualifikationsrunde der UEFA Champions League fixieren. Gelingt das, wäre gleichzeitig zumindest die Teilnahme an der Ligaphase der UEFA Europa League – ein wichtiges Etappenziel für die Blackies – gesichert.
Doch trotz des klaren Vorsprungs gibt sich bei den Steirern niemand der Sicherheit hin. Im Tynecastle Park wartet einer der stimmungsvollsten Spielorte Schottlands, wo die Hearts in der vergangenen Saison kein einziges Heimspiel verloren haben.

Stankovic warnt vor Gegner
Vor allem Kapitän Jon Gorenc Stankovic, der im Hinspiel bereits nach vier Minuten per Kopf den Torreigen eröffnete, mahnt zur Vorsicht. Der Routinier will verhindern, dass die Gastgeber durch ein frühes Erfolgserlebnis und die eigenen Fans neue Hoffnung schöpfen: „Wir dürfen Hearts ja nicht ins Spiel und zu Chancen kommen lassen. Und es darf schon gar nicht passieren, dass die Schotten die Zuschauer mitnehmen und sich in einen Rausch spielen.“
Der 29-Jährige betont außerdem, dass der klare Erfolg in Graz zwar Selbstvertrauen gebe, die Aufgabe aber noch lange nicht erledigt sei. Anstatt den Vorsprung lediglich zu verwalten, wollen die Grazer auch das Rückspiel gewinnen.

Die Enttäuschung bei den Hearts war nach der 0:4-Niederlage groß. Trainer Wouter Vrancken machte vor allem die Standardsituationen für die deutliche Pleite verantwortlich. Nach einem weiten Einwurf von Jeyland Mitchell brachte Jon Gorenc Stankovic Sturm früh in Führung. Nach der Pause sorgten Mitchell selbst, Luca Weinhandl und Neuzugang Jürgen Heil innerhalb weniger Minuten für die Entscheidung.
Dabei fiel das Ergebnis deutlicher aus als der Spielverlauf vermuten ließ. Heart of Midlothian kam auf 19 Abschlüsse und einen Expected-Goals-Wert von 1,68. Allerdings ließen Landry Kabore und Alexandros Kyziridis mehrere gute Möglichkeiten ungenutzt.
Rotation im Cup
Nach dem erfolgreichen Cup-Auftritt in Seekirchen, bei dem Cheftrainer Fabio Ingolitsch mehreren Stammkräften eine Pause gönnte, dürfte gegen die Hearts wieder jene Mannschaft beginnen, die bereits im Hinspiel überzeugte. Ein kleines Fragezeichen steht lediglich hinter JP Hödl, der zuletzt angeschlagen gefehlt hat.
Sturm weiß, was auf dem Spiel steht. Mit einem erfolgreichen Abschluss des Duells würden die Grazer nicht nur in die dritte Qualifikationsrunde einziehen, sondern auch einen internationalen Herbst sicherstellen. Dort würde der Sieger der Begegnung Fenerbahçe gegen Górnik Zabrze warten. Sollte der Aufstieg jedoch noch aus der Hand gegeben werden, würde Sturm in der dritten Qualifikationsrunde der UEFA Europa League auf den Sieger der Paarung FC St. Gallen gegen Benfica treffen.
