Dabei verlangte der anspruchsvolle Kurs im kalifornischen Pacific Palisades, der auch als Austragungsort der Olympischen Spiele 2028 fungieren wird, der Favoritin alles ab. Korda war zwar als schärfste Titelanwärterin und Co-Spitzenreiterin gemeinsam mit der Südkoreanerin Kim Sei-young in den windigen Finalsonntag gestartet, geriet jedoch im Laufe des Nachmittags immer wieder unter massiven Druck ihrer Verfolgerinnen. Erst an den vorletzten Bahnen fiel die Entscheidung in einer hart umkämpften Spitzengruppe.
Den Grundstein für ihren Erfolg legte Korda an Loch 17. Mit einem nervenstarken Birdie-Putt aus knapp drei Metern Distanz löste sie sich aus dem dichten Leaderboard und erarbeitete sich einen Vorsprung. Am finalen 18. Grün wurde es für die Amerikanerin jedoch noch einmal dramatisch: Ihr scheinbar sicherer Par-Putt aus weniger als einem Meter drehte eine vollständige Ehrenrunde um die Lochkante, bevor er unter dem hörbaren Aufseufzen der Zuschauer doch noch fiel. Minuten nach dem erlösenden Moment verbarg Korda lachend das Gesicht in den Händen, bevor bei der anschließenden Siegerehrung die Tränen flossen.
"Ich fühle mich, als würde ich träumen. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie viel mir das bedeutet", sagte die gerührte Siegerin im Anschluss. Sie sprach von einer zuvor "komplizierten" Beziehung zu ihrem nationalen Open-Turnier, bei dem sie in der Vergangenheit dreimal den Cut verpasst hatte – so oft wie bei keinem anderen Major.
Nach einer mäßigen 73er-Auftaktrunde (+2) stand sie bereits früh unter Druck. "Diese Woche war ein harter Kampf, ich hatte nicht einmal mein B-Game dabei. Aber genau darum geht es bei Major-Turnieren: Du musst mental voll da sein, geduldig bleiben und aggressiv spielen, wenn sich ein Fenster öffnet." Zum Abschluss gönnte sich die sichtlich erleichterte Korda scherzhaft einen "schönen Eis-Strudel".
Starkes Verfolgerfeld verpasst das Stechen
Bis zum letzten Schlag lieferten sich die Kontrahentinnen ein hochklassiges Duell. Die Engländerin Charley Hull, die sich bereits am Samstag mit einer fulminanten 65er-Runde in Schlagdistanz gebracht hatte, eröffnete den Sonntag spektakulär mit einem Eagle an Bahn 1 sowie einem frühen Birdie an Loch 3. Zwischenzeitlich ging sie nach weiteren Schlaggewinnen an den Löchern 10 und 11 mit 8 unter Par sogar in Führung.
Bogeys an den Bahnen 12 und 14 warfen sie jedoch zurück. Trotz eines späten Birdies an der 17 und eines geretteten Par-Putts aus rund drei Metern an der 18 musste sich Hull mit einer 67 (-4) und insgesamt 277 Schlägen begnügen. Für die enttäuschte Engländerin bedeutete dies bereits den fünften zweiten Platz bei einem Major-Turnier. "Es ist einfach frustrierend", resümierte Hull.
Ebenfalls auf dem geteilten zweiten Platz landete Gaby Lopez. Die Mexikanerin unterschrieb eine starke 68er-Schlussrunde (-3). Mit ihrem vierten Birdie des Tages am 18. Loch hatte sie kurzzeitig die Führung im Clubhaus übernommen, durfte letztlich aber nicht mehr im Stechen antreten, da Korda sie noch überholte.
Die südkoreanische Ex-Meisterin Chun In-Gee, die das Turnier bereits 2015 gewonnen hatte, lag nach den Bahnen 10 und 11 zeitweise mit zwei Schlägen in Führung, rutschte durch aufeinanderfolgende Bogeys an 12 und 13 jedoch ab und verpasste an der 18 einen Par-Putt aus zweieinhalb Metern. Sie belegte mit einer 70 (-1) und insgesamt 278 Schlägen den alleinigen vierten Platz. Einen Schlag dahinter folgte ihre Landsfrau Kim Sei-young, die nach einer schwächeren 72er-Schlussrunde (+1) auf den fünften Rang zurückfiel.
