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Renaissance des Handball-Riesen – Kiel fordert Flensburg vor Millionenpublikum

Abschluss von Köster
Abschluss von KösterČTK / imago sportfotodienst / Gerhard Koffler/Kessler-Sportfotografie

Das Handball-Nordderby zwischen Kiel und Flensburg ist nach langer Zeit wieder ein echtes Gipfeltreffen. Das liegt vor allem am Wiedererstarken des Rekordmeisters.

Wer vor dem wohl größten Derby der Handball-Welt auf die Tabelle schaut, dürfte sich verwundert die Augen reiben.

Der THW Kiel marschiert nach einer Katastrophen-Spielzeit plötzlich wieder vorne mit. Fünf Spiele, fünf Siege, 10:0 Punkte, Platz zwei – doch nun wartet vor einem Millionenpublikum im Fernsehen der ultimative Härtetest für den wiedererstarkten Handball-Riesen.

"Ich habe mir dieses Spiel oft im TV angeschaut", sagte THW-Kapitän und Nationalspieler Julian Köster vor dem Handball-Clásico gegen die SG Flensburg-Handewitt, die nur aufgrund der besseren Tordifferenz vor den Zebras liegt: "Jetzt spüre ich auch dieses besondere Derby-Kribbeln, von dem so viele Spieler vor mir immer berichtet haben."

Tabellenspitze HBL
Tabellenspitze HBLFlashscore

Zur besten Sportschau-Zeit will es Köster mit seinem neu formierten Team am Samstag (18 Uhr/ARD und Dyn) in der 117. Auflage des Klassikers allen zeigen. Auch sein Co-Kapitän Rune Dahmke bekam schon Tage vor dem Anpfiff "eine Gänsehaut", wenn er auf das Duell blickte.

Match-Center: Kiel vs. Flensburg

Duell der Superlative

Erster gegen Zweiter – diese Konstellation hat es vor dem legendären Nordduell, das für nicht wenige nach wie vor das größte Handballspiel auf dem Planeten ist, lange nicht mehr gegeben.

In der ausverkauften Kieler Ostseehalle treffen die einzigen Mannschaften aufeinander, die in der Bundesliga nach fünf Spielen noch ohne Minuspunkt dastehen. "Darauf freut sich ganz Kiel, darauf freut sich Flensburg, ein Riesen-Highlight", sagt THW-Youngster Rasmus Ankermann vor dem Handball-Feiertag.

Kiel: Die jüngsten Ergebnisse
Kiel: Die jüngsten ErgebnisseFlashscore

THW auf Wiedergutmachung aus

Die Fans der erfolgsverwöhnten Klubs mussten zuletzt leiden, denn beide Teams blieben in der vergangenen Saison ohne Titel. Weil der THW sogar einen Europacup-Platz verpasste und nun erstmals seit 33 Jahren eine Spielzeit ohne internationalen Wettbewerb erlebt, musste Vereinsikone Filip Jicha im Sommer sogar seinen Trainerposten räumen.

Nachfolger Börge Lund soll den Verein nach drei Jahren ohne Meistertitel wieder an die Spitze führen – und hat dafür eine spannende Mannschaft beisammen. Die beiden Star-Einkäufe Julian Köster und Domen Makuc sind schon jetzt echte Verstärkungen. Und dann ist da auch noch Linkshänder Emil Madsen, der nach einer schweren Knieverletzung und 330 Tagen Leidenszeit wie ein weiterer Neuzugang wirkt.

Lund will den Höhenflug aber nicht überbewerten. "Wir hatten jetzt fünf Spiele, wir haben noch 29", sagte der Norweger im Sport-Bild-Interview. Das Wichtigste sei es, "dass wir jede Möglichkeit nutzen, uns zu entwickeln und in den internationalen Wettbewerb zu kommen".

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