Javier Aguirre (Mexiko)
GEBURTSDATUM: 1. Dezember 1958
NATIONALITÄT: Mexiko
IM AMT SEIT: Juli 2024
TAKTISCHES PROFIL: Defensive Stabilität, hohe physische Intensität
GRÖSSTE ERFOLGE ALS TRAINER: Gewinn mexikanische Meisterschaft 1999 (Pachuca), Finaleinzug Copa América 2001 (Mexiko), Gewinn CONCACAF Gold Cup 2009 (Mexiko), Finaleinzug Copa del Rey 2005 (Osasuna) & 2024 (Mallorca)
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In Mexiko genießt "El Vasco" – wie Javier Aguirre aufgrund seiner baskischen Wurzeln genannt wird – echten Legendenstatus. Für den 67-Jährigen ist es bereits seine dritte Amtszeit als mexikanischer Nationaltrainer. Dabei zeichnete sich ein Muster ab: Aguirre wurde immer dann auf den Plan gerufen, wenn Mexiko eine sportliche Krise plagte.
Während seiner ersten Amtsperiode übernahm er einen Scherbenhaufen, die Mannschaft war total verunsichert. Doch er führte sein Heimatland bei der Copa América zunächst ins Endspiel, bei der WM 2002 schaffte es Mexiko dann bis ins Achtelfinale. Seine zweite Amtsperiode mündeten in den Triumph beim CONCACAF Gold Cup – und in den erneuten Einzug ins WM-Achtelfinale.
Dass er Mexiko bei der Heim-WM betreuen wird, ist ebenfalls eine Krise zu verdanken. 2024 scheiterte bei der Copa América bereits in der Vorrunde. Dem Verband war klar: Vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land darf man sich keine Experimente erlauben.
Also griff man zur großen Konstanten: Javier Aguirre. Nach dem Turnier wird er sein Amt planmäßig an seinen aktuellen Assistenten, die Abwehrlegende Rafael Márquez übergeben.

Aguirre ist keinesfalls ein ruhiges Gemüt. Sein Motto lautet: "Im Fußball musst du lernen, wie man leidet." Das bekommen auch seine Spieler zu spüren. Bei seinen Ansprachen gleicht er einem Vulkan. Er greift gerne zu psychologischen Kniffen, auch Schimpfworte landen nicht selten in seinem Mund.
Mexikos Fans haben sich auch schon daran gewöhnt, dass ihnen unter Aguirre kein Offensivspektakel, sondern ein gnandenloser Kampf bis aufs Messer geboten wird. Er baut eine extreme "Wir-gegen-den-Rest-der-Welt"-Mentalität auf. Nicht selten sagen Spieler, dass sie für ihn durchs Feuer gehen würden.
Aguirre fliegen nicht überall die Herzen zu. Doch klar ist auch, dass er im modernen Fußball eines der wenig übrig gebliebenen Originale ist. Auch auf Pressekonferenzen neigt der Trainer-Routinier zu leidenschaftlichen Ansagen.
