Während der neue Bundestrainer beim Durchschnaufen nach seinem XXL-Casting darüber sinnieren kann, ob seine "83 Millionen"-Cap zu Kaschmir passt, ziehen seine Kandidaten wieder ihre Klubtrikots über. "Die Tür ist offen für jeden. Sperrangelweit", hatte Klopp nach seinem Einstand mit nur einem Sieg in vier Spielen gesagt - die Spieler-Sichtung mit dem Fernziel EM 2028 ist längst noch nicht abgeschlossen.
Match-Center: Serbien vs. Deutschland
Match-Center: Deutschland vs. Niederlande
Auch wenn Klopp für die Nations-League-Duelle mit Serbien in Belgrad am 13. November und den Vorrundenabschluss drei Tage später gegen die Niederlande in Berlin einen "kleineren Kader" angekündigt hat: Gerade im Sturm dürfte Platz sein für neue Bewerber. Eine Chance also für den aussortierten Fanliebling Deniz Undav, der sich mit Stuttgart in neun Spielen binnen 29 Tagen bis zur nächsten Länderspielpause empfehlen kann? Oder für den in Bremen wiedererstarkten Sympathieträger Niclas Füllkrug? Eher nicht. "Diese Spieler", sagte Klopp über jene 44, die er für seine Premiere nominiert hatte, "plus die U21-Spieler sind ein Pool, mit dem wir in die Zukunft gehen."
Klopp sichtet seine Kandidaten
Wer eine Zukunft unter Klopp hat, wird der Bundestrainer spätestens ab kommender Woche genauer analysieren. Dann arbeitet er den Lehrgang mit seinem Trainerteam auf. "Es geht nicht darum, dass wir Schuhgrößen vermessen", sagte er, "es geht darum, dass wir Eindrücke zusammenwerfen."
Und dann festlegen: "Wer ist die Nummer eins auf seiner Position, wer die zwei. Ich muss wissen, mit wem wir jetzt arbeiten können." Wenn diese Auswahl getroffen ist, geht Klopp in die angekündigten "Feedback-Gespräche" - jeder Spieler wird angerufen oder besucht. Denn Klopp wird seine Deutschland-Tour zu den Klubs und in die Stadien fortsetzen.
Wer wird Klopps Stürmer?
Dann wird er auch nach Lösungen für die Offensive fahnden, dem wohl größten Problemfeld. Die offizielle UEFA-Statistik weist bei 160 deutschen Angriffen in vier Spielen 79 Abschlüsse aus, davon 20 aufs Tor - aber nur drei Treffer und einen Pfostenschuss. Zum Vergleich: Frankreich fuhr 144 Angriffe mit 71 Abschlüssen, brachte aber 27 aufs Tor, traf siebenmal hinein und dreimal Aluminium.
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"Was muss besser werden? Wir sollten die Bälle ab und zu mal reinschießen, das würde helfen", witzelte Klopp. U21-Torjäger Nicolò Tresoldi wollte er schon im September nominieren, doch der Angreifer vom Club Brügge schwankt noch zwischen DFB-Elf und Italien. "Nicolò weiß von mir - aber auch von Jürgen Klopp, der schon einen engen Draht zu ihm hat - dass er ein Stürmer ist, auf den wir setzen", sagte U21-Trainer Antonio Di Salvo.
Alternativ stünde der Stuttgarter Dzenan Pejcinovic bereit, den Klopp beim VfB besucht hat. In knapp 30 Minuten führte der Bundestrainer ihm vor Augen, was er von Torgaranten wie Harry Kane oder Robert Lewandowski lernen kann. Klopp habe gefordert, berichtete Pejcinovic: "Wenn du dabei sein willst, musst du performen - und noch besser performen." Für das perfekte Weltmeister-Gefühl.
