Bereits zum Auftakt zeigte die deutsche Nachwuchsriege ihre Klasse. Michael Obodozie erwischte gegen den bis dato ungeschlagenen Polen Oskar Staszczak (5:0) einen echten Blitzstart. Nach einem frühen Knockdown jubelte Obodozie zwar etwas voreilig auf dem Käfiggitter, setzte dann aber konsequent nach: Zurück im Octagon brachte er seinen Gegner erneut auf den Boden und vollendete den spektakulären TKO-Sieg unter dem Jubel der Fans.
Auch Raul Lemberanskij unterstrich seine Ambitionen. Gegen den slowakischen Routinier Roman Paulus überzeugte der aserbaidschanisch-deutsche Fighter über drei Runden mit schnelleren, härteren Händen und enormem Siegeswillen. Die Punktrichter werteten das Duell einstimmig für Lemberanskij, der seine beeindruckende Profibilanz damit auf 10:0 ausbaute.
Für ein blitzschnelles Highlight sorgte Tamerlan Dulatov. Als Top-Favorit angetreten, benötigte er gegen den kroatischen Debütanten Nikola Jankovič nicht einmal eineinhalb Minuten. Mit einem perfekt angesetzten Triangle Choke zwang Dulatov seinen Kontrahenten zur Aufgabe und unterstrich einmal mehr seinen Ruf als Submission-Spezialist.
Im Anschluss stellte Jamie Cordero seine Topform unter Beweis. Gegen den zähen Slowaken Róbert Pukač entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch. Die Vorentscheidung fiel, als Cordero das linke Auge seines Gegners mit einem harten Wirkungstreffer schwer erwischte. Cordero erhöhte unbarmherzig den Druck, bis der Ringrichter den ungleichen Kampf nach 3:55 Minuten stoppen musste – der sechste Sieg in Folge für den Deutschen!

Eine kuriose Unterbrechung erlebte Deniz Ilbay: Nach nur einer Minute im Kampf gegen Hugo Vach fiel im Stadion kurzzeitig der Strom aus. Ilbay ließ sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Nach dem Re-Start deckte er seinen Gegner mit schweren Wirkungstreffern ein, schickte Vach gleich zweimal auf den Boden und erzwang noch in der ersten Runde den vorzeitigen Abbruch.
Einen denkwürdigen Auftritt legte auch Edmon Avagyan hin. Im Stand-and-Bang-Duell (Boxen mit kleinen Handschuhen) dominierte der deutsche Content Creator und Fighter seinen weit erfahreneren Gegner Dominic Schober nach Belieben. Nach dem dritten Anzählen stand Avagyans TKO-Sieg bereits in Runde eins fest. Das spätere Highlight gehörte dennoch Schober: Trotz der Niederlage hielt er im Käfig um die Hand seiner Freundin an – und bekam unter dem Applaus der Zuschauer ein "Ja".
Durič schlägt UFC-Veteran, Coga siegt im deutschen Duell
Einen reifen und taktisch glänzenden Auftritt zeigte Fedor Durič. Gegen den international erfahrenen Ex-UFC-Profi Marc Diakiese bot Durič über drei Runden einen packenden Mix aus Boden- und Standkampf. Nach 15 harten Minuten belohnten ihn die Punktrichter mit einem verdienten Punktsieg, den die Frankfurter Fans lautstark feierten.
Spannung pur bot auch das rein deutsche Aufeinandertreffen zwischen Max Coga und Christian Jungwirth. Nach fast zweijähriger Ringpause feierte Coga ein emotionales Comeback. Beide Kämpfer schenkten sich in einem wilden, mitreißenden Schlagabtausch keinen Millimeter. Am Ende sahen die Punktrichter Coga hauchdünn vorne, der damit ein gelungenes Erstarken im Octagon feierte.

Vémolas erfolgreiches Comeback – Kozma bringt Stadion zum Schweigen
Auch die tschechische MMA-Legende Karlos Vémola trat in Frankfurt aus dem Ruhestand an. Das deutsche Toptalent Frédéric Vosgröne verlangte dem "Terminator" zwar alles ab, am Ende setzte sich Vémolas Erfahrung jedoch durch: Ende der zweiten Runde beendete Vémola den Kampf durch Ground-and-Pound und fügte Vosgröne die erste Profi-Niederlage zu.
Der dramatische Höhepunkt des Abends gehörte schließlich dem Hauptkampf von Deutschlands Publikumsliebling Christian Eckerlin. Als "King of Germany" von den Rängen gefeiert, traf Eckerlin auf David Kozma. Der Tscheche suchte von Beginn an den Weg auf den Boden. Zwei Sekunden vor Ende der ersten Runde passierte das Unfassbare: Kozma erwischte Eckerlin in einem Würgegriff (Rear-Naked Choke), setzte den Aufgabegriff durch und brachte den vollen Deutsche Bank Park mit einem Schlag zum Schweigen.
