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Neuer sagt Servus und hat ein letztes Mal "alle Ziele" - Thronfolger wartet

Manuel Neuer beim Training der Bayern in Rottach Egern.
Manuel Neuer beim Training der Bayern in Rottach Egern.ČTK / imago sportfotodienst / Frank Hoermann / SVEN SIMON

Manuel Neuer geht in seine letzte Saison - mit großen Zielen und breiter familiärer Unterstützung.

Der kleine Luca saß fröhlich auf dem Arm von Papa Manuel Neuer. Dass sein berühmter Vater gerade sein letztes Jahr als Fußballprofi angekündigt hatte, hatte der Knirps zwar nicht mitbekommen, er spielte da noch vergnügt mit Neuer-Erbe Jonas Urbig. Auf noch mehr gemeinsame Familienzeit schien sich Luca Neuer aber sehr zu freuen.

"Es sieht schon stark danach aus, dass ich aufhöre", sagte Manuel Neuer im Stadion am Birkenmoos von Rottach-Egern, für seine Abschiedserklärung hatte er sich aus dem nahen Wohnort Tegernsee familiäre Unterstützung mitgebracht: Neben dem zweijährigen Luca, der in Torwartkluft mit der Nummer 1 und dem Schriftzug "Papa" auflief, stand dem Kapitän des FC Bayern seine hochschwangere Ehefrau Anika zur Seite. Gemeinsam verfolgten sie, wie Neuer seine letzte Vorbereitung in Angriff nahm.

Eine Abschiedstournee plant der WM-Rekordtorhüter allerdings nicht, wie er vor zahlreichen Reportern betonte. "Also ich spiele nicht die Spiele, um zu sagen, das ist jetzt so mein letztes Spiel. Egal, ob ich jetzt vielleicht in dem einen oder anderen Stadion das letzte Mal gewesen bin." Vielmehr hofft der Jetzt-wirklich-nicht-mehr-Nationaltorwart nach der bitteren WM-Enttäuschung ("Wir haben uns alle mehr erhofft") auf ein letztes Hurra.

"Wir haben alle Ziele, die man erreichen kann", betonte der Spielführer des Doublesiegers, der auch auf seinen dritten Champions-League-Triumph nach 2013 und 2020 schielt. "Wir wollen alle schlagen, dafür haben wir die Spieler in der Mannschaft", ergänzte der 40-Jährige: Die Motivation sei riesig, "noch mal mehr zu erreichen als in der letzten Saison".

Langsamer Übergang zu Urbig

Die neue Spielzeit wird Neuers 21. in der Bundesliga. Beinahe, berichtete er, hätte er schon vorher Schluss gemacht. "Ich hätte vielleicht in 85 Prozent der Fälle aufgehört, aber in dieser Mannschaft und mit dem Staff und dem Trainerteam macht es einfach Spaß", sagte er. Unter Trainer Vincent Kompany fällt es ihm offensichtlich nicht schwer, sich noch einmal zu motivieren. Das ganze Team "und die Struktur, wie wir sie im Verein haben", hätten die 15 Prozent ergeben, die den Ausschlag gaben, "wo ich gesagt habe, ich muss auf jeden Fall weitermachen", betonte Neuer.

Denn der Kapitän sieht die Seinen bestens aufgestellt. "Ich glaube, dass die Neuzugänge auch nochmal genug Power mitbringen, dass sie uns weiterbringen", sagte er über die WM-Entdeckung Ismael Saibari und Nationalspieler Nathaniel Brown, der am Mittwoch im Trainingslager vorgestellt wurde.

Sich selbst hält Neuer ebenfalls noch für gut genug, um wieder um alle Titel mitzuspielen. "Ich mache das für mich persönlich", sagte er, "und weil ich auch in der Lage bin, der Mannschaft immer zu helfen." Außerdem genieße er "die Unterstützung aus meinem Familien- und Freundeskreis".

Nachfolger Urbig darf sich übrigens längst dazu zählen. Als der Mini-Neuer zu ihm auf den Platz lief, breitete der 22-Jährige die Arme aus und rief: "Hey Luca, mein Bester!" Dessen Papa wird Urbig großzügig weitere Einsätze zugestehen. "Ich denke, dass es ähnlich laufen wird wie in der letzten Saison", sagte er, dann genoss er die Zeit mit dem kleinen Luca und seiner Anika.