Denn: Wenn in Budapest erstmals das neue Prestigeprojekt von Präsident Sebastian Coe an den Start geht, entscheidet das Council des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics auch über die Vergabe der traditionellen Weltmeisterschaften in den Jahren 2029 und 2031. Und München macht sich große Hoffnungen auf einen Zuschlag.
"München 2029 wäre ein Traum", sagt Zehnkampf-Held Leo Neugebauer, der wie die anderen deutschen Stars natürlich die Daumen drückt, dass 20 Jahre nach den Usain-Bolt-Festspielen von Berlin wieder Titelkämpfe in Deutschland stattfinden. Doch mit London und Rom ist die Konkurrenz groß, zudem könnte Nairobi als erste Stadt in Afrika eine WM ausrichten.
München hat viel Werbung für sich gemacht, eine WM würde dann im frisch renovierten Olympiastadion ausgetragen werden, die Stadt plant derzeit mit Kosten in Höhe von rund 107 Millionen Euro für 2029 und etwa 110 Millionen Euro für 2031.
"Wie cool wäre das, wenn wir 20 Jahre" nach den 9,58 Sekunden von Bolt "in Deutschland einen neuen Sprintweltrekord sehen bei den Männern", sagt Gina Lückenkemper, die beim EM-Fest 2022 Gold über 100 m geholt hatte und sich zuletzt beim Weltverband mit einem zehnminütigen Vortrag für München ins Zeug legte. Und Mittelstrecken-Läufer Robert Farken wird bei der Aussicht auf eine Heim-WM sogar ganz poetisch: "Das wäre mir ein inneres Blumenpflücken".
Fünf deutsche Athleten bei Ultimate Championship
Die Entscheidung soll am kommenden Dienstag offiziell verkündet werden, vorher steht das erstmals ausgetragene Hochglanz-Event Ultimate Championship (Livestreams auf sportschau.de) auf dem Programm. "Das sind drei Tage mit den Besten der Besten, ein Gamechanger für unseren Sport", sagt Coe: "Wir wollen den Fans Leichtathletik zeigen, wie sie sie noch nie zuvor gesehen haben." Bolt wurde dafür als "Ultimate Legend" und Werbegesicht eingekauft.
Die Macher wollten ein kompaktes, fernsehfreundliches Format mit nur 28 Entscheidungen in drei Tagen schaffen, so wurden beispielsweise der Zehnkampf, Kugelstoßen, Diskuswurf oder Marathon gestrichen. Angeführt von Speer-Europameister Julian Weber sind nur fünf deutsche Athleten am Start sowie die Mixed-Staffel über 4x100 m.
Gerade für die Sprintstars Oblique Seville (Jamaika) oder Melissa Jefferson-Wooden (USA) sowie Stab-Überflieger Armand Duplantis (Schweden) steht am Saisonende noch einmal ein großer Zahltag an - nie zuvor in der Leichtathletik wurde ein so hohes Preisgeld ausgeschüttet. Zusammen werden die Athleten zehn Millionen US-Dollar verdienen, jeder Sieger einer Einzeldisziplin erhält zum Beispiel 150.000 US-Dollar. "Sagen wir es so: Ich hätte liebend gern selbst mitgemacht", sagt Bolt.
