Olympiasieger Märtens will mehr: Schwimm-EM ist "Ansporn genug"

Märtens hat sich ans Siegen gewöhnt
Märtens hat sich ans Siegen gewöhntAndreas Gora / DPA / dpa Picture-Alliance via AFP / Profimedia

Lukas Märtens präsentiert sich bei der DM weiter in Top-Form - und sieht vor der EM noch Steigerungspotenzial.

Eigentlich könnte Lukas Märtens das Jahr ohne die ganz großen Highlights entspannt angehen. Keine WM, keine Olympischen Spiele, "nur" eine Europameisterschaft. Und gewonnen hat er ohnehin schon alles, was es zu gewinnen gibt.

Ein Grund, sich zurückzulehnen, ist das für den ehrgeizigen Schwimmstar aber keineswegs. Bei den deutschen Meisterschaften unterstrich der Olympiasieger im Becken von Berlin seine Ambitionen – denn er will mehr.

Weltjahresbestleistung

"Ich hoffe, da geht noch einiges", betonte Märtens: "Es ist eine EM in Paris, mehr muss man dazu eigentlich gar nicht sagen. Das ist schon Ansporn genug, sich da vielleicht noch mal auf ein neues Level zu heben." Auf den 400 m Freistil deutete Märtens am Donnerstagabend drei Monate vor dem Saisonhöhepunkt bereits an, dass es ihm ernst ist.

In 3:41,76 Minuten kratzte er an der Weltjahresbestleistung des Chinesen Zhang Zhanshuo (3:41,55). "Um ehrlich zu sein, hatte ich es gehofft, aber ich hätte nicht gedacht, dass es klappt", meinte Weltrekordhalter Märtens mit Blick auf seine starke Zeit. 

Zuvor war der 24-Jährige bei Meetings in China und Norwegen schon sehr schnell unterwegs gewesen, in Berlin toppte er die Leistungen trotz Reisestress und einer zwischenzeitlichen Erkältung.

"Qual der Wahl"

Um seine Reiseplanung für Paris muss sich Märtens aber ohnehin keine Sorgen mehr machen. Die Rückkehr in die Stadt, in der er bei den Sommerspielen 2024 seinen bislang größten Erfolg feierte, steht jetzt schon fest – und wieder einmal hat er dabei eher ein Luxusproblem.

Mit WM-Gold und -Bronze 2025 ist er auf den 400 und 800 m Freistil jeweils gesetzt, zudem knackte er die Norm über die 200 m schon in diesem Jahr, und im Rückenschwimmen hatte er sich kürzlich über die gleiche Distanz mit deutscher Rekordzeit für die europäischen Titelkämpfe in Stellung gebracht.

"Ich habe die Qual der Wahl", sagte Märtens angesichts seines möglichen EM-Programms und lachte. Mindestens eine Medaille ist das große Ziel, 2022 hatte er sich über 400 m schon einmal zum Europameister gekrönt.


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