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Federer adelt Sinner und Alcaraz: "Jannik ist der Beste, Carlos ein Genie"

Roger Federer
Roger FedererHenry NICHOLLS / AFP / AFP / Profimedia

Tennis-Legende Roger Federer spricht beim Laver Cup in London über den Weltranglistenersten Jannik Sinner und adelt ihn: "Er ist momentan der Beste." Zudem findet er lobende Worte für Carlos Alcaraz, Alexander Zverev sowie die Youngster Rafael Jodar und Learner Tien und erinnert sich an seinen Abschied vom Tennis an der Seite von Rafael Nadal.

Federer beobachtet das heutige Tennis aus einer privilegierten Position. In London ist der Schweizer beim Laver Cup dabei – dem Turnier, das er gemeinsam mit seinem langjährigen Manager Tony Godsick mit ins Leben gerufen hat. Dort sprach er über die Top-Protagonisten der Tour – von Sinner und Alcaraz bis hin zu Zverev und den Youngstern, die sich dahinter ihren Platz erkämpfen wollen.

Sein Urteil über Sinner hatte Federer bereits vor Beginn der Veranstaltung abgegeben: "Mit seinen Siegen in diesem Jahr hat er bewiesen, dass er momentan der Beste ist. Jetzt ist er verletzt, aber bis dahin hat er großartiges Tennis gespielt." Ein großes Lob von jemandem, der die Tour fast 20 Jahre lang dominiert hat.

Federer: "Alcaraz ist ein Genie"

In der O2 Arena soll Alcaraz Team Europa anführen. Federer macht keinen Hehl daraus, wie gern er ihn spielen sieht: "Ihm zuzusehen, ist einfach ein Vergnügen. Dieser Junge ist ein Genie auf dem Platz. Es ist unglaublich, wie viele verschiedene Schläge er kreieren kann."

Genau dieser Reichtum an Möglichkeiten kann laut dem Schweizer manchmal auch zum Problem werden: "Manchmal hat er sogar zu viele Möglichkeiten und kann sich am Ende in all diesen Optionen ein wenig verlieren. Ich hoffe, dass diese Tage in London ihm und allen anderen für den Rest der Saison Auftrieb geben."

Für Federer ist der Laver Cup auch genau dafür da. Spieler, die fast das ganze Jahr über als Gegner aufeinandertreffen, stehen für einige Tage auf derselben Seite: "Im Tennis gibt es nicht viele Mannschaftswettbewerbe. Hier kann Alcaraz mit Zverev, (Rafael) Jodar und (Jakub) Mensik zusammenspielen und eine Woche mit Yannick Noah verbringen. Auf der anderen Seite ist (Andre) Agassi. Das sind zwei Persönlichkeiten, die inspirieren können."

Zverev und der endlich befolgte Rat

Zu den Spielern, die Federer weiterhin besonders aufmerksam verfolgt, gehört auch Zverev. Der Deutsche kommt zum Laver Cup, nachdem er endlich zwei Grand-Slam-Titel gewonnen hat.

Der Schweizer erinnert sich daran, ihn in Wimbledon aus nächster Nähe beobachtet zu haben: "In diesem Jahr saß ich in der Royal Box und habe ihn gegen Lehecka spielen sehen. Ich dachte, dass er wirklich sehr gut spielt. Schon seit Längerem habe ich ihm gesagt, dass er den Ball von der Grundlinie härter schlagen sollte – und endlich macht er es."

Federer freut sich auch, ihn bei einem Wettbewerb wiederzusehen, den der Deutsche bereits seit den ersten Ausgaben unterstützt: "Es ist großartig, ihn wieder hier zu haben. Er war von Anfang an einer der größten Unterstützer des Laver Cups."

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Jodar und Tien, die Youngster, die Federer beeindruckt haben

Es geht nicht nur um die großen Namen. Federer nutzte die Tage in London, um auch weniger bekannten Spielern wie Jodar und Learner Tien aus nächster Nähe zuzusehen.

"Ich habe sie noch nie live spielen sehen, aber sie haben mich sehr beeindruckt", erklärte er: "Für diejenigen, die nur Alcaraz, Sinner und Djokovic verfolgen, geraten sie vielleicht ein wenig aus dem Blickfeld – und das kann ich verstehen. Aber sie sind sehr stark und haben das Potenzial, Spuren zu hinterlassen."

Auch für sie kann der Laver Cup eine Abwechslung zum gewohnten Turnieralltag sein: "Hier können sie eine Atmosphäre erleben, die der bei einem Grand Slam ähnelt – mit den Kapitänen, dem Druck und den Teamkollegen, die sie beobachten. Ich hoffe, dass es ihnen hilft."

Die Erinnerung an den Abschied mit Nadal

London ist unweigerlich auch der Ort des letzten Matches in Federers Karriere. Vor vier Jahren verabschiedete er sich beim Laver Cup vom Tennis und spielte gemeinsam mit Nadal Doppel.

Wehmut verspüre er heute nicht, versichert der Schweizer: "Wenn ich die Augen schließe, denke ich an das Doppel mit Rafa, an Ellie Goulding, die gesungen hat, und daran, wie ich Nadal irgendwann an der Hand hielt – wenn auch nur für eine Sekunde. Das sind Momente, die ich nie vergessen werde."

Dieses Finale war für Federer beinahe besser, als er es sich hätte vorstellen können: "Ich bin glücklich, weil es mir ermöglicht hat, meine Karriere viel besser zu beenden, als ich gedacht hatte."

Inzwischen ist auch die Aufnahme in die Hall of Fame erfolgt. Federer scherzt und erinnert sich an Andre Agassi: "Als ich den 19. Slam gewonnen habe, dachte er: 'Ah, er hat es geschafft ...' Tatsächlich hatte ich den Verdacht, dass ich aufgenommen werden könnte."

Dann wird er wieder ernst: "Sie hat mir die Möglichkeit gegeben, all jenen meine Dankbarkeit zu zeigen, die mich unterstützt haben – von meiner Familie und meinen Eltern bis hin zu meinen Idolen."

Und was den Laver Cup betrifft, versucht Federer zumindest beim Anfeuern gar nicht erst, seine Parteilichkeit zu verbergen: "Ich habe für Team Europa gespielt, ich habe keine Wahl. Ich schäme mich nicht zu sagen, dass ich ganz auf ihrer Seite stehe.

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