Nach monatelangen Diskussionen und dutzend neuen Fitness-Updates ist es am Sonntag (19 Uhr/MESZ) endlich soweit: Manuel Neuer wird sein Comeback im Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft geben – exakt 709 Tage nach seinem 124. und bislang letzten Länderspiel für Deutschland.
Dass Neuer mit Wadenproblemen zu kämpfen hat und vor der Auftaktbegegnung gegen Cuaracao keine Einsatzzeit bekommen hat, stellt für DFB-Trainer Julian Nagelsmann kein Problem dar. "Er muss sich in seinem Alter nicht eingewöhnen. Er kommt mit der Drucksituation klar", stellte der Coach fest.

Es gibt auch Zweifel
Neuers kurzfristiges Comeback ging nicht ohne öffentliche Kritik über die Bühne. Dass Oliver Baumann während der gesamten WM-Qualifikation gesetzt war und auch bei den Testspielen gegen Finnland (4:0) als auch die Generalprobe gegen die USA (2:1) im deutschen Kasten stand, sorgte bei manchen Experetn für Stirnrunzeln.

Die Entscheidung hätte "mit mehr Klarheit kommuniziert werden müssen", stellte etwa der ehemalige Nationaltorhüter René Adler fest. "Das war nicht sauber", erläuterte der ZDF-Experte.
Neuer hatte sein bislang letztes Länderspiel beim Viertelfinal-Aus bei der Heim-EM 2024 gegen den späteren Europameister Spanien (1:2 n.V.) bestritten. Danach war er aus der Nationalelf zurückgetreten. Mit dem Curacao-Spiel wird er zum ältesten deutschen Nationalspieler der Geschichte.
Match-Center: Deutschland vs. Curacao
Gegen Neuer kommen auch Superstars ins Schwitzen
Doch natürlich weiß auch er um die unfassbare Aura von Manuel Neuer bescheid. Bereits 2010, als Deutschland furiosen Offensivfußball spielte und bis ins Halbfinale kam, spielte der fünffache Welttorhüter eine wichtige Rolle. Beim Titelgewinn vier Jahre später wurde aus Neuer endgültig ein Mythos.

Sein spektakulärer Auftritt im Achtelfinale gegen Algerien veränderte das Torwartspiel für immer. Neuer mutierte zum Libero, lief wagemutig aus seinem Kasten, ließ sein fußballerisches Können aufblitzen und unterband somit die gefährlichen Konter des Gegners – womit er schließlich den Weg zur vierten WM-Trophäe für Deutschland ebnete.
Obwohl er im Alter von 40 Jahren seltener ins Risiko geht als noch in früheren Tagen und regelmäßig mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hat: Seine Klasse ist unumstritten. Sein Auftritt im Viertelfinale gegen Real Madrid, als er Kylian Mbappé und Vinicius Junior mit dutzenden Weltklasse-Paraden zur Verzweiflung brachte, ist ausreichend Beweis.
"Wenn ein Vinicius alleine auf Manu zuläuft", sagte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, "hat er schon einen kleinen Strich in der Hose." Jonathan Tah bestätigte das: "Man hat einfach diese Ehrfurcht: Das ist Manuel Neuer."

