Albert Riera über Frankfurt-Aus: "Wie Brad Pitt und Angelina Jolie"

Albert Riera gibt der Eintracht die Schuld.
Albert Riera gibt der Eintracht die Schuld. ČTK / imago sportfotodienst / BEAUTIFUL SPORTS/Gawlik

Albert Riera hat einen guten Monat nach seiner Entlassung als Trainer von Eintracht Frankfurt deutliche Vorwürfe gegen seinen Ex-Verein erhoben und sieht die Schuld für das Scheitern exklusiv bei seinem Ex-Klub. "Ich weiß nicht, ob es jemand besser gemacht hätte, wir werden es nie erfahren", sagte der Spanier in einem Interview mit dem TV-Sender Sportklub in seiner früheren Wahlheimat Slowenien.

"Die Vereinspolitik sieht vor, dass der Trainer keinen Einfluss auf Scouting und die Mannschaftszusammensetzung hat. Das ist nicht das richtige Umfeld für mich, und ich wusste, dass wir langfristig nicht zusammenarbeiten können", sagte Riera, der im Mai nach nur dreieinhalb Monaten gehen musste. Dem Verein seien "Namen wichtiger als Ergebnisse" gewesen, sagte Riera.

Der frühere Liverpool-Profi, der in seiner Eintracht-Zeit regelmäßig mit skurrilen Äußerungen in Pressekonferenzen aufgefallen war, knüpfte daran bei Sportklub an. Dort verglich er seine Beziehung zur Eintracht mit jener zwischen "der hinreißenden Angelina Jolie und dem charmanten Brad Pitt". "Beide sind wunderbar, aber sie passen einfach nicht zusammen", sagte Riera: "Warum? Weil es nicht nur auf Äußerlichkeiten ankommt, sondern auf die kleinen Details, die darüber entscheiden, ob etwas funktioniert oder nicht. Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort."

Einwandfreies Verhältnis zu Krösche

An seinen früheren Spielern ließ er kein gutes Haar: "Es liegt nicht daran, dass Frankfurt schlechte Spieler hat, ganz im Gegenteil", sagte der 44-Jährige: "Aber es gibt keinen einzigen Spieler in dieser Mannschaft, den ich für mein nächstes Projekt mitnehmen würde. In Celje gibt es mehr Spieler, die ich für meinen nächsten Verein wählen würde als bei Eintracht Frankfurt."

Man habe sich "im Guten getrennt, ohne jegliche Probleme", behauptet Riera, der auch wegen seiner Mannschaftsführung in der Kritik stand: "Ich kam, als die Mannschaft Achter war, und ging, als sie ebenfalls Achter war. Natürlich sind das keine herausragenden Ergebnisse, sondern durchschnittliche. Aber bevor ich kam, hatte die Mannschaft in 13 Spielen nur einmal gewonnen."

Sein Verhältnis zu Markus Krösche sei einwandfrei gewesen. "Ich kann nur Gutes über den Sportdirektor sagen, der mich geholt hat. Wir haben gut zusammengearbeitet, selbst unser letztes Gespräch vor der Trennung verlief positiv", sagte Riera: "Er schätzte meine Arbeit und meine Denkweise, brachte sein Vertrauen zum Ausdruck, dass ich in Zukunft große Vereine trainieren würde."