"Ich bin schuld, ich bin alles schuld!", haderte Star-Quarterback Jalen Hurts nach dem 19:23 im Lincoln Financial Field, Philadelphias erster Play-off-Heimpleite seit sechs Jahren, und klopfte sich ostentativ auf die Brust. Und sicher, der Mann mit dem Mea Culpa hatte einen ausnehmend schwarzen Tag erwischt: Magere 168 Pass-Yards, ein Touchdown, nur fünf Läufe über 14 Yards, dazu der finale Fehlpass 43 Sekunden vor Schluss.
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Das Aus aber nur an Hurts festzumachen, dem MVP des Super Bowl 2025 mit dem berauschenden 40:22 gegen die Kansas City Chiefs, greift zu kurz. "Es wird die Zeit kommen, dass wir die Leistung eines jeden bewerten werden", sagte Sirianni.
Brown erneut enttäuschend
Schließlich lief fast die gesamte Saison ruckelig, die beiden Pleiten gegen Denver und die New York Giants im Oktober legten bereits die Eagles-Schwächen offen, ebenso im Spätherbst die drei Niederlagen in Serie gegen Dallas, Chicago und die Los Angeles Chargers. Die spektakuläre Offensive des Vorjahres um Running-Back-Tausendsassa Saquon Barkley: ein Schatten der Titelsaison.
An zwei wichtigen Offensivstatistiken lässt sich der Niedergang ablesen: Bei den erzielten Punkten ging es von Platz sieben auf 20 ligaweit abwärts, bei den Gesamt-Yards pro Spiel von acht auf 24. Barkleys Touchdowns und Yards halbierten sich nahezu, A.J. Brown war nicht nur gegen die 49ers eine Enttäuschung.
Da half es auch nicht, dass Sirianni seinem Co-Streithahn schnell verzieh. "Er hat die besten Hände, die ich je gesehen habe", sagte der Headcoach. Auch in dem Wissen, dass er mit Brown (29/Vertrag bis 2030) wie Barkley (29/2029) wohl weiter zusammenarbeiten muss. Wenn er denn weiterarbeiten darf: Seine konsequente Treue zum harsch kritisierten Offensive Coordinator Kevin Patullo könnte zum Problem werden.
Das Eagles-Aus zeigt jedenfalls, wie knüppelhart es ist, den Super-Bowl-Triumph im Folgejahr zu wiederholen: In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist dies nur den Chiefs (2023/2024) gelungen.
49ers "kämpfen einfach immer"
Der designierte Ex-Champion sperrte sein Stadion frustriert zu, sein Besieger verließ es mit schalem Siegesgefühl. Die 49ers hatten den Viertelfinal-Einzug teuer bezahlt: Star-Tight-End George Kittle, schon oft von Verletzungen gebeutelt, riss die Achillessehne. Nach üblen Blessuren von Topleuten wie Nick Bosa und Fred Warner setzte sich die Seuche des fünfmaligen Meisters, der seine drei jüngsten Super Bowls verloren hat, fort.
"Ich liebe dieses Team so sehr", sagte Running Back Christian McCaffrey, der mit zwei Touchdowns überragte und nun mit "Red and Gold" am kommenden Samstag auf die Seattle Seahawks trifft: "Wir kämpfen einfach immer." Jedoch anderweitig als die Eagles.
