Im "Endspiel" der AFC North geht es für beide Teams in der Nacht zu Montag (2.20 Uhr MEZ) um alles oder nichts. Sollte sich Rodgers mit den Steelers im direkten Duell mit dem Konkurrenten den Titel in der Division sichern, würde es für ihn in der Endrunde ohnehin erst einmal weitergehen. Doch auch bei einer Niederlage und dem damit verbundenen Saison-Aus ist die sportliche Rente von Rodgers noch lange nicht besiegelt.
Zum Match-Center: Pittsburgh Steelers vs. Baltimore Ravens
Noch im vergangenen Juni hatte der viermalige Liga-MVP in der Pat McAfee Show erklärt, er sei sich "ziemlich sicher", dass er aufhören werde. Mittlerweile klingt das anders. "Wann auch immer die Saison endet, werde ich ein Free Agent sein", sagte Rodgers zuletzt. Es werde sicher "ein oder zwei" Optionen geben, "wenn ich entscheide, dass ich noch weiterspielen will".
Rodgers enttäuscht bei erstem Playoff-Matchball
Das könnte dauern, denn für schnelle Entscheidungen ist der umstrittene NFL-Profi wahrlich nicht bekannt. Fast drei Monate dauerte seine Denkpause, ehe er bei den Steelers anheuerte. Zwei Jahre zuvor hatte er in einer mehrtägigen Isolation ("darkness retreat") über seine Zukunft gegrübelt und sich schließlich zum einem Wechsel von den Green Bay Packers zu den New York Jets entschlossen.
Mit einem Erfolg gegen die Ravens könnte er die Zukunftsfrage vorerst vertagen. Ein Selbstläufer wird das aber keineswegs. Schon den ersten Matchball für die Play-off-Teilnahme hatte Pittsburgh bei den Cleveland Browns (6:13), die bis dato nur drei ihrer 15 Saisonspiele gewonnen hatten, spektakulär vergeben. Rodgers brachte dabei nur 53,8 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler.
Zudem meldete sich bei den Ravens Lamar Jackson pünktlich vor dem Aufeinandertreffen im Acrisure Stadium wieder fit. "Zu 100 Prozent", versicherte der Star-Quarterback, der während der Saison immer wieder angeschlagen war und zuletzt an einer Rückenverletzung laborierte: "Ich werde dabei sein." Die NFL-Krone fehlt dem zweimaligen MVP noch, doch der große Traum droht mit den zu Beginn der Saison hochgehandelten Ravens früh zu platzen. In jedem Fall wird ein Star der Liga das Spielfeld tief enttäuscht verlassen.
