"Geh raus!" – Max Verstappen schmeißt Journalisten aus Medienrunde

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Max Verstappen befindet sich im Clinch mit Giles Richards
Max Verstappen befindet sich im Clinch mit Giles RichardsREUTERS/Issei Kato

Max Verstappen schritt sofort ein. "Eine Sekunde. Ich sage nichts, bevor er gegangen ist", sagte der niederländische Formel-1-Star zu Beginn einer Medienrunde in Suzuka - und meinte damit den Journalisten Giles Richards vom britischen Guardian. "Ich? Ernsthaft?", antwortete dieser völlig überrascht: "Wegen der Frage, die ich dir in Abu Dhabi gestellt habe? Wegen Spanien?" Doch der Red-Bull-Pilot blieb knallhart: "Geh raus!"

Beim vergangenen Saisonfinale in Abu Dhabi hatte Richards Max Verstappen gefragt, ob dieser eine Aktion gegen den britischen Mercedes-Piloten George Russell beim Grand Prix in Barcelona bereuen würde, die Monate zurücklag.

Nach einem Zusammenstoß war der Niederländer damals von seinem Renningenieur gebeten worden, die Position zurückzugeben, da er im Duell abgekürzt hatte. Das gefiel dem viermaligen Weltmeister gar nicht. Zwar ließ er Russell vorbei, krachte dann aber kurz darauf in dessen Auto hinein.

Verstappen kassierte eine Zehn-Sekunden-Strafe, fiel von Rang fünf auf den zehnten Platz zurück – und verlor damit neun wichtige Punkte im Titelrennen gegenüber dem späteren Weltmeister Lando Norris. Am Ende lag Verstappen lediglich zwei Zähler hinter dem McLaren-Fahrer.

Schon in Abu Dhabi hatte Verstappen genervt auf die Frage des Guardian-Journalisten reagiert, nun erreichte der persönliche Konflikt die nächste Stufe. Nachdem Richards den Raum verlassen hatte, stand Verstappen dann Rede und Antwort: "Jetzt können wir anfangen."

Großer Rückstand auf die Spitze

In der noch jungen Saison liegt Verstappen vor dem Großen Preis von Japan am Sonntag (7 Uhr/Sky) lediglich auf Rang acht in der WM-Wertung, der Rückstand zu Spitzenreiter Russell beträgt bereits 43 Zähler. Immer wieder motzt der 28-Jährige über das neue Reglement, mit dem er noch gar nichts anfangen kann.

Die neuen Hybridmotoren mit dem hohen Elektroanteil seien ein "Witz", wer so etwas gut fände, habe "keine Ahnung vom Rennsport", hatte Verstappen nach dem Grand Prix von China gesagt. Dass das eigene Auto im Vergleich zu Mercedes und Ferrari bislang völlig chancenlos war und auch in Suzuka wohl nur hinterherfahren wird, spiele dabei keine Rolle. "Das würde ich auch sagen, wenn ich gewinnen würde."