NBA: Dauersirene, Fan-Ärger und Schröder-Niederlage – Jokic triezt Hartenstein

Dennis Schröder musste mit Cleveland die nächste Niederlage einstecken.
Dennis Schröder musste mit Cleveland die nächste Niederlage einstecken.David Richard-Imagn Images via REUTERS

Eine dauerhaft dröhnende Sirene, hitzige Gespräche am Spielfeldrand - und am Ende die nächste Niederlage für Dennis Schröder und die Cleveland Cavaliers: Der deutsche Basketball-Weltmeister hat mit seinem NBA-Team an einem wilden Abend das Top-Duell der Eastern Conference verloren. Im schwierigen Auswärtsspiel bei den Detroit Pistons hieß es am Ende 119:122 nach Verlängerung, Schröder stand in der Startformation und kam auf 12 Punkte und 9 Assists.

Detroit Pistons 122:119 (OT) Cleveland Cavaliers

Es war ein enges Duell auf Augenhöhe. Mit dem Sieg festigte Detroit die Führung im Osten, für die eigentlich seit Wochen starken Cavaliers war es die dritte Niederlage aus den vergangenen vier Spielen - der Abend bleibt aber auch aus anderen Gründen in Erinnerung. Im dritten Viertel musste die Begegnung für mehr als 10 Minuten unterbrochen werden, weil die Hallensirene dauerhaft ertönte. Ursache war offenbar eine Störung der Anzeigetafel unter dem Hallendach, die Sirene sollte eigentlich nur das Ende der Auszeit signalisieren, doch sie dröhnte immer weiter. Letztlich wurde die Anzeigetafel abgeschaltet, um das Problem zu lösen.

Im vierten Viertel stand dann Schröder unfreiwillig im Mittelpunkt. Es wirkte, als sei der Deutsche von einem Fan in der ersten Reihe beleidigt worden, Schröder jedenfalls suchte das Gespräch mit Pistons-Coach J.B. Bickerstaff, der immer wieder "tell me what he said" ("Sag' mir, was er gesagt hat") rief. Wenig später wurde der Fan vom Sicherheitsdienst aus der Halle gebracht, das Spiel lief weiter. Was genau vorgefallen war, teilten die Teams nicht mit.

Die Cavaliers mussten zum zweiten Mal in Folge auf James Harden (gebrochener Daumen) und Donovan Mitchell (Leiste) verzichten. Schon am kommenden Dienstag treffen beide Mannschaften in Cleveland wieder aufeinander.

Oklahoma City Thunder 127:121 (OT) Denver Nuggets

Auch das Topspiel der Western Conference ging in die Overtime, Spitzenreiter Oklahoma City Thunder gewann gegen die Denver Nuggets 127:121. Ein Spiel auf Playoff-Niveau, geprägt von Intensität, Emotionen und einem späten Heldenmoment: Dabei stand zunächst Alex Caruso im Fokus – allerdings unfreiwillig, nachdem er in der regulären Spielzeit den möglichen Gamewinner vergab.

Doch der Routinier rehabilitierte sich eindrucksvoll: Mit einem Steal und anschließendem Korbleger in der Overtime brachte er OKC entscheidend in Führung. Überragender Akteur war jedoch Shai Gilgeous-Alexander, der nach neun Spielen Pause mit 36 Punkten, neun Assists und zwei Steals ein starkes Comeback feierte. Auch Chet Holmgren überzeugte mit 15 Punkten, 21 Rebounds und drei Blocks.

Die Partie war von Beginn an hitzig: Vor allem Nikola Jokic geriet früh in mehrere Nickeligkeiten, unter anderem mit DBB-Nationalspieler Isaiah Hartenstein (neun Punkte), Lu Dort und Jaylin Williams. Die physische Gangart gipfelte im vierten Viertel, als Dort Jokic hart zu Boden schickte und dafür ein Flagrant-2-Foul kassierte. Jokic und Williams erhielten jeweils ein Technisches Foul.

Sportlich zeigte OKC große Moral: Nach frühem Rückstand (19:33) leitete Gilgeous-Alexander mit einem dominanten zweiten Viertel die Aufholjagd ein. Im Schlussabschnitt und der Verlängerung übernahm dann das Kollektiv – während Gilgeous-Alexander in der Overtime pausierte, punkteten fünf verschiedene Spieler und sicherten einen der beeindruckendsten Saisonsiege für die Thunder.

Boston Celtics 148:111 Brooklyn Nets

Die Boston Celtics lieferten eine offensive Machtdemonstration ab und fegten die Brooklyn Nets mit 148:111 vom Parkett. Jaylen Brown führte sein Team mit 28 Punkten, neun Assists und sieben Rebounds an, während Nikola Vucevic mit 28 Punkten und 11 Rebounds ein weiteres Double-Double beisteuerte. Boston traf unglaubliche 66,7 % aus dem Feld, versenkte 22 Dreier und erhielt satte 77 Punkte von der Bank.

Die Entscheidung fiel im dritten Viertel, als die Celtics Brooklyn mit 43:26 überrollten und dabei nahezu fehlerfrei spielten (15 von 19 Würfen, 12 Assists). Die Nets, für die Michael Porter Jr. 18 Punkte erzielte, brachen in dieser Phase komplett ein und kamen in den letzten 6:23 Minuten des Viertels nur auf sieben Zähler. Trotz einer soliden ersten Hälfte blieb Brooklyn letztlich chancenlos und kassierte die siebte Niederlage in Serie.

Milwaukee Bucks 98:127 New York Knicks

Die New York Knicks dominierten von Beginn an und feierten einen klaren 127:98-Erfolg gegen die Milwaukee Bucks. Jalen Brunson war der überragende Mann mit 27 Punkten, darunter 22 allein im ersten Viertel – eine Saisonbestmarke für einen Knicks-Spieler in einem Spielabschnitt. OG Anunoby (24 Punkte) sowie Karl-Anthony Towns (17 Punkte, 13 Rebounds) sorgten für weitere offensive Akzente. Insgesamt traf New York starke 21 Dreier bei 50 % Quote.

Milwaukee, das zuvor acht von zehn Spielen gewonnen hatte, wirkte müde im fünften Spiel innerhalb von acht Tagen. Zwar starteten die Bucks solide von außen, doch die Knicks übernahmen schnell die Kontrolle und führten zur Halbzeit bereits mit 77:57. 16 Ballverluste der Bucks führten zu 19 Punkten für New York. Giannis Antetokounmpo fehlte im 14. Spiel in Folge, während Myles Turner (19 Punkte) und Kyle Kuzma (17) die Offensive anführten – jedoch ohne echte Chance auf ein Comeback.

Dallas Mavericks 105:124 Memphis Grizzlies

Die Memphis Grizzlies beendeten ihre Negativserie unterdessen eindrucksvoll und gewannen mit 124:105 bei den Dallas Mavericks. Cam Spencer ragte von der Bank mit 25 Punkten heraus, während Olivier-Maxence Prosper ein Double-Double (16 Punkte, 10 Rebounds) beisteuerte. Trotz zahlreicher Ausfälle (darunter Ja Morant) kontrollierte Memphis die Partie von Anfang bis Ende.

Dallas hielt nur kurz dagegen: Beim Stand von 44:36 im zweiten Viertel schien das Spiel noch offen, doch ein 20:8-Lauf der Grizzlies vor der Pause sorgte für klare Verhältnisse (64:44). Im dritten Viertel wuchs der Vorsprung zeitweise auf 34 Punkte. Die Mavericks, angeführt von Brandon Williams (16 Punkte, 8 Rebounds), verloren ihr siebtes Heimspiel in Serie. Auch das Fehlen von Rookie Cooper Flagg machte sich bemerkbar.