NBA: LeBron bringt Lakers kurz vor Weiterkommen – Spurs siegen trotz Wemby-Ausfall

Jarred Vanderbilt und LeBron James bejubeln den Sieg der Lakers in Spiel 3 gegen die Houston Rockets.
Jarred Vanderbilt und LeBron James bejubeln den Sieg der Lakers in Spiel 3 gegen die Houston Rockets.Michael Wyke / CTK / AP

Die Los Angeles Lakers stehen dank ihres überragenden Superstars LeBron James vor dem Einzug ins Playoff-Viertelfinale der NBA. Der Basketball-Altmeister führte sein Team zum 112:108 in der Verlängerung bei den Houston Rockets. Nach dem dritten Sieg im dritten Spiel der Serie fehlt den Lakers nur noch ein Erfolg zum Weiterkommen.

Houston Rockets 108:112 (OT) Los Angeles Lakers

James (41) riss das Spiel in Abwesenheit des verletzten Luka Doncic an sich, er erzielte 29 Punkte, holte 13 Rebounds und gab sechs Assists. Dabei sah es kurz vor Ende der regulären Spielzeit zappenduster für die Gäste aus L.A. aus: Zwei Ballverluste des "Kings" führten dazu, dass Houston 30 Sekunden vor Schluss mit sechs Punkten führte. Der "Sweep" schien abgewendet, doch dann schlug die Stunde der Routiniers. Mit einem Steal und einem anschließenden Dreier 13,6 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit erzwang er die Verlängerung.

Zuerst verwandelte Marcus Smart nervenstark drei Freiwürfe, nachdem er bei einem Dreier gefoult wurde. Dann folgte der Moment für die Geschichtsbücher: LeBron James klaute dem jungen Reed Sheppard den Ball und versenkte 13 Sekunden vor der Schlusssirene einen komplizierten Dreier zum Ausgleich. 

"Ich versuche einfach, die Gelegenheit zu ergreifen", sagte James bei Prime: "Meine Jungs vertrauen mir, dass ich versuche, Spielzüge zu machen, und ich bin gesegnet, dass ich das tun kann." Ein Aus der Lakers gegen Houston käme nun einem Wunder gleich: Kein Team in der NBA-Geschichte hat einen 0:3-Rückstand in einer Playoff-Serie gedreht.

Während Doncic mit einer Oberschenkelblessur weiter fehlte und auch Austin Reaves mit einer Bauchmuskelverletzung aussetzen musste, kam James' Sohn Bronny - anders als Maximilian Kleber - zum Einsatz. Der 21-Jährige steuerte fünf Punkte zum Sieg bei. Den Rockets, die auf Allstar Kevin Durant verzichten mussten, reichten 33 Punkte und 16 Rebounds des türkischen Vize-Europameisters Alperen Sengün nicht zum Anschluss.

Philadelphia 76ers 100:108 Boston Celtics

Im Osten gingen die Boston Celtics in der Serie gegen die Philadelphia 76ers mit 2:1 in Führung. Beim 108:100 in Philadelphia erzielten Jayson Tatum und Jaylen Brown jeweils 25 Punkte. In einer engen Partie setzte sich Boston im Schlussviertel ab. "Wir waren einfach widerstandsfähig", sagte Tatum. Der 28-Jährige bewies eindrucksvoll, dass seine Achillessehnen-Operation im letzten Mai endgültig Geschichte ist.

Jaylen Brown, der ebenfalls 25 Zähler beisteuerte, avancierte im vierten Viertel zum ultimativen Spielverderber für die Sixers-Fans. Als Philadelphia nach einem furiosen Distanztreffer von Tyrese Maxey kurzzeitig mit 85:84 in Führung ging und die Halle bebte, antwortete Brown mit acht Punkten in Folge. Gemeinsam mit Tatum erzielte er 19 der 29 Celtics-Punkte im Schlussabschnitt – ein Duo, das in dieser Form nur schwer zu stoppen ist, besonders wenn Rollenspieler wie Payton Pritchard (15 Punkte) wichtige Nadelstiche setzen.

Auf Seiten der 76ers schmerzte das Fehlen von Joel Embiid sichtlich. Während der Center sich noch von seiner Blinddarmoperation erholt, versuchten Tyrese Maxey mit bärenstarken 31 Punkten und Paul George (18 Punkte) die Lücke zu füllen. Doch die "Growing Pains", die Wachstumsschmerzen eines jungen Teams in den Playoffs, waren spürbar: Rookie VJ Edgecombe erlebte eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Trotz eines Double-Doubles (10 Punkte, 10 Rebounds) traf er keinen seiner sieben Dreier-Versuche und leistete sich entscheidende Fouls in der Crunchtime.

Am Ende war es die Statistik von draußen, die den Ausschlag gab: Boston versenkte 20 Dreier, Philadelphia lediglich 12. "Sie haben einige sehr gut verteidigte Würfe getroffen, besonders spät im Spiel", resümierte Sixers-Coach Nick Nurse trocken. Die Formel der Serie bleibt simpel: Wer das Duell von der Dreierlinie gewinnt, gewinnt das Spiel. Am Sonntag muss Philadelphia in eigener Halle liefern, um nicht mit dem Rücken zur Wand nach Boston reisen zu müssen.

Portland Trail Blazers 108:120 San Antonio Spurs

Wer braucht schon ein Alien, wenn er einen Schlossherrn hat? Die San Antonio Spurs mussten im wegweisenden dritten Spiel der Erstrundenserie gegen die Portland Trail Blazers auf ihr Wunderkind Victor Wembanyama verzichten. Der frischgebackene (und erste einstimmige!) Defensive Player of the Year fehlte aufgrund einer Gehirnerschütterung aus Spiel 2. Doch anstatt in Melancholie zu verfallen, schlüpfte Stephon Castle in die Rolle des Superstars. Mit 33 Punkten im Gepäck führte er die Spurs zu einem 120:108-Sieg und damit zur 2:1-Serienführung.

Dabei sah es im Moda Center lange Zeit nach einer rauschenden Party für die Gastgeber aus. Portland feierte die erste Heim-Playoff-Kulisse seit 2021 und schien die Abwesenheit von "Wemby" eiskalt auszunutzen. Angeführt von einem starken Jrue Holiday, der 29 Zähler verbuchte, und unterstützt durch Distanzwürfe von Jerami Grant, erspielten sich die Blazers im dritten Viertel einen komfortablen 15-Punkte-Vorsprung. Die Fans träumten bereits von der Serienführung, während die Spurs-Bank – inklusive des zuschauenden Wembanyama – eher nachdenklich wirkte.

Doch dann folgte ein Comeback, das man in Texas so schnell nicht vergessen wird. Mit einem fulminanten 21:5-Lauf rissen die Spurs das Ruder noch vor dem Schlussviertel herum. Neben Castle wirbelte vor allem Dylan Harper, der mit 27 Punkten und 10 Rebounds ein Double-Double der Extraklasse ablieferte. Die Spurs zeigten eine Resilienz, die Coach Mitch Johnson sichtlich stolz machte: Auch als Deni Avdija nach einem Ellbogentreffer von De'Aaron Fox einen Zahn verlor, blieb die Intensität am Anschlag.

Im letzten Viertel brachen die Trail Blazers schließlich völlig in sich zusammen. Ein Step-Back-Jumper von Castle markierte den Anfang vom Ende für Portland, das zusehen musste, wie der Vorsprung zweistellig wurde. Während Luke Kornet als Wembanyama-Ersatz mit 14 Punkten und 10 Rebounds solide Arbeit im Post verrichtete, bleibt die große Frage für Spiel 4 am Sonntag: Kehrt der "Alien" zurück? Coach Johnson hielt sich bedeckt, doch nach dieser geschlossenen Teamleistung wissen die Spurs nun, dass sie auch ohne ihren Turm im Norden gewinnen können.