NBA: Wagner-Rückkehr bei nächster Orlando-Pleite – Wembanyama erneut überragend

Victor Wembanyama glänzte einmal mehr für die Spurs.
Victor Wembanyama glänzte einmal mehr für die Spurs. Cary Edmondson-Imagn Images via REUTERS

Franz Wagner ist zurück, doch die Talfahrt von NBA-Klub Orlando Magic in der US-Basketballliga geht weiter. Beim Comeback des Welt- und Europameisters kassierte das Team aus Florida die nächste bittere Pleite im Playoff-Rennen. Wagner, der mehrere Wochen mit einer Knöchelverletzung ausgefallen war und erst sein 29. Spiel in der laufenden Saison machte, stand beim 101:130 gegen die Atlanta Hawks von Beginn an auf dem Parkett.

Orlando Magic 101:130 Atlanta Hawks

Der Berliner zeigte eine ordentliche Leistung - in 20 Minuten Spielzeit gelangen ihm zwölf Punkte. "Ich habe mich ok gefühlt. Das ist Teil des Prozesses, aber es fühlt sich gut an, zurück zu sein. Natürlich ist es noch ein bisschen rostig", sagte Wagner und legte den Finger in die Wunde: "Wir haben schrecklich als Team gespielt, also hätte ich gerne besser abgeliefert."

Die achte Magic-Pleite in den vergangenen zehn Spielen konnte er nicht verhindern. Das direkte Playoff-Ticket ist für Orlando kaum noch erreichbar, inzwischen ist das Team aus Florida auf den neunten Platz im Osten abgerutscht und muss mit dem ungeliebten Playin-Turnier planen.

"Es ist nicht das ganze Spiel über schlecht, aber es gibt Phasen, die sind inakzeptabel auf diesem Niveau", führte Wagner aus. Das Team glaube noch an eine Wende, "aber wir müssen auch in den Spiegel blicken", so der Nationalspieler.

Wagners Bruder Moritz kam gegen die Hawks auf sieben Minuten Einsatzzeit, in denen ihm zwei Punkte gelangen. Nationalmannschaftskollege Tristan da Silva erzielte in 23 Minuten neun Zähler.

Washington Wizards 131:153 Philadelphia 76ers

Auch ohne den erkrankten Joel Embiid ließen die Philadelphia 76ers den Washington Wizards keine Chance. Paul George erwischte einen Sahnetag und erzielte mit 39 Punkten einen Saisonbestwert. Unterstützt wurde er von Tyrese Maxey (28 Punkte) und Rookie VJ Edgecombe, der mit 23 Punkten und 10 Assists glänzte. Die Starter der Sixers trafen unglaubliche 69,2 % ihrer Würfe aus dem Feld und knackten zum zweiten Mal in Folge die 150-Punkte-Marke.

Für Washington markiert diese Niederlage den Fall auf den alleinigen letzten Platz der NBA. Trotz eines Karrierebestwerts von Anthony Gill (21 Punkte) fanden die Wizards defensiv keinerlei Mittel gegen den Offensiv-Express aus Philadelphia. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit sorgte ein 24:4-Lauf der 76ers im dritten Viertel für klare Verhältnisse. Philadelphia schiebt sich damit auf den sechsten Platz der Eastern Conference vor.

Miami Heat 129:147 Boston Celtics

Die Boston Celtics zeigten gegen Miami, warum sie zu den Titel-Favoriten gehören. Mit 53 Punkten im ersten Viertel stellten sie einen Franchise-Rekord auf und egalisierten den zweithöchsten Wert der NBA-Geschichte für einen Eröffnungsabschnitt. Jaylen Brown war mit 43 Punkten nicht zu stoppen, während Jayson Tatum mit 25 Punkten, 18 Rebounds und 11 Assists sein erstes Triple-Double der Saison verbuchte.

Die Miami Heat wehrten sich tapfer und stellten mit 24 verwandelten Dreiern ihren eigenen Franchise-Rekord ein. Bam Adebayo führte sein Team mit 29 Punkten an, und zwischenzeitlich verkürzte Miami den Rückstand im vierten Viertel sogar auf neun Punkte. Doch die Tiefe der Celtics war zu viel: Sam Hauser steuerte 23 Punkte bei, und Boston blieb seiner Serie treu – wenn sie mindestens 117 Punkte erzielen, sind sie in dieser Saison ungeschlagen (31-0).

Chicago Bulls 126:145 Indiana Pacers

Die Indiana Pacers haben die rote Laterne der Liga an Washington abgegeben. In einem punktereichen Spiel gegen die Chicago Bulls setzten sich die Pacers mit 145:126 durch. Pascal Siakam ging mit 25 Punkten voran, dicht gefolgt von Ethan Thompson, der 24 Zähler beisteuerte. Für Indiana war es die höchste Punkteausbeute der gesamten Saison.

Chicago kassierte die fünfte Niederlage in Folge und rutscht mit einer Bilanz von 29-47 weiter ab. Guerschon Yabusele war mit 20 Punkten noch der beste Werfer der Bulls, doch defensiv bot das Team kaum Gegenwehr. Indiana nutzte die Schwächen der Bulls konsequent aus und festigte den Sieg durch eine geschlossene Mannschaftsleistung, bei der auch die Rollenspieler wie Jay Huff und Kobe Brown zweistellig punkteten.

Houston Rockets 119:113 Milwaukee Bucks

Die Houston Rockets schwimmen weiter auf einer Erfolgswelle. Beim 119:113 gegen die Milwaukee Bucks feierten sie den vierten Sieg in Serie. Rookie Reed Sheppard war der Held des Abends: Er versenkte neun Dreier (Karrierebestwert) und kam auf 27 Punkte. Auch Alperen Sengun überzeugte mit 25 Punkten und behielt in der hitzigen Schlussphase an der Freiwurflinie die Nerven.

Milwaukee musste nicht nur auf Stars verzichten, sondern verlor während des Spiels auch noch Gary Trent Jr. durch eine Verletzung. Das Team agierte phasenweise mit nur sieben verfügbaren Spielern. Dennoch kämpften sie sich angeführt von Ousmane Dieng (36 Punkte, Karrierehoch) von einem 20-Punkte-Rückstand zurück. Am Ende reichte die Kraft jedoch nicht aus, um die abgeklärten Rockets noch abzufangen.

Memphis Grizzlies 119:130 New York Knicks

In New York gab es allen Grund zum Feiern: Die Knicks stoppten ihre kleine Niederlagenserie mit einem souveränen 130:119 gegen Memphis. Karl-Anthony Towns war der Dreh- und Angelpunkt und verbuchte mit 20 Punkten, 11 Rebounds und 11 Assists ein Triple-Double. OG Anunoby steuerte 25 Punkte bei, und die Knicks dominierten die Bretter so stark, dass sie Memphis bei lediglich 20 Rebounds hielten – ein historischer Tiefpunkt für die Grizzlies.

Für die Grizzlies läuft es derzeit weder auf noch abseits des Feldes rund. Neben der sportlichen Unterlegenheit und zahlreichen Verletzungen sorgte die Nachricht über die Festnahme von Brandon Clarke für Unruhe. Im Spiel selbst stemmte sich GG Jackson mit 20 Punkten gegen die Niederlage, doch gegen die Treffsicherheit der Knicks (71 % in der ersten Halbzeit) war kein Kraut gewachsen. New York festigt damit den dritten Platz im Osten.

Toronto Raptors 115:123 Sacramento Kings

DeMar DeRozan erlebte einen geschichtsträchtigen Abend. Mit seinen 28 Punkten überholte er Dominique Wilkins in der ewigen Scorerliste der NBA und belegt nun Platz 17. Besonders im vierten Viertel übernahm er die Kontrolle und erzielte 14 seiner Punkte. Unterstützt wurde er von einem bärenstarken Precious Achiuwa, der gegen sein Ex-Team mit 28 Punkten und 19 Rebounds auftrumpfte.

Die Raptors mussten indes einen herben Rückschlag im Kampf um die direkten Playoff-Plätze hinnehmen. Trotz 20 Punkten von RJ Barrett und dem ersten 20-Punkte-Spiel von Rookie Collin Murray-Boyles riss die Heimserie von fünf Siegen. Das Fehlen von Brandon Ingram machte sich bemerkbar, und die Kings zeigten sich an der Freiwurflinie (27 von 29) nervenstärker als die Gastgeber.

Utah Jazz 117:130 Denver Nuggets

Der amtierende Champion aus Denver marschiert weiter. Jamal Murray feuerte aus allen Rohren und versenkte 10 Dreier bei seinen 37 Punkten – das Highlight war ein Heave von der Mittellinie zum Ende des ersten Viertels. Nikola Jokic spulte gewohnt effizient sein Programm ab und sammelte mit 15 Punkten, 17 Rebounds und 12 Assists sein fünftes Triple-Double innerhalb der letzten sechs Spiele.

Die Jazz verloren ihr siebtes Spiel in Folge, obwohl Brice Sensabaugh mit 28 Punkten eine starke Leistung zeigte. Utah kämpfte sich im vierten Viertel zwar noch einmal auf vier Punkte heran, doch Murray und Christian Braun antworteten postwendend mit einem 15:2-Lauf. Denver untermauert mit dem siebten Sieg in Folge seine Ambitionen auf die Spitzenposition im Westen.

Golden State Warriors 113:127 San Antonio Spurs

Victor Wembanyama ist derzeit schlichtweg nicht von dieser Welt. Zum zweiten Mal in Folge erzielte das französische Wunderkind 41 Punkte, griff sich 18 Rebounds und verteilte drei Blocks. Die San Antonio Spurs feierten gegen die dezimierten Warriors ihren zehnten Sieg in Folge und jagen weiter den ersten Platz im Westen. Wembanyama dominierte von der ersten Minute an und ließ der Verteidigung von Golden State keine Chance.

Die Warriors mussten das 26. Spiel in Folge ohne den verletzten Stephen Curry auskommen. Zwar gab es Hoffnung durch gute Nachrichten aus dem Training, doch auf dem Feld fehlte die ordnende Hand. Nate Williams war mit 18 Punkten der beste Scorer der Dubs, doch gegen die Tiefe und die Wucht der Spurs, die mit sieben Spielern zweistellig punkteten, war an diesem Abend kein Vorbeikommen. San Antonio bleibt das heißeste Team der Liga.