"Mir geht es besser", verriet Mumbrú im Gespräch mit dem SID: "Jetzt muss ich wieder an Gewicht zulegen. Ich habe etwa 20 Kilo abgenommen." Nach dem Sieg im EM-Finale gegen die Türkei am 14. September hatte sich der 2,02-Meter-Mann direkt in seiner spanischen Heimat ins Krankenhaus begeben, während seine Spieler in Frankfurt ausgelassen mit den Fans feierten.
Fünf Wochen lange sollte Mumbrú dort bleiben, um seine Bauchspeicheldrüsenentzündung auszukurieren, mit der er sich das gesamte EM-Turnier herumgeschlagen hatte.
"Die ersten zwei, drei Wochen im Krankenhaus waren sehr schwierig für mich. Ich hatte zu viel Zeit zum Nachdenken", sagte er. Doch jetzt ist Mumbrú zurück an der Seitenlinie der deutschen Nationalmannschaft, nachdem Co-Trainer Alan Ibrahimagic in Tampere und Riga das aktive Coaching für seinen geschwächten Chef übernommen hatte. Entsprechend emotional wird der Auftakt der WM-Quali am Freitag (19.30 Uhr) in Ulm gegen Israel.
"Zunächst einmal freue ich mich auf unsere Fans in Deutschland. Denn alle haben den Gewinn der Goldmedaille gefeiert, nur ich nicht. Ich war im Krankenhaus und habe gelitten. Ich freue mich auf die Atmosphäre, die dort herrschen wird", sagte Mumbrú. Drei Tage später muss der Welt- und Europameister dann beim Außenseiter Zypern (18.00/beide kostenfrei bei MagentaSport) ran.
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Vier Europameister, vier Debütanten?
In Abwesenheit der NBA-Stars um Dennis Schröder kann Mumbrú diesmal sogar auf vier EM-Helden hoffen. Isaac Bonga (Partizan Belgrad), Oscar da Silva und Justus Hollatz (Bayern München) sind nominiert, der ebenfalls nominierte Münchner Andreas Obst fällt kurzfristig wegen einer "leichten Armverletzung" aus.
Die Berufung war diesmal möglich, da es keine Terminkollision mit der EuroLeague gibt. "Sie fühlen sich dem Verband sehr verpflichtet. Sie sagen immer 'Ja' zur Nationalmannschaft. Das ist wichtig für mich", so Mumbrú.
Ob das Quartett, das am Dienstag noch in der europäischen Königsklasse gefragt war, vollumfänglich einsatzfähig sein wird, bleibt abzuwarten. "Vielleicht spielen einige Spieler ein Spiel und das zweite nicht", ließ der Coach durchblicken. Der breite 16er-Kader mit den möglichen Debütanten Norris Agbokoko, Mahir Agva, Till Pape und Collin Welp gibt Mumbrú Optionen.
Auf dem Weg zur Mission Titelverteidigung bei der WM 2027 in Katar steht Mumbrús Team derweil von Anfang an unter Druck. In der Quali-Gruppe E mit den starken Gegnern Israel, Kroatien und Underdog Zypern reicht zwar ein Platz unter den Top drei zum Weiterkommen in die zweite Runde. Die Resultate werden jedoch dorthin mitgenommen. "Deshalb ist es wichtig", so Mumbrú, "so viele Spiele wie möglich zu gewinnen."
In der zweiten Qualifikationsphase bilden die Teams aus der deutschen Gruppe mit den drei Top-Mannschaften aus der Gruppe F mit Lettland, Polen, Österreich und den Niederlanden eine neue Staffel, in der die drei bestplatzierten Nationen die WM-Tickets lösen.
