Fokus auf "Baustellen", Novo Mesto & Ruhpolding: Preuß denkt noch nicht an Olympia

Preuß beim Pressetermin in der Chiemgau-Arena
Preuß beim Pressetermin in der Chiemgau-ArenaSVEN HOPPE / DPA / dpa Picture-Alliance via AFP / Profimedia

Eine Einzelmedaille bei Olympia ist der große Traum von Franziska Preuß. Doch vor ihrem geliebten Heimweltcup in Ruhpolding will sich die 31-Jährige mit Blick auf den Saisonhöhepunkt nicht verrückt machen lassen. Natürlich habe sie die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo "ein bisschen im Hinterkopf, aber ich bin aktuell eher im Hier und Jetzt", sagte Preuß am Dienstag in ihrer Heimat.

Deutschlands Sportlerin des Jahres kam mit Maske zum Pressetermin in der Chiemgau-Arena. Knapp vier Wochen vor den ersten Rennen bei Olympia soll bloß nichts mehr passieren. Zumal Preuß noch "einige Baustellen" ausgemacht hat. "Ich bin einfach noch nicht ganz so zufrieden, auch läuferisch. Es beschäftigt mich gerade mehr, da irgendwie einen Schritt nach vorne zu machen, als gedanklich schon in vier Wochen zu sein."

Umso größer ist die Bedeutung des Weltcups für Preuß in ihrem "Wohnzimmer". "Hier wohne ich, hier trainiere ich. Das wird nie seinen Charme und die Aufregung verlieren. Das ist für mich ein besonderer Ort. Das gibt immer ein Gefühl von Heimat", betonte Preuß. Sie hofft, "dass hier der eine Schuss mehr fällt".

Podium im "Wohnzimmer"?

In Ruhpolding, wo sie mit ihrem Lebensgefährten Simon Schempp ein schmuckes Holzhaus bewohnt, will Preuß Selbstvertrauen sammeln, nachdem der Saisonauftakt wegen einer Erkrankung so gar nicht nach Wunsch gelaufen war. "Mal wieder ein Einzelpodium wäre schon cool", sagte sie und betonte: "Das ist natürlich das Ziel jetzt in Ruhpolding. Hoffen wir auf einen guten Tag."

Wie 2019. Da hatte Preuß in der Chiemgau-Arena ihren ersten Weltcuperfolg gefeiert. Im vergangenen Winter legte sie nach völlig verkorksten Rennen in Oberhof in Ruhpolding mit zweiten Plätzen im Einzel und Massenstart die Grundlage für ihren Gesamtweltcupsieg. Da habe sie die Rennen "sehr genießen können".

Schwung für Olympia 2026

Auch diesmal hofft sie mit der Staffel am Mittwoch (14.30 Uhr/ZDF und Eurosport), im Sprint am Freitag und der Verfolgung am Sonntag auf den Heimeffekt. "Es wäre gut fürs Selbstvertrauen. Ich merke, ich bin jetzt nicht weit weg", sagte Preuß, nachdem sie diesmal in Oberhof in Sprint und Verfolgung jeweils Fünfte geworden war. Ihre erste Podestplatzierung der Saison hatte sie jeweils am Schießstand vergeben. Dies nerve "schon ein bisschen", meinte die DSV-Topbiathletin, die nun voll auf ihr Heimrennen setzt. Da sei auch "letztes Jahr der Groschen gefallen".

Dies soll auch diesmal gelingen - es gilt, Schwung aufzunehmen für die Winterspiele. Preuß wird deshalb nach Ruhpolding im Gegensatz zu einigen anderen Kolleginnen auch beim Weltcup in Nove Mesto an den Start gehen. Sie wolle "im Rhythmus bleiben". Damit es mit der ersten olympischen Einzelmedaille klappt.