In Ruhpolding, wo sie mit ihrem Lebensgefährten Simon Schempp ein schmuckes Holzhaus bewohnt, will Preuß mit Blick auf die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo (6. bis 22. Februar) ihren Aufwärtstrend bestätigen und weiter Selbstvertrauen sammeln, nachdem der Saisonauftakt wegen einer Erkrankung so gar nicht nach Wunsch gelaufen war. "Mal wieder ein Einzelpodium wäre schon cool", sagte sie und betonte: "Das ist natürlich das Ziel jetzt in Ruhpolding, da kenne ich mich aus, da kenne ich den Schießstand gut. Hoffen wir auf einen guten Tag."
Wie 2019. Da hatte Preuß in der Chiemgau-Arena ihren ersten Weltcuperfolg gefeiert. Im vergangenen Winter legte sie nach völlig verkorksten Rennen in Oberhof in Ruhpolding mit zweiten Plätzen im Einzel und Massenstart die Grundlage für ihren Gesamtweltcupsieg. Auch diesmal hofft sie auf den Heimeffekt.
Preuß hofft: Fällt in Ruhpolding wieder der Groschen?
"Es wäre gut fürs Selbstvertrauen. Ich merke, ich bin jetzt nicht weit weg. Ich kommen von Rennen zu Rennen läuferisch wieder besser rein. Es ist halt immer nur der eine Fehler zu viel", sagte Preuß, nachdem sie diesmal in Oberhof in Sprint und Verfolgung jeweils Fünfte geworden war. Ihre erste Podestplatzierung der Saison hatte sie jeweils am Schießstand vergeben.
Dies nerve "schon ein bisschen", meinte Deutschlands Sportlerin des Jahres, die nun voll auf ihr Heimrennen setzt. Da sei auch "letztes Jahr der Groschen gefallen. Auf einmal habe ich getroffen - und das wäre natürlich cool, wenn das jetzt vor den Spielen stattfindet."
Olympia genießt bei Preuß "ganz klar" Priorität, wie Sportdirektor Felix Bitterling schon vor Wochen betont hatte: "Da möchte sie Medaillen, vor allem auch eine Einzelmedaille, gewinnen." In ihrem "Wohnzimmer" will sich Preuß dafür das nötige Selbstbewusstsein holen.
