"Ich war heute im dritten Satz einfach physisch besser", sprach Davidovich Fokina nach dem 5:7, 6:4, 6:3 in der Sauna von Shanghai das ohnehin deutlich Sichtbare aus. Für die Nummer 26 der Welt war es das 48. Tour-Match der Saison - Zverev hat 30 Matches mehr bestritten, beim French- und US-Open-Sieger ist am Ende einer Traumsaison die Leichtigkeit der Mühsal gewichen.
Match-Center: Alexander Zverev vs. Alejandro Davidovich Fokina
Jodar macht spanisches Finale perfekt
Für den 29 Jahre alten Zverev wäre es der erst zweite Endspiel-Einzug in Shanghai gewesen. 2019 war Zverev beim 4:6, 1:6 gegen Daniil Mededev chancenlos. Mededev verpasste am Samstag durch ein 3:6, 4:6 im zweiten Halbfinale gegen Spaniens Jungstars Rafael Jodar den Einzug ins Endspiel. Der 20 Jahre alte Jodar bestreitet am Sonntag sein erstes Masters-Finale, in dem es damit auf jeden Fall einen Premierensieger geben wird - auch Jodars Landsmann Davidovich Fokina hat noch keinen 1000er-Titel gewonnen.

Durch die Halbfinal-Niederlage steht nun fest, dass Zverev noch nicht beim kommenden Turnier in Wien den Sprung an die Spitze der Weltrangliste schaffen kann. Bei einem Final-Einzug hätte er mit einem Turniersieg in Österreich am 2. November erstmals Weltranglistenerster sein können. Dass er die Nummer eins in diesem Jahr werden wird, ist seit Montag Gewissheit.
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Frischer Davidovich Fokina liest Zverev die Leviten
Bei schwülen 29 Grad und geöffnetem Hallendach in der Qizhong Forest Sports City Arena spielte Davidovich Fokina in seinem vierten Masters-Halbfinale - nur 2022 in Monte Carlo hatte er zuvor das Endspiel erreicht (Niederlage gegen Stefanos Tsitsipas) - von Beginn an sehr stabil und ließ nur wenig zu. Bei 5:5 war Zverev dann aber voll da und nahm dem Spanier sehr dominant entscheidend den Aufschlag ab.
Im zweiten Satz wackelte Zverev mehrmals und kassierte das entscheidende Break zum 4:6. Davidovich Fokina wirkte nun deutlich frischer und spielte sich phasenweise in einen Rausch. Schnell führte der Mann aus Málaga 3:0 und 4:1, Zverevs Widerstand schien nur noch halbherzig. Zwei Matchbälle wehrte der Hamburger noch ab, den dritten dann nicht mehr.
