Der Traum geht weiter, es fehlt nur noch ein letzter Schritt: Alexander Zverev ist zum zweiten Mal in das Endspiel der French Open gestürmt und greift nach seinem ersten Grand-Slam-Titel. Er setzte sich im Halbfinale 7:5, 6:2, 3:6, 6:3 gegen den erst 20 Jahre alten Tschechen Jakub Mensik durch.
"Ich fand, dass ich auch im dritten eigentlich Satz okay gespielt habe. Ich habe mein Aufschlagspiel verloren, indem ich vielleicht ein bisschen zu aggressiv war. Ich habe dann ein paar Vorhandfehler gemacht, die ich nicht machen hätte müssen – aber das ist okay. Es ist ein Fünf-Satz-Match, es ist lang, alles kann passieren. Ich habe mich dann wiedergefunden", sagte Zverev im Anschluss am Eurosport-Mikrofon.

Im 41. Anlauf bei einem der vier großen Turniere will der Tokio-Olympiasieger nun endlich die letzte Hürde überspringen und seine ewig lange Jagd nach dem großen Triumph beenden.
Im Finale gegen einen Italiener
Auf Zverev wartet im Kampf um die Coupe des Mousquetaires nun trotz des frühen Ausscheidens des Weltranglistenersten Jannik Sinner ein Italiener: Flavio Cobolli und sein Landsmann Matteo Arnaldi duellieren sich am Freitagabend in der französischen Hauptstadt um das zweite Finalticket.

Unabhängig vom Ausgang wird Zverev am Sonntag aber als Favorit den Court Philippe-Chatrier betreten, die Chance auf die Erlösung ist riesig.
In seinem fünften Halbfinale von Roland Garros in den vergangenen sechs Jahren zeigte der Weltranglistendritte über weite Strecken einen guten Auftritt, ließ sich nach einer medizinischen Auszeit seines Gegners im dritten Satz aber etwas aus der Ruhe bringen. Doch wie im bisherigen Verlauf des Turniers blieb Zverev konzentriert und brachte das Match erfolgreich zu Ende.
Match-Center: Jakub Mensik vs. Alexander Zverev
Historische Chance für Tennis-Deutschland
Mit Zverev erreichte erstmals seit Beginn des Profitennis 1968 ein deutscher Spieler mehrmals das Finale von Paris. Im Endspiel kann er sich nun zudem zum ersten deutschen French-Open-Sieger seit Henner Henkel 1937 und zum ersten deutschen Grand-Slam-Champion im Männer-Einzel seit Boris Becker bei den Australian Open 1996 krönen.

Zverev will Finalfluch beenden
Schon vor zwei Jahren hatte Zverev am Bois de Boulogne vor seinem ersten Titel gestanden, im Finale verlor er aber in fünf Sätzen gegen Carlos Alcaraz – nach 2:1-Satzführung.
Seine erste Niederlage in einem Grand-Slam-Endspiel kassierte der 29-Jährige 2020 bei den US Open gegen Dominic Thiem aus Österreich, zudem unterlag er auch 2025 in Melbourne gegen Sinner. In Paris will Zverev die Pleitenserie nun endlich stoppen.
Die Gedanken an den ersten Titel "kommen automatisch, auch bei Zverev", hatte Becker im Vorfeld in seinem Podcast mit Andrea Petkovic gesagt: "Die Frage ist: Wie geht er damit um?" Doch gegen Mensik, der für den Weg zum Halbfinale vier Stunden länger als Zverev benötigt hatte, sah der sechsmalige Grand-Slam-Sieger den Hamburger vorne.

Mensik dreht im dritten Satz auf
Vor den Augen der Tennis-Prominenz um Andre Agassi stellte Mensik früh sein variantenreiches Spiel unter Beweis, setzte immer wieder erfolgreich auf Stopps. Zverev behielt aber die Ruhe – und schlug bei seinem ersten eigenen Breakball direkt zum 6:5 zu. Nach etwas mehr als einer Stunde sicherte er sich mit einem Ass Durchgang eins.
In Satz zwei machte Zverev kurzen Prozess, alles deutete auf eine klare Angelegenheit hin. Dann nahm Mensik aber wegen Nackenprobleme seine Auszeit, es kam kurzzeitig doch Spannung auf. Im vierten Satz fand Zverev aber wieder zu seiner Souveränität zurück.

