Zum Hauptinhalt springen

Heftiger Sturz und Aufgabe, Lipowitz raus nach 16. Etappe – Evenepoel siegt

Aktualisiert
Florian Lipowitz vor dem Sturz
Florian Lipowitz vor dem SturzLoic VENANCE / AFP / AFP / Profimedia

Der 25-Jährige vom Team Red Bull-Bora-hansgrohe kam am Dienstag in einer Rechtskurve zu Fall und rauschte bei hoher Geschwindigkeit in eine Absperrung. Lipowitz erlitt einen Bruch des rechten Schlüsselbeins, wie sein Rennstall mitteilte. Der Ulmer wurde im Ziel in Thonon-les-Bains in der mobilen medizinischen Station der Tour versorgt, seine Freundin Antonia stand ihm tröstend bei. Für weitergehende Untersuchungen werde er in ein Krankenhaus gebracht, teilte das Team mit.

Der Unfall überschattete einen sportlich ansonsten erfolgreichen Tag für die deutsche Red-Bull-Mannschaft. Weltmeister Remco Evenepoel bestätigte seine Zeitfahr-Dominanz eindrucksvoll. Der Doppel-Olympiasieger gewann das einzige Einzelzeitfahren der 113. Frankreich-Rundfahrt mit einer Machtdemonstration vor Spitzenreiter Tadej Pogacar und verkürzte mit seinem zweiten Etappensieg nacheinander auch den Rückstand auf den Mann im Gelben Trikot.

"Das ist ein großes Unglück. Es ist ein bittersüßer Sieg", sagte Evenepoel im Sieger-Interview über den schweren Sturz von Lipowitz: "Ich wünsche ihm das Allerbeste." Der Sportliche Leiter Patxi Vila sprach von einem "seltsamen Gefühl. Wir sind glücklich und traurig. Ich hoffe, dass er schnell wieder gesund zurückkommt." Auch Pogacar schickte Genesungswünsche: "Ich bin an derselben Stelle auch fast gestürzt. Ich hoffe, dass Lipo okay ist."

Evenepoel benötigte im Regenbogen-Overall des Weltmeisters 32:19 Minuten für die 26,1 km entlang des Genfer Sees zwischen Évian-les-Bains und dem Ziel in Thonon-les-Bains. Der 26-Jährige lag am belgischen Nationalfeiertag 28 Sekunden vor dem zweitplatzierten Pogacar. Dritter wurde der Däne Mattias Skjelmose (Lidl-Trek/+1:04).

Für Evenepoel war es sein insgesamt vierter Tour-Tageserfolg und der zweite nacheinander. Evenepoel hat als Zweiter der Gesamtwertung 4:32 Minuten Rückstand auf Pogacar und damit beste Chancen auf eine Podestplatzierung in Paris. Dort endet die Tour am kommenden Sonntag.

Dopingkontrollen bleiben Gesprächsthema

Für Gesprächsstoff hatte zuvor das Thema Dopingkontrollen gesorgt. Wie Teamchef Ralph Denk im ZDF berichtete, wurde auch das Red-Bull-Team am Montagabend kontrolliert. Die Tests aller Fahrer fanden zwischen 22.00 Uhr und 23.00 Uhr statt und damit noch vor dem Zeitraum, in dem nächtliche Kontrollen nur bei einem konkreten Verdacht zulässig sind. Denk räumte zwar ein, dass die Maßnahme die Regeneration beeinträchtige, äußerte aber zugleich Verständnis für die Kontrollen.

Auch der deutsche Red-Bull-Profi Nico Denz hegte keinen Groll: "So ist es eben. Immerhin war die Kontrolle nicht um zwei Uhr nachts, sondern gegen halb elf", sagte Denz in der ARD. Ex-Champion Jonas Vingegaard (Visma-Lease a bike) war in der Nacht zu Sonntag um 2.00 Uhr getestet worden, er stürzte am selben Tag und schied aus. Nun ereilte dieses Schicksal auch Lipowitz.

Tour de France 2026

Am 4. Juli beginnt die Tour de France 2026 im spanischen Barcelona. 3.321,2 Kilometer und 22 Tage später – am 26. Juli – kommen die Fahrer der 18 Teams traditionell in Paris an. Bei Flashscore findest du alle Informationen zur berühmtesten Radrundfahrt der Welt.

Fragen & Antworten | Etappen-Guide | Favoriten | Deutsche Fahrer | Alle Sieger seit 1903

Eine Zieleinfahrt der Tour de France
Eine Zieleinfahrt der Tour de FranceMarco BERTORELLO / AFP / AFP / Profimedia

Ohne Vingegaard ging der Tagessieg nur über die Spezialisten Pogacar und Evenepoel, der mit einem Prototyp seines Rad-Herstellers auf den anspruchsvollen Kurs ging. Vor dem Top-Duo legte Lipowitz stark vor und sicherte vermeintlich früh den fünften Gesamtrang vor dem enttäuschenden Spanier Juan Ayuso (Lidl-Trek) ab. Mit den Podest-Rivalen Isaac Del Toro (UAE Emirates-XRG) und Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) fuhr der Deutsche auf Augenhöhe, dann platzten alle Podestträume auf schmerzhafte Weise.

Im Kampf um den Tagessieg erwischte Evenepoel einen besseren Auftakt. An der Spitze der Cote de Larringes, einem 9,7 km langen Anstieg, der mit dem Rollen von der Startrampe begann, lag er 14 Sekunden vor Pogacar. Nach der technischen Abfahrt folgte ein etwa acht Kilometer langes Flachstück ins Ziel – Pogacar kam nicht mehr heran.

Vor der spektakulären Alpentrilogie, bei der die großen Entscheidungen im Gesamtklassement fallen werden, wartet auf der 17. Etappe am Mittwoch ein etwas entspannterer Tag auf das Peloton. Der Kurs führt über 174,7 km nach Voiron und begünstigt einen Ausreißererfolg. Die Sprinter hoffen auf eine letzte Chance.