Deutschland droht der Winter-Albtraum: Bob & Co. droht das Aus

Laura Nolte (l.) und Deborah Levi (r.) feiern den Sieg im Zweierbob der Frauen
Laura Nolte (l.) und Deborah Levi (r.) feiern den Sieg im Zweierbob der FrauenREUTERS/Annegret Hilse

Das IOC denkt angeblich über eine Zukunft ohne Rodeln, Bob und Skeleton nach: Für Deutschland wäre das ein Albtraum.

Wenn irgendwann die Bobbahn am Königssee wiederhergestellt sein sollte, dann ist ihr eine Attraktion schon sicher: Johannes Lochner will einsteigen ins Geschäft seines Kumpels Manuel Machata und Gäste im Taxibob durch die Rinne fahren.

Sollte sich bewahrheiten, was der seriöse Insider Duncan Mackay glaubt, dann braucht es den Wiederaufbau am Königssee vielleicht gar nicht mehr – und der Doppel-Olympiasieger Lochner wäre der letzte oder einer der letzten seiner Art.

Olympiasieger Lochner mit seiner Goldmedaille
Olympiasieger Lochner mit seiner GoldmedailleREUTERS/Annegret Hilse

Medaillen-Garanten

Die Vorschläge über eine Neuordnung des olympischen Programms, schreibt Mackay in seinen "Zeus Files", gehe weit über eine Einführung von Cyclocross oder Crosslauf hinaus: "Rausfliegen könnten die Schlittensportarten – Bob, Rodeln und Skeleton."

Die Gründe dafür lägen im schlechten Abschneiden der Sportarten in den Kategorien Kosten, Umwelt und Nachhaltigkeit. Tatsächlich ist schon der Bau einer Eisrinne sündhaft teuer, sie muss nicht gerade umweltverträglich in die Landschaft gestellt werden, auch der Unterhalt kostet und frisst Energieressourcen für die Vereisung.

Für Deutschland wäre das ein Albtraum. Die Schlittensportler gewannen in Cortina d'Ampezzo 19 von 26 Medaillen, davon sechs der acht goldenen.

 

Enorme Kosten

Entscheidet sich ein Ausrichter dazu, keine zu Bahn bauen, wäre das zumindest wirtschaftlich sinnvoll: Die Rinne in Cortina kostete 118 Millionen Euro – 37 Millionen mehr als vorgesehen und vom IOC ohnehin nicht gewünscht. 

"Wir müssen ehrlich damit sein, was funktioniert und noch wichtiger, was nicht funktioniert", hatte IOC-Präsidentin Kirsty Coventry am Vorabend der Spiele in Italien gesagt – und die nahenden Erschütterungen im Programm bereits angedeutet.

Sportarten, Disziplinen und Veranstaltungen müssten "mit neuen Augen" betrachtet werden, sagte die 42-Jährige: "Wir werden vor schwierigen Entscheidungen und Gesprächen stehen – das gehört zum Wandel dazu."