Zweitlängste DEL-Sperre aller Zeiten: Münchens Wagner könnte noch Rekord aufstellen

Fabio Wagner ist nach seinem Foul gegen Ingolstadt gesperrt worden.
Fabio Wagner ist nach seinem Foul gegen Ingolstadt gesperrt worden.ČTK / imago sportfotodienst / Fotostand / Schäfer

Nach seinem brutalen Foul im Playoff-Viertelfinale muss Nationalspieler Fabio Wagner die zweitlängste Sperre in der Geschichte der Deutschen Eishockey Liga (DEL) absitzen - er könnte aber auch noch einen Negativrekord aufstellen. Der Verteidiger von Red Bull München war vom DEL-Disziplinarausschuss am Mittwochabend nach dem Check gegen den Kopf des Ingolstädters Edwin Tropmann beim 2:7 am Dienstag für 14 Spiele vom Eis verbannt worden.

Eine längere Sperre gab es bisher laut DEL-Angaben nur 2005 gegen den damaligen Nationalspieler Martin Reichel, der im Trikot der Frankfurt Lions beim 2:7 bei den Nürnberg Ice Tigers den Hauptschiedsrichter und einen Linienrichter tätlich angegriffen hatte. Er war für 15 Partien aus dem Verkehr gezogen worden. Sollte München bis ins Finale vorstoßen und die Playoff-Serien über die maximale Distanz gehen, könnte sich Wagners Sperre auf 17 Spiele erhöhen. Denn das Urteil besagt, dass er in den Playoffs nicht mehr zum Einsatz kommen darf.

Tropmann nach Check kurzzeitig bewusstlos

Der Disziplinarausschuss unter Vorsitz des ehemaligen Nationalspielers Alexander Barta begründete die drastische Strafe damit, das Wagner nicht versucht habe, "zur Scheibe zu gelangen", dass "der Kopf- und Nackenbereich Haupttrefferpunkt des Checks" gewesen sei und Tropmann "verletzt wurde und stationär behandelt werden" müsse. "Der Check wurde extrem rücksichtslos und ohne spieltaktischen Zweck ausgeführt", hieß es in der Pressemitteilung.

Tropmann hatte nach dem Foul seinen Helm verloren und war nach dem Aufprall auf dem Eis bewusstlos liegen geblieben. Erst auf dem Weg zum Krankenhaus kam der 20-Jährige nach Klubangaben wieder zu Bewusstsein, er erlitt eine Kopf- und Nackenverletzung und blieb für weitere Untersuchungen in der Klinik.

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