Zum Hauptinhalt springen

Die Deutschen in der NHL: Draisaitl, Peterka, Seider und Co.

Draisaitl und die Oilers wollen endlich den Titel gewinnen
Draisaitl und die Oilers wollen endlich den Titel gewinnenLEILA DEVLIN / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

Leon Draisaitl nimmt den nächsten Anlauf auf den Stanley Cup, John-Jason Peterka versucht sich schon bei seinem dritten Klub. Am kommenden Dienstag startet die NHL in die neue Saison, der Sport-Informations-Dienst (SID) blickt auf die Deutschen.

LEON DRAISAITL

Das Fenster schließt sich. "Jünger werden wir alle nicht", sagt der 30-Jährige, der bei den Edmonton Oilers in seine 13. Saison geht – und noch immer dem Traum vom Stanley Cup hinterherjagt.

Zweimal schaffte es der beste deutsche Eishockeyspieler ins Finale, das war es bislang. Sein kongenialer Partner Connor McDavid steht nur noch zwei Jahre unter Vertrag, könnte womöglich schon nach dieser Saison gehen. Offen halten soll die Chance auf den Titel Mike Babcock, eigentlich ein Auslaufmodell als Trainer.

Wegen seines Umgangs mit jungen Spielern äußerst umstritten, hat der 63-Jährige seit sieben Jahren nicht mehr an der NHL-Bande gestanden. Trotzdem sei er "zum jetzigen Zeitpunkt der richtige Mann", meint Draisaitl.

Babcock hat in Edmonton übernommen
Babcock hat in Edmonton übernommenMADDIE MEYER / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

JOHN-JASON PETERKA

"Krass" fand der 24-Jährige die Nachricht vom nächsten Trade. Der Münchner wollte sich gerade den NHL-Draft anschauen, als er erfuhr, dass er zu den Boston Bruins transferiert worden war.

Sein dritter Klub im fünften NHL-Jahr – und nach kurzem Überlegen "schon ein geiler Spot". Denn: Trainer ist Deutschlands Olympia-Silberschmied Marco Sturm. Endlich einer, "der mich wirklich will" und "mit dem ich auch mal Deutsch reden kann".

Peterka, Vizeweltmeister 2023, hofft, in Boston den Aufwärtstrend der ersten Jahre in Buffalo nach der enttäuschenden Saison in Utah fortsetzen und wieder "mit einem Lächeln" spielen zu können.

Peterka hat ein neues Team gefunden
Peterka hat ein neues Team gefundenMATTHIAS BALK / DPA / DPA PICTURE-ALLIANCE VIA AFP

MORITZ SEIDER

Bei den Detroit Red Wings ging es im Sommer drunter und drüber: Die Klublegende Steve Yzerman trat als General Manager zurück, Kapitän Dylan Larkin forderte einen Wechsel. Noch hat der 30-Jährige keinen neuen Klub, er trainiert auch wieder in Detroit, das "C" des Spielführers ist er jedoch los.

Als Nachfolgekandidat gilt auch Seider, nach Meinung vieler Experten der beste Allround-Verteidiger der NHL. Und ein Marathon-Mann: Seit seinem Debüt hat der inzwischen 25-Jährige 410 Spiele am Stück bestritten, kein einziges Mal gefehlt.

Nur Playoffs hat noch nie gespielt – weil die Red Wings in der entscheidenden Saisonphase regelmäßig "den Wind aus den Segeln verlieren". Das soll sich endlich ändern.

TIM STÜTZLE

Noch mehr in den Fokus rückt auch der 24-Jährige bei den Ottawa Senators. Erfolgreichster Stürmer war Stützle bei den Kanadiern ohnehin schon, in drei der letzten vier Jahre bester Scorer.

Doch nach dem Weggang des Kapitäns Brady Tkachuk muss der Ex-Mannheimer noch mehr Verantwortung übernehmen, wird zum Gesicht des Klubs. Wer das "C" bekommt, ist noch offen.

Er sei bisher schon "ein Leader" gewesen, sagt Stützle, die Mannschaft müsse nicht ein Einziger führen, das müsse man zusammen machen. Die Playoffs, die die Sens zweimal in Folge erreichten, sind wieder das Ziel.

NICO STURM

Wie man den Stanley Cup gewinnt, weiß der 31-Jährige. Mit der Colorado Avalanche und den Florida Panthers triumphierte der Augsburger bereits.

Doch jetzt will er den Pott nach Hause holen – in seine Wahlheimat Minnesota, wo er 2019 für die Wild seine ersten NHL-Spiele bestritt und seine Lebensgefährtin Taylor kennenlernte, die er im Sommer heiratete.

Man habe "eigentlich alle Teile zusammen", meint Sturm, Vizeweltmeister von 2023, müsse es nur "auch im Mai und Juni" aufs Eis bringen.

PHILIPP GRUBAUER

Sein Vertrag bei den Seattle Kraken läuft aus, für den Notfall hat der Nationalspieler schon einen Plan: "Wenn Rosenheim im nächsten Jahr einen Torwart braucht, schau ich mal vorbei."

Gebrauchen könnte der Zweitligist seinen ehemaligen Nachwuchsgoalie sicherlich, doch der 34-Jährige möchte in der NHL "noch ein paar Jährchen dranhängen". Deshalb spielt der Stanley-Cup-Sieger von 2018 in seiner sechsten Saison in Seattle um einen neuen Vertrag.

LUKAS REICHEL

Langsam wird es eng für den 24-Jährigen. Marco Sturm bei den Boston Bruins könnte der letzte NHL-Trainer sein, der dem einstigen Erstrunden-Draftpick noch eine Chance gibt.

In Chicago schoben ihn die Blackhawks immer wieder in die AHL ab, die Vancouver Canucks gaben schon nach wenigen Monaten auf, dann griff Sturm zu und meinte: "Da ist noch mehr drin." Beweisen muss es der Ex-Berliner in dieser Saison, sonst könnte es die letzte in der NHL gewesen sein.

JOSHUA SAMANSKI

Es war "ein aufregendes Jahr" für den Ex-Straubinger, der in seiner ersten Saison in Nordamerika Ende Januar den Sprung ins Team der Edmonton Oilers schaffte. Doch unter dem neuen Trainer Mike Babcock muss der 24-Jährige um seinen Platz im vierten Sturm bangen.

MARCO STURM

Der Neuling überraschte alle. In seiner ersten Saison als NHL-Chefcoach zog der ehemalige Bundestrainer mit den Boston Bruins gleich mit 100 Punkten in die Playoffs ein. Damit hatte der ehemalige NHL-Stürmer selbst nicht gerechnet.

Sturm forderte Teamgeist und Leidenschaft und überzeugte die Spieler um Stürmerstar Pastrnak wie 2018 die deutsche Nationalmannschaft beim sensationellen Silbercoup in Südkorea. Jetzt muss der 48-Jährige den Erfolg bestätigen - mit seinen Landsleuten Peterka und Reichel im Team.

Alle News zur NHL

Liveticker bei Google bevorzugenSo siehst du unsere News öfter
HinzufügenBei Google hinzufügen