NHL: Draisaitl trifft und verletzt sich – Stützles Senators weiter in Topform

Leon Draisaitl war positiv und negativ der Mann des Abends für die Oilers.
Leon Draisaitl war positiv und negativ der Mann des Abends für die Oilers.Ryan Sun / CTK / AP

Erst zur Führung getroffen, dann schmerzhaft abgeräumt worden: Eishockey-Star Leon Draisaitl hat sich beim 3:1-Sieg seiner Edmonton Oilers über die Nashville Predators verletzt. Nach einem harten Hit von Nashvilles Ozzy Wiesblatt gegen die Bande konnte der gebürtige Kölner im ersten Drittel nicht mehr weiterspielen. Kurz zuvor hatte Draisaitl mit seinem 35. Saisontor das 1:0 erzielt.

Edmonton Oilers 3:1 Nashville Predators

"Er hat sich danach nicht gut gefühlt. Das medizinische Team hat aber gesagt, dass es nicht zu schlecht aussieht", sagte Headcoach Kris Knoblauch. Zur Art der Verletzung machten die Oilers keine Angaben, Knoblauch rechnet allerdings nicht mit einer langen Ausfallzeit des Stürmers: "Das werden wird aber später herausfinden."

Ohne ihren deutschen Co-Star übernahm Connor McDavid das Zepter und legte alle drei Tore auf, darunter ein herrlicher Pass auf Matt Savoie bei einem Konter. Nashville kämpfte sich zwar im letzten Drittel durch Fedor Svechkov noch einmal heran und traf kurz vor Schluss durch Steven Stamkos sogar den Pfosten, doch Edmonton rettete den 3:1-Vorsprung über die Zeit. Connor Ingram glänzte im Tor der Oilers mit 26 Saves und bewies seine Klasse als Nummer Eins.

Mit nun 114 Punkten in 68 Spielen baute McDavid seine Führung in der Scorerwertung aus. Die Oilers liegen als Sechster der Western Conference auf Playoff-Kurs.

Ottawa Senators 7:4 San Jose Sharks

Gut läuft es weiterhin für Tim Stützle und die Ottawa Senators, die beim 7:4 gegen die San Jose Sharks den fünften Sieg in den jüngsten sechs Spielen feierten und damit weiter auf den Playoff-Einzug hoffen dürfen. Der gebürtige Viersener Stützle blieb ohne Scorerpunkt.

Wer auf Defensivschlachten hoffte, war im Canadian Tire Centre an der falschen Adresse. Die Senators und die Sharks lieferten sich ein wildes Spektakel, bei dem Drake Batherson mit zwei Treffern zum Helden avancierte. Besonders kurios: Sein erster Treffer war ein Eigentor der Sharks, sein zweiter – der entscheidende zum 5:4 – ein artistisches Abfälschen, bei der er laut eigener Aussage nur versuchte, sein Gesicht vor dem harten Schuss von Artem Zub zu schützen.

Für San Jose war es ein Abend der gemischten Gefühle. Torhüter Laurent Brossoit feierte nach fast zwei Jahren Verletzungspause ein emotionales NHL-Comeback, musste aber siebenmal hinter sich greifen. Trotz der Niederlage bleibt das Rennen um die Wildcards im Westen ein Krimi. Ottawa hingegen rückt im Osten bis auf drei Punkte an die Detroit Red Wings heran und träumt pünktlich zum Saisonendspurt wieder lautstark von den Playoffs.

Seattle Kraken 6:2 Florida Panthers

Nationaltorhüter Philipp Grubauer kam beim 6:2 von Seattle Kraken gegen Meister Florida Panthers nicht zum Einsatz. Auch ohne ihn sind die Kraken derzeit das Team der Stunde im Kampf um die Wildcards. Mit dem Kantersieg sprangen sie an San Jose vorbei auf einen Playoff-Platz. Angeführt von einem entfesselten Kaapo Kakko, der ein Tor und zwei Assists beisteuerte, zeigte Seattle eine geschlossene Mannschaftsleistung. Besonders beeindruckend: Alle vier Reihen der Kraken trugen zum Erfolg bei, was Coach Lane Lambert sichtlich stolz machte.

Für Florida war es ein gebrauchter Abend, den Coach Paul Maurice gewohnt trocken kommentierte: "Der Coach war mies, die Spieler waren gleichwertig." Bei Seattle stach zudem Neuzugang Bobby McMann hervor, der einen Franchise-Rekord aufstellte: Er ist der erste Spieler der Kraken-Geschichte, der in seinen ersten zwei Spielen jeweils mehrere Punkte verbuchen konnte. Seattle wirkt derzeit wie eine perfekt geölte Maschine.

Winnipeg Jets 3:2 St. Louis Blues

"Ja, ich habe getroffen!": Haydn Fleurys erstes Tor für die Jets war der emotionale Dosenöffner beim 3:2-Sieg gegen die St. Louis Blues. Fleury, der eine lange Leidenszeit mit Verletzungen hinter sich hat, krönte seine Rückkehr, während Eric Comrie im Tor mit 29 Paraden einmal mehr bewies, dass er mehr als nur ein verlässlicher Backup ist. Comrie feierte damit seinen persönlichen Karrierebestwert von elf Saisonsiegen.

St. Louis hingegen haderte mit der eigenen Harmlosigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse. Coach Jim Montgomery kritisierte offen den mangelnden Hunger seiner Truppe vor dem Tor, während Winnipeg eiskalt zwei Alleingänge durch Mark Scheifele und Kyle Connor nutzte. Die Jets schweben seit den Olympischen Winterspielen 2026 auf einer Erfolgswelle und haben in acht der letzten zehn Spiele gepunktet, was sie zu einem der gefährlichsten Teams im Westen macht.

Montreal Canadiens 3:4 Anaheim Ducks

Willkommen zurück, Troy Terry! Nach neun Spielen Pause kehrte der Star der Ducks mit einem Paukenschlag zurück und verbuchte beim 4:3-Erfolg gegen die Canadiens direkt drei Scorerpunkte. Gemeinsam mit Leo Carlsson, der einen Doppelpack schnürte, wirbelte er die Abwehr von Montreal phasenweise schwindelig. Doch am Ende war es Youngster Cutter Gauthier, der kurz vor Schluss den entscheidenden Treffer durch die Schoner von Jacob Fowler schob und damit den Roadtrip der Ducks versüßte.

Montreal zeigte zwar Moral und drehte einen 0:2-Rückstand kurzzeitig in eine Führung, verlor aber in den letzten Minuten die taktische Disziplin. Coach Martin St. Louis monierte nach der Partie das mangelhafte Risikomanagement seiner Mannschaft. Ein Wermutstropfen für die Canadiens: Kirby Dach musste das Eis frühzeitig mit einer Oberkörperverletzung verlassen – eine genaue Diagnose nach dem Hit von Jeffrey Viel steht noch aus.

Minnesota Wild 2:4 Toronto Maple Leafs

Die Geschichte des Abends in Minnesota schrieb zweifellos Bo Groulx. Erst vor wenigen Tagen aus der AHL berufen, feierte der Stürmer beim 4:2-Sieg der Maple Leafs seinen ersten Doppelpack in der NHL. Mit einer Mischung aus Glück (einem Treffer per Schlittschuh) und Instinkt (einem abgefangenen Befreiungsschlag von Matt Boldy) schoss er Toronto im zweiten Drittel im Alleingang komfortabel in Führung.

Minnesota versuchte im Schlussabschnitt zwar alles, angeführt von Vladimir Tarasenko, der mit seinem zweiten Treffer des Abends seinen 700. Karrierepunkt markierte. Innerhalb von nur 23 Sekunden brachten die zwei Tore des Russen die Halle zum Beben, doch Anthony Stolarz im Tor der Leafs hielt dem Ansturm mit insgesamt 36 Paraden stand. Matthew Knies machte schließlich mit einem Empty-Netter alles klar und sicherte Toronto zwei wichtige Punkte.