Felix aus der Asche: Rodel-Legende Loch arbeitet am olympischen Happy End

Felix Loch verfolgt das große Ziel Olympia 2026.
Felix Loch verfolgt das große Ziel Olympia 2026.DAVID INDERLIED / DPA PICTURE-ALLIANCE VIA AFP

Felix Loch lacht ein bisschen, wenn er über seine sportliche Wiedergeburt sprechen soll. So dramatisch sei das ja alles nicht, aber "es freut mich schon, dass ich dem ein oder anderen zeigen kann, dass ich doch noch rodeln kann." Und wie sieht es im Kopf des Rekordweltmeisters aus? "Ich selber habe mir nie Gedanken gemacht, dass ich das nicht mehr kann."

Der 36-Jährige möchte nicht allzu viel Wind machen um die Geschehnisse dieses Winters, aber die Geschichte, die sich da anbahnt, ist wirklich gut. Felix Loch, der einstige Dauersieger, ist noch immer das Gesicht des deutschen Rennrodelns.

Es wirkte seit ein paar Jahren aber, als sei die große Zeit des Berchtesgadeners vorbei, die Karriere schien allmählich auszutrudeln. Jüngere waren meist schneller, der letzte wirklich große Titel war WM-Gold 2019, zuletzt blieb Loch beinahe zwei Jahre ohne Weltcupsieg.

Loch als Weltcupführender in Olympia-Form

Doch diese Serie endete Anfang Dezember beim Saisonauftakt in Winterberg unerwartet, und zwei Wochen später ließ er den Sieg auf der schwierigen "Auswärtsbahn" in Lake Placid folgen.

Weiter geht es nun an diesem Wochenende im lettischen Sigulda, Felix Loch beginnt 2026 als Weltcupführender, so gut war er seit fünf Jahren nicht mehr - und das alles ausgerechnet in der Olympiasaison, vor seinen vielleicht letzten Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo (6. bis 22. Februar). Wie lange er nach 2026 noch weiterfährt, lässt Loch bewusst offen.

"Dass die Saison so gut losgeht, hätte ich nicht erwartet", sagt er im Gespräch mit dem SID, das Gefühl sei aber schon ein anderes gewesen in der Vorbereitung: "Dieses Wohlfühlen auf dem Schlitten war direkt da, und das ist über die Jahre immer wichtiger geworden für mich." Man habe im Sommer wohl "doch einiges richtig gemacht".

Da sei nämlich intensiv "am Material" gearbeitet worden, am Schlitten also, "da haben wir den einen oder anderen Schritt gemacht". Und für den Start habe er sich weniger auf Krafttraining konzentriert, sondern die Technik in den Fokus gerückt. Mit Erfolg: Nicht nur in der Bahn, auch schon am Start ist der Bayer in diesem Winter regelmäßig ganz vorne dabei.

Olympia als unvollendete Geschichte

Das alles könnte die Anbahnung sein für ein großes und unerwartetes Happy End. Denn mit Olympia hat Loch noch eine gewaltige Rechnung offen. 2010 und 2014 hatte er jeweils gewonnen, 2018 baumelte dann das dritte Einzelgold eigentlich schon um seinen Hals.

Doch ein Fehler im vierten und letzten Lauf kostete ihn auf dramatische Weise noch das Podest. Und bei den Spielen 2022 fuhr Loch von Beginn an nicht in Medaillenform.

In diesem Winter wirkt er nun erstmals seit langer Zeit wieder wie einer, der am Ende ganz oben auf dem Olympia-Podest stehen könnte. Bis zu den Rennen in Cortina will der Bayer aber auf Sicht fahren, "auf meinen Körper hören, es geht nicht mehr alles wie vor 15 Jahren", sagt er lachend.

Derzeit jedenfalls sei er gesund, "es tut nichts weh". Und das Rodeln klappt ja auch wieder ziemlich gut.