Flüchtet Usyk vor Agit Kabayel? Deutschlands Box-Star pocht auf seine WM-Chance

Kabayel hat Anspruch auf einen Kampf gegen Usyk
Kabayel hat Anspruch auf einen Kampf gegen UsykČTK / imago sportfotodienst / Torsten Helmke

Agit Kabayel hat Anspruch auf einen WM-Kampf - spielt in den Plänen von Alexander Usyk jedoch keine Rolle. Die Situation ist verzwickt.

Agit Kabayel ist längst wieder fleißig. Für seinen großen WM-Traum schwitzt der deutsche Schwergewichtsboxer täglich im Gym in Düsseldorf und prügelt auf den Sandsack ein. Auch Gewichte stemmen und Joggen stehen auf dem Trainingsplan des 33-Jährigen.

Kabayel hält sich für alle Szenarien fit – dabei steht der nächste Kampf des Hoffnungsträgers wahrscheinlich erst in rund sechs Monaten an. Und ob Dreifach-Champion Alexander Usyk dann der Gegner sein wird, ist mehr als fraglich.

So oder so: Sein Ziel hat Kabayel fest vor Augen. "Wir peilen ganz klar einen WM-Kampf im September in Deutschland an", sagte Kabayel dem SID: "Ob gegen Usyk oder jemand anderen – das wird sich zeigen."

"Für ihn ist Kabayel ein No-Name"

Als Interimsweltmeister der WBC hat Kabayel als Pflichtherausforderer Anspruch auf einen WM-Kampf gegen Usyk. Diesen hat der Verband für den Herbst auch angeordnet. Das Problem: Kabayel spielt in den Zukunftsplänen von Usyk keine Rolle.

"Für ihn ist Kabayel ein No-Name. Er hat Anthony Joshua, Tyson Fury und Daniel Dubois geschlagen, war Cruisergewichts-Weltmeister, ist unangefochtener Champion im Schwergewicht – und dann kommt ein Kabayel, ein Junge aus dem Nichts, und nimmt ihm alles weg", sagte Kabayel, der eine makellose Bilanz von 27 Siegen in 27 Kämpfen aufweist, bewusst provokant dem Nachrichtenportal Web.de.

Kabayel ist der Meinung, dass Usyk ihm aus dem Weg geht. Deshalb ist der Bochumer mit kurdischen Wurzeln sauer auf den 39 Jahre alten Ukrainer, der im Mai eine freiwillige Verteidigung seines WBC-Gürtels gegen den ehemaligen Kickbox-Weltmeister Rico Verhoeven an den Pyramiden von Gizeh bestreitet und beim Skizzieren seiner letzten drei Kämpfe nicht über Kabayel sprach.

Gelsenkirchen und Düsseldorf als mögliche Austragungsorte

"Es geht ihm nur ums Geld, alles andere ist für ihn uninteressant. Das habe ich jetzt nochmal extrem gemerkt", sagte Kabayel im Interview mit RTL/ntv und sport.de.

Sollte Usyk im Herbst nicht gegen Kabayel antreten, müsste er seinen WBC-Gürtel ablegen – und Kabayel würde zum ersten deutschen Schwergewichtsweltmeister seit Ikone Max Schmeling Anfang der 1930er-Jahre aufsteigen.

Das würde Kabayel, der im Januar in Oberhausen den Polen Damian Knyba vor 13.000 ekstatischen Zuschauern besiegt hatte, aber gerne im Ring und nicht auf der Couch schaffen. "Wir hätten die größte Halle Deutschlands ausverkaufen können. Nun peilen wir an, das größtmögliche Boxevent der Neuzeit zu machen", sagte Kabayel und denkt dabei an einen Kampf im Stadion auf Schalke oder in Düsseldorf.