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Formel 1: Fragen und Antworten zum Großen Preis von Belgien

Wie sehen die Kräfteverhältnisse in Spa aus?
Wie sehen die Kräfteverhältnisse in Spa aus?Foto von PAUL FOSTER / NURPHOTO / NURPHOTO VIA AFP

Die Formel 1 reist munter durch Europa: Nach dem Überholspektakel in Großbritannien geht es in den berühmten Kurven von Spa-Francorchamps mit dem Großen Preis von Belgien weiter. Der Fokus liegt vor dem zehnten von 22 Saisonläufen weiter auf dem offenen Kampf um die WM-Krone. Wer dominiert in den Ardennen?

Wie sind die Kräfteverhältnisse an der Spitze?

Ausgeglichen. Zuletzt triumphierte Charles Leclerc, er war der vierte unterschiedliche Rennsieger aus den jüngsten vier Rennen. Abwechslung ist also geboten. Gleichzeitig konnte noch kein Team außer Mercedes und Ferrari einen Grand Prix gewinnen. Auch in Belgien sind der italienische Traditionsrennstall und das deutsch-britische Werksteam favorisiert. Nicht umsonst erkannte Mercedes-Teamchef Toto Wolff bereits an: Ferrari "ist ein echter Gegner."

Welcher Fahrer hat dabei die beste Form?

Jeder der Top-Fahrer erlebt in dieser Saison Höhen und Tiefen. Bei Ferrari erwischte der WM-Dritte Lewis Hamilton (147 Punkte) zunächst einen schwachen Saisonstart und steigerte sich dann. Leclerc (108 Punkte) muss nun beweisen, wie viel Substanz hinter seinem überraschenden Erfolg von Silverstone steckt. Bei Mercedes wurde George Russell (154 Punkte) nach starkem Auftakt zunächst von seinem Teamkollegen in den Schatten gestellt. Ausgerechnet Teenager Kimi Antonelli wirkt am konstantesten. Der WM-Spitzenreiter (179 Punkte) wurde zuletzt allerdings zweimal von Defekten ausgebremst. Max Verstappen (Red Bull) und Weltmeister Lando Norris (McLaren) hinken derweil nur hinterher und haben noch stärker mit ihren Autos zu kämpfen.

Was bietet die Strecke?

Möglicherweise Regen. Die Prognosen rechnen vor allem am Freitag im Training mit nassen Bedingungen. Unabhängig davon ist der Highspeed-Kurs in Belgien eine der beliebtesten Strecken bei Fahrern und Fans. Ähnlich wie in Silverstone könnte allerdings gerade das Qualifying vom Elektro-Management geprägt sein, Wolff sprach daher bereits von einer "der größten Herausforderungen im Rennkalender". Seit der Premiere 1950 war die Formel 1 hier 58 Mal zu Gast, Rekordsieger ist Michael Schumacher mit sechs Siegen. Wegen der zunehmenden Globalisierung der Motorsport-Königsklasse wird ab 2027 nur noch zweijährig auf der Ardennen-Achterbahn gefahren.

Kann Nico Hülkenberg endlich punkten?

Klappe, die Zehnte! Mittlerweile sind neun Saisonrennen vorüber - einen Punkt hat der 38-Jährige noch immer nicht eingesammelt. In Silverstone bockte sein Audi mit einem Getriebeproblem. Das sei "schwer zu verdauen" gewesen, sagte Hülkenberg. Die Hoffnung gibt er dennoch nicht auf: "Positiv ist, dass sich unsere Pace in den letzten Rennen wirklich in die richtige Richtung entwickelt hat. Wir haben konstant an der Spitze des Mittelfelds mitgemischt, und darauf wollen wir aufbauen."

Worüber wird diskutiert?

Das spektakuläre Rennen von Silverstone endete hinter dem Safety Car - regelkonform, aber nicht zur Freude aller Beteiligten. Nun wird mal wieder über eine Regeländerung nachgedacht. Frühere Piloten wie Martin Brundle oder David Coulthard machen sich für Lösungen stark, die ein offenes Rennende ermöglichen. Auch die aktuellen Fahrer sind nicht begeistert, sehen aber nicht zwingend Bedarf. Es sei "eine Schande", sagte Russell, "aber was kann man tun? Ich glaube nicht, dass es anders sein sollte."