"Das war ein großes Ziel von mir, ich freue mich sehr", sagte die 26 Jahre alte Mettmannerin: "Ich habe gut gepacet und bin schneller losgefahren, als es mir mein Trainer gesagt hat. Und am Ende war wirklich nichts mehr im Tank."
Marlen Reusser setzte sich an ihrem 35. Geburtstag in 50:24,44 Minuten mit 40,11 Sekunden Vorsprung auf Zoe Bäckstedt (21) durch. Franziska Koch lag 45,54 Sekunden zurück.
Sie ließ Topstars wie die zweimalige Giro-Siegerin Elisa Longo Borghini (Italien/4.), die zweimalige Weltmeisterin Lotte Kopecky (Belgien/6.) und Tour-Siegerin Demi Vollering (Frankreich/8.) hinter sich. Antonia Niedermaier – vor zwei Jahren in Zürich Vierte – kam auf Platz sieben (+1:49,54).
Die zuvor letzte deutsche Zeitfahr-Medaille im Eliterennen der Frauen hatte Lisa Brennauer 2015 mit Bronze in Richmond/Virginia gewonnen. Ein Jahr zuvor war Brennauer im spanischen Ponferrada Weltmeisterin geworden.
Koch lag sogar lange in Führung
Koch – die im Frühjahr mit dem Erfolg bei Paris-Roubaix deutsche Radsport-Geschichte geschrieben hatte – fuhr auf dem schnellen Kurs, der auch über die komplette Formel-1-Strecke des Circuit Gilles Villeneuve führte, ein beeindruckendes Rennen. Die Mettmannerin, die früh gestartet war, übernahm zunächst deutlich die Führung.
Viele Kontrahentinnen bissen sich an der Zeit Kochs die Zähne aus. Auch Vollering, die im "Alltag" ihre Kapitänin beim französischen FDJ-Team ist, lag weit zurück. Erst Topfavoritin Reusser und die junge Bäckstedt waren dann besser.
Auf Koch und Niedermaier warten nun in Montreal noch zwei weitere Medaillenchancen, zunächst am Dienstag in der Mixed-Zeitfahrstaffel und schließlich am kommenden Samstag im Straßenrennen.
