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Erst Weiß, dann Gelb? Niedermaier begeistert beim Tour-Debüt

 Niedermaier im Weißen Trikot
Niedermaier im Weißen TrikotČTK / AP / Philippe Magoni

Antonia Niedermaier beendet die Tour de France Femmes im Weißen Trikot und Gesamtrang vier. Der Karriereplan der 23-Jährigen sieht mittelfristig eine andere Trikotfarbe vor.

Mit einem Strauß Blumen in der Hand und dem Weißen Trikot auf ihren Schultern winkte Antonia Niedermaier in Nizza ein letztes Mal vom Podest der Tour de France.

Dann freute sich die Rosenheimerin auf etwas Ruhe und eine Pause für die müden Beine. Daheim am See mit ihrem Partner Jakob und Hund Frieda abschalten und entspannen. Das stand ganz oben auf Niedermaiers Wunschliste für die wohlverdiente Auszeit.

"Es war eine supertolle Tour"

Bei der längsten und härtesten Ausgabe der 2022 wiederbelebten Frankreich-Rundfahrt der Frauen hatte Niedermaier zuvor über neun Etappen und 1175 Kilometer Schwerstarbeit auf dem Rad verrichtet.

Der Einsatz machte sich bezahlt: Bei ihrem Tour-Debüt fuhr die 23-Jährige auf Anhieb Gesamtplatz vier und holte zudem als erste deutsche Fahrerin das Weiße Trikot der besten Nachwuchsfahrerin – und das als Helferin.

"Es war eine supertolle Tour, ich freue mich, dass es so ein gutes Ergebnis geworden ist", sagte Niedermaier in der ARD.

Bald auch reif für den Gesamtsieg?

Im Rampenlicht, das noch immer zu selten auf den Frauen-Radsport scheint, hatte der deutsche Shootingstar seine Chance genutzt.

Kapitänin Kasia Niewiadoma – die als Gesamtzweite das Gelbe Trikot knapp verpasst hatte – herzte ihre Edelhelferin Niedermaier im Ziel der Schlussetappe in Nizza und dankte ihr für ihren unermüdlichen Einsatz.

Ex-Profi und Olympiasiegerin Lisa Brennauer sprach anerkennend von einer "wahnsinnigen Leistung" und einer "wirklich starken" Entwicklung. Rolf Aldag, Sportlicher Leiter bei Niedermaiers deutschem Rennstall Canyon//SRAM, sagte ihr eine rosige Zukunft voraus.

Mit 23 Jahren befindet sich Niedermaier längst noch nicht an ihrem Zenit
Mit 23 Jahren befindet sich Niedermaier längst noch nicht an ihrem ZenitNICOLAS TUCAT / AFP

"Es war alles neu und groß für sie. Für sie ist das ganz toll. Irgendwann wird sie hoffentlich die Farbe von Weiß in Gelb tauschen", sagte Aldag.

Teamchef Ronny Lauke stimmte zu. "Sie hat das Potenzial, sie hat noch Reserven. Sie kann noch viel lernen, reifen", so Lauke: "Wir werden sie weiterentwickeln und hoffentlich zur nächsten Tour-Siegerin machen."