Fortuna "muss das Schlimmste befürchten" – und setzt auf Zusammenhalt

Die Gesichter bei der Fortuna werden länger.
Die Gesichter bei der Fortuna werden länger.ČTK / DPA / Julius Frick

Die längste Theke der Welt, die Kö, das Altbier und die Toten Hosen. Düsseldorf hat viele Berühmtheiten hervorgebracht, die einfach nicht kleinzukriegen sind. In diesen Tagen allerdings sind massive Sorgen um eine weitere prominente Tochter der Stadt angebracht. "Fortuna braucht uns!", so beginnt ein dringlicher Aufruf der Toten Hosen: "Am Freitag alle ins Stadion – alle in Rot-Weiß!"

Denn am Freitag bestreitet der örtliche Fußballklub sein nächstes Endspiel, der Abstieg in die 3. Liga droht – und ein solcher hätte wohl schwerwiegende Folgen für die Zukunft des Traditionsvereins.

Zum Match-Center: Fortuna Düsseldorf vs. Dynamo Dresden

"Es gibt Situationen, da werden Helden geboren", sagt Alexander Ende vor dem Spiel gegen Dynamo Dresden (18.30 Uhr/Sky), Retter werden jetzt dringend gesucht. Ende ist selbst erst seit knapp zwei Wochen dabei, er ist bereits der dritte Trainer in der laufenden Saison. Das sagt viel aus über den Absturz des Klubs, der die 2. Liga eigentlich nach oben verlassen wollte.

Tabelle: 2. Bundesliga
Tabelle: 2. BundesligaFlashscore

Die Realität sieht ganz anders aus: Nach fünf Niederlagen in Serie wurde die Fortuna bis auf Rang 17 durchgereicht. Die Abstände sind noch minimal, 31 Punkte hat Endes Team, genau wie Eintracht Braunschweig auf Rang 16. Arminia Bielefeld (32), Greuther Fürth und der 1. FC Magdeburg (je 33) sind ebenfalls nah. Bestenfalls genügt ein Sieg zum Sprung auf Rang 13.

Ein solcher gelang zuletzt allerdings Anfang März, und es wird nicht einfacher. Neben den Spielen gegen die direkten Konkurrenten Dresden und bei Greuther Fürth stehen auch noch Duelle mit den Aufstiegskandidaten Schalke 04 und SV Elversberg an. Und Dynamo ist der Gewinner des Abstiegskampfes, hat die gefährliche Zone als viertbestes Team der Rückrunde vorerst verlassen.

Verletzungspech und "schlechter Transfersommer"

Zudem bringt die Fortuna jede Menge eigene Sorgen mit. Sechs potenzielle Startelf-Kandidaten fallen derzeit aus, darunter Leistungsträger wie Florent Muslija und Satoshi Tanaka. Das Verletzungspech zieht sich durch die Saison und ist zweifellos ein Grund für den Absturz.

Der Ursprung der Krise ist aber auch im vergangenen Sommer zu suchen, das sagt eine damals noch handelnde Person: Klaus Allofs sieht "natürlich" einen eigenen Anteil, räumte er bei Welt TV ein: "Wir haben einen ganz schlechten Transfersommer gehabt."

Denn der personelle Umbruch brachte keinen Erfolg, zahlreiche Neuzugänge enttäuschten. Die Situation sei nun bedenklich, "man muss fast das Schlimmste befürchten", sagt Allofs, der als Sportvorstand im Winter zusammen mit Sportdirektor Christian Weber gehen musste.

Noch schwerer wiegt möglicherweise ein weiteres Erbe der Ära Allofs: Wie die Bild berichtet, besitzen nur sieben Profis einen gültigen Vertrag für die 3. Liga. Der Klub könnte bei einem Abstieg ohne Mannschaft und ohne große Transfererlöse dastehen.

Und während vertragslose Fußballprofis vergleichsweise weich fallen, drohen auch großen Teilen der Belegschaft Folgen. Wie die Rheinische Post erfuhr, müsste sich der Klub im Abstiegsfall von der Hälfte der Mitarbeitenden trennen. Es beträfe alle Abteilungen.

"Wir wissen, dass es auch um Arbeitsplätze geht", sagt Fortuna-Profi Emmanuel Iyoha daher: "Uns ist klar, dass wir gerade auch für ganz viele andere kämpfen." Man will jetzt zusammenrücken in Düsseldorf.