"Singen, springen, tanzen": Schalke feiert Tabellenführung

Aktualisiert
Schalke feiert den Sieg.
Schalke feiert den Sieg.ČTK / imago sportfotodienst / Herbertz / Nico Herbertz

Schalke 04 stürmt wieder an die Zweitliga-Tabellenspitze. Trainer Miron Muslic erlebt eine ausgelassene Kabinenparty – und bereut im Spaß den eigenen Einsatz als "Vorsänger".

Die Schalker Tabellenführer hatten längst ihre Pläne für das Wochenende geschmiedet, und Miron Muslic stimmte plötzlich mit ein. "Die Jungs sind schon in der Kabine komplett durchgedreht und haben 'drei Tage frei' gesungen. Ich habe mitgesungen", berichtete der S04-Trainer nach dem Sprung an die Tabellenspitze schmunzelnd. "Ich muss mir das noch gut überlegen. Das war ein Fehler, glaube ich."

Nach dem 2:1 (1:1)-Erfolg gegen den SC Paderborn, dem Statement-Sieg im hochklassigen Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga, starteten die Königsblauen am Freitagabend mit rund 62.000 Fans eine ausgelassene Party. "Jeder Einzelne ist bereit, sich für Königsblau zu zerreißen, alles reinzuhauen, alles zu investieren", schwärmte Muslic am Sky-Mikrofon: "Und dann dürfen wir schon zur Kurve gehen und gemeinsam singen, springen und tanzen."

Zum Match-Center: Schalke vs. Paderborn

Gemeinsam mit dem Team um Matchwinner Bryan Lasme war der Schalker Heilsbringer vor der bebenden Nordkurve auf und ab gehüpft. Mit dem zehnten Saisonerfolg haben die Schalker schon jetzt so viele Siege auf dem Konto wie am Ende der vergangenen Spielzeit. "Es fühlt sich toll an, es fühlt sich gut an", sagte Muslic. Und Kapitän Kenan Karaman meinte: "Wir haben weitergemacht und Moral bewiesen."

Karaman (45.+3) und der eingewechselte Lasme (86.) mit einem lässigen Lupfer hatten die Partie gedreht - und so für blau-weiße Ekstase gesorgt. "Dass er dann einen auf Raúl macht beim Abschluss, okay. Ich hätte ihn gekillt, wenn der nicht reingegangen wäre", scherzte Muslic in Richtung Lasme, der nach langer Verletzungspause sein Comeback gefeiert hatte: "Wir haben ihn stark vermisst."

Dass der Sieg gegen Paderborn kein Zufall war, zeigte vor allem die zweite Hälfte. Schalke schnürte den SCP zeitweise tief in dessen Hälfte ein. Die Defensive um Innenverteidiger-Kante Nikola Katic und Torhüter Loris Karius, die durch Paderborns zwischenzeitliche Führung von Laurin Curda (38.) erst das achte Gegentor schlucken musste, stand einmal mehr stabil. Auch der VAR-Entscheid, einen möglichen Schalker Elfmeter in der Anfangsphase zurückzunehmen, brachte die Mannschaft nicht aus dem Takt. Im Gegenteil. "Das sind 'Big, big Moments'", sagte Muslic, "Gott sei Dank haben wir das heute für uns gerissen."

Mit 31 Punkten stehen die Schalker glänzend da und deuten immer mehr an, unter Muslic auch im Frühjahr noch ein ernsthafter Kandidat für den Aufstieg sein zu können. "Wir dürfen nicht zu viel reden – wir müssen es einfach weiter zeigen", forderte Karaman. Und Ron Schallenberg sagte: "Es sah hier auch schon ganz anders aus. Von daher bin ich weit davon entfernt, jetzt durchzudrehen."

Vom Aufstieg träumt zumindest öffentlich noch keiner. Lediglich von einem freien Wochenende.