Für seine Abschiedsgeschenke nach einem letzten halben Jahr beim FC Bayern hat Leon Goretzka schon sehr klare Vorstellungen. Einmal noch wolle er "im Mai mit vollen Händen am Marienplatz stehen" und mit den Fans "die ganz großen Titel feiern", schrieb der Nationalspieler nach seinem feststehenden Abschied vom Rekordmeister bei Instagram. Ein Winter-Wechsel zu Atlético Madrid? Vom Tisch. Stattdessen startet Goretzka mit dem Auswärtsspiel beim Hamburger SV am Samstag (18.30 Uhr/Sky) in seine letzte Triple-Jagd als Bayern-Spieler.
Vergangenen Tage "turbulenter als gedacht"
"So sehr mich das Interesse von internationalen Top-Klubs ehrt, so klar habe ich für mich entschieden, dass ich bis zum Saisonende beim FC Bayern bleiben möchte", meinte Goretzka, dessen baldiger Abschied am Freitag offiziell wurde. Im Sommer ist nach acht Jahren Schluss in München, noch aber fühle er sich diesem Team "verpflichtet", mit dem es "auf und neben dem Rasen unglaublich viel Spaß macht und einem Trainer, der unsere Mannschaft wieder zu einer echten Einheit geformt hat".
Dabei war es in den vergangenen Tagen nochmal "turbulenter als gedacht" zugegangen, wie Goretzka zugab. Atlético hatte den 30-Jährigen, dessen Vertrag ausläuft, mit einem Arbeitspapier bis 2028 gelockt. "Es hat einige Gespräche gegeben mit Leon, von allen Beteiligten", sagte Sportdirektor Christoph Freund. Doch Goretzka spüre, so der Österreicher, "dass noch einiges möglich ist in diesem Jahr, da will er dabei sein".
"Richtiger Zeitpunkt" für "neues Kapitel"
Schon jetzt hat Goretzka, der 2018 vom FC Schalke nach München gewechselt war, mit den Bayern alles gewonnen. Beim Sextuple unter Trainer Hansi Flick war er im Mittelfeld gesetzt, erst 2024 folgte der Knick: Die Bayern legten ihm einen Wechsel nahe, seine Chancen auf Einsatzzeiten unter dem damals neuen Trainer Vincent Kompany seien gering. Goretzka aber blieb und kämpfte sich zurück, auch in die Nationalmannschaft.
Diese Phase "hat unsere Beziehung gestärkt", sagte Kompany und versicherte mit Blick auf den Abschied des Mittelfeldspielers: "Es ändert sich überhaupt nichts an seiner Rolle bei uns, er war immer wichtig. Ich freue mich jetzt einfach auf die Momente, die wir noch zusammen genießen können."
Danach sei für ihn aber "der richtige Zeitpunkt, um noch einmal ein neues Kapital aufzuschlagen: Als Fußballer und als Mensch", schrieb Goretzka, der sich zuletzt bereits offen für einen Wechsel ins Ausland gezeigt hatte. Atlético gilt ebenso wie die AC Mailand weiterhin als interessiert.
Deadline für Upamecano?
Bis zum Abschied werde Goretzka "dafür kämpfen, dass wir ganz große Dinge erreichen können", versicherte Freund, der sich bei einer weiteren viel diskutierten Personalie noch zurückhielt. "Solche Verhandlungen dauern", sagte er mit Blick auf die noch ausstehende Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano. Die Bayern sollen dem Verteidiger eine Frist bis Sonntag gesetzt haben, um ihrem Angebot zuzustimmen. Freund versicherte: "Es wird in naher Zukunft eine Entscheidung geben."
Zunächst aber geht es nach Hamburg. Nach der überraschenden Niederlage gegen den FC Augsburg (1:2) wollen die Bayern, die weiter unangefochten an der Tabellenspitze thronen, in der Liga zurück in die Spur finden - und damit auch einen hektischen Januar bestmöglich beschließen.
"Hoffentlich", sagte der frühere HSV-Profi Kompany, der erstmals seit seinem Abschied 2008 für ein Pflichtspiel ins Volksparkstadion zurückkehrt, "können wir noch einmal in diesem Monat Vollgas geben und unseren besten FC Bayern sehen." Und Leon Goretzka.
Zum Match-Center: Hamburger SV vs. FC Bayern München
