Ist die Rapid Wien wieder da – und bleibt sie es auch? Diese Fragen stellen sich Fans und Gegner des SK Rapid gleichermaßen. Alles andere als da ist aktuell die Treffsicherheit von Red Bull Salzburg. Mittlerweile warten die Mozartstädter seit vier (!) Spielen auf einen Torerfolg. Sturm Graz zeigte sich mit großer, beinahe schon gnadenloser Effizienz als undankbarer Partygast beim 115-jährigen Austria-Jubiläum.
Der WAC-Trainer wünscht sich nach der nächsten Niederlage eine mannschaftsinterne Fetzerei – allerdings nicht im Park, sondern in der Kabine (und hoffentlich rein verbal). Und zum Abschluss machten Ried und Altach große Schritte in Richtung Klassenerhalt, auch wenn sie selbst davon noch nichts wissen möchten.
Es ging also auch in der 23. Runde der ADMIRAL Bundesliga erneut drunter und drüber. Höchste Zeit, das alles in drei Tops und zwei Flops in Ruhe einzuordnen.
TOP – Rapid: Wird das schon ein Lauf?
Oops, they did it again – der SK Rapid gewinnt nach dem letzten Spiel im Grunddurchgang auch das erste Spiel in der Meistergruppe gegen Salzburg mit 1:0. War beim ersten Sieg noch einiges an Glück dabei, weil die Bullen ihre Chancen nicht nutzen konnten, standen die Hütteldorfer dieses Mal deutlich stabiler. Auch spielerisch hatte Rapid mehr anzubieten. Das nötige Glück war beim abgefälschten Freistoß von Seidl dennoch mit an Bord.
Und auch bei einer der allerletzten Aktionen, als Hedl mit einer echten Glanztat den Ausgleich verhinderte. Zeichnet sich hier eine dreifache Rückkehr zu alter Stärke ab? Ausgerechnet die vielgescholtenen Stützen Seidl und Hedl finden immer mehr zu ihrer Form zurück, und auch Rapid als Ganzes wirkt von Spiel zu Spiel stabiler.
Die grün-weiße Achterbahn hat allerdings schon oft genug bewiesen: Es kann ganz schnell wieder bergab gehen. Es bleibt also spannend im Westen Wiens.
FLOP – Salzburg: Bereits seit vier Spielen ohne Tor
Des einen Freud ist des anderen Leid: Für Red Bull Salzburg war die 0:1-Niederlage gegen Rapid bereits das vierte Spiel ohne Torerfolg. Konnten die Salzburger beim Debüt von Trainer Beichler noch mit einem furiosen 5:1-Auswärtssieg über den LASK hinwegfegen, leiden sie mittlerweile an akuter Ladehemmung. Rechnet man den Cup dazu, sind es sogar vier Spiele ohne Salzburger Treffer und drei 0:1-Niederlagen in Serie.
„Die gewünschte Dominanz und Überlegenheit haben wir überhaupt nicht ausgestrahlt. Dominant und überlegen können wir auch nur dann sein, wenn wir in den vermeintlichen Basics richtig gut sind. In den letzten Wochen waren es andere Gründe, warum es nicht geklappt hat, aber heute waren wir da einfach nicht gut genug. Letzte Woche war es von der Leistung her wesentlich besser“, wurde Beichler nach dem Spiel deutlich.
Ein weiteres Beispiel dafür, wie schnell es im Fußball nach oben oder unten gehen kann. Vor kurzem hätten ähnliche Worte auch noch aus Hütteldorf kommen können.
TOP – Sturm Graz crasht mit großer Effizienz das violette Jubiläum
Eigentlich war alles angerichtet für einen großen violetten Abend. Austria Wien feierte rund um das Heimspiel gegen ihren Lieblingsgegner Sturm Graz das 115-jährige Klubjubiläum – und startete mit einem frühen Trefferv von Schablas nach nur 31 Sekunden perfekt in die Partie. Lange Zeit waren die Wiener auch das bessere Team, erspielten sich mehrere Chancen und kontrollierten große Teile des Spiels.
Während die Austria ihre Möglichkeiten ungenutzt ließ, nutzten die Grazer ihre Chancen eiskalt. Trotz Rückstand gingen sie noch vor der Pause mit 2:1 in Führung. Die endgültige Wende kam kurz nach der Pause: Nach einer Gelb-Roten Karte gegen Tin Plavotic und dem verwandelten Elfmeter von Otar Kiteishvili verlor die Austria komplett den Faden. Sturm nutzte die Überzahl konsequent aus und erhöhte innerhalb weniger Minuten auf 5:1.
Am Ende stand ein deutliches 5:2 für den amtierenden Meister und ein bitteres Ende der violetten Jubiläumsfeier. Nach dem Spiel zeigte sich Sturm-Trainer Ingolitsch dennoch kritisch. Sturm sei in vielen Phasen nicht gut gewesen, auch der Trott in den letzten Minuten, in denen noch das 2:5 gefallen ist, habe ihn geärgert. Aber: „Wir haben das Motto ‚10 Finalspiele‘ ausgegeben, das erste Finalspiel haben wir gewonnen.“ Und genau darauf kommt es an.
FLOP – WAC: Vom Meister- in den Abstiegskampf
Nicht einmal ein Jahr ist es her, da spielte der WAC noch am letzten Spieltag um den Meistertitel mit und holte den ÖFB-Cup. Durch den Abgang von Didi Kühbauer zum LASK ist davon allerdings wenig übrig geblieben. Spätestens seit diesem Wochenende weiß der WAC, wie hart sich der Boden der Realität anfühlt, wenn man endgültig im Abstiegskampf angekommen ist.
In den letzten zwölf Spielen setzte es neun Niederlagen. Die jüngste folgte nach einer weiteren schwachen Leistung und einem daraus resultierenden 0:2 gegen den GAK. Zunächst erzielte Olesen mit seinem Premierentreffer in der 25. Minute das 1:0. In der 80. Minute machte Maderner schließlich den Deckel drauf.
WAC-Trainer Ismail Atalan kritisierte nach der Partie vor allem die fehlende Intensität. Das scheint sich nicht nur auf dem Platz zu zeigen. Immerhin wünschte er sich, dass es in der Kabine endlich einmal „fetzt“. Stattdessen herrscht dort ratlose Stille. Auch innerhalb der Mannschaft wächst der Frust. Verteidiger Nicolas Wimmer sprach offen an, dass bei einigen Spielern Leidenschaft und Einsatzbereitschaft fehlen würden.
TOP – Altach und Ried mit wichtigen Punkten Richtung Klassenerhalt?
Zum Auftakt der Qualifikationsgruppe haben sowohl der SCR Altach als auch die SV Ried wichtige Schritte im Kampf um den Klassenerhalt gesetzt. Beide Teams feierten Siege und verschafften sich damit etwas Luft im Tabellenkeller.
Ried beendete mit einem 2:1 gegen die WSG Tirol seine Durststrecke und holte den ersten Bundesliga-Sieg des Jahres. Kingstone Mutandwa brachte die Innviertler kurz vor der Pause per Hand-Elfmeter in Führung. Nach dem Ausgleich durch Justin Omoikhoje Ola-Adebomi in der Schlussphase sorgte Philipp Pomer ebenfalls vom Punkt für den entscheidenden Treffer zum 2:1.
Auch Altach setzte seine starke Phase fort. Beim 3:1-Heimsieg gegen Blau-Weiß Linz brachte Srdjan Hrstic die Vorarlberger kurz vor der Pause in Führung. Mohamed Ouedraogo erhöhte in der zweiten Hälfte, ehe ein Eigentor von Maranda für die Vorentscheidung sorgte. Den späten Anschlusstreffer erzielte Ronivaldo, der am Altacher Erfolg jedoch nichts mehr änderte. Mit dem dritten Heimerfolg gegen Blau-Weiß in Serie bauten die Vorarlberger den Vorsprung auf das Tabellenende weiter aus. Insgesamt holte das Team unter Trainer Ognjen Zaric elf Punkte aus den letzten sechs Spie
